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DVD-Besprechung - Jancis Robinsons Weinkurs
Story:
Jancis Robinson ist anerkannte Weinkennerin und hat in zahlreichen Publikationen ihr Fachwissen unter Beweis gestellt. Für eine 10-teilige Dokumentation der BBC reiste die Britin durch die Welt und bietet dem Zuschauer nun zahlreiche Informationen über Menschen, die am Herstellungsprozess des Weines in irgendeiner Weise beschäftigt sind, über die Geschichte einzelner Rebsorten und hält so manchen Tipp über den Umgang mit Wein bereit.
Meinung zum Film:
Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde der Wein in vielen Landesteilen noch als Getränk der Versnobten und Reichen angesehen. Er wurde in Verbindung gebracht mit dem Riechen am Korken, dem Spiel mit der Flüssigkeit im Mund und den dabei entstehenden, komischen Geräuschen. Mittlerweile macht sich der Wein jedoch immer mehr auf, dem alkoholischen Nationalgetränk der Deutschen – dem Bier – den Rang abzulaufen. Jancis Robinson berichtet in ihrer aus dem Jahre 1995 stammenden Dokumentation bereits davon, dass sich das Bild des Weintrinkens in Europa stark wandelt. Damals stand diese Entwicklung noch am Anfang, mittlerweile schreitet sie mit immer größeren Schritten voran. Spricht die Weinkennerin noch davon, dass ein Problem des Weines der Gedanke an (Pseudo-)Intellektuelle als Hauptkonsumenten sei, ist dieses mittlerweile vollkommen überholt. Schon längst gehört der Wein zu den Genussmitteln der breiten Masse.
Robinson sagt auch ganz klar, dass ein guter Wein nicht an seinem Preis zu erkennen ist, sondern einzig an dem subjektiven Empfinden seines Geschmacks.
Den Beginn der 10-teiligen Dokumentation macht die Folge Aperitif, in der erst einmal grundlegendes über die Geschichte des Weins erzählt wird. Hierbei geht es aber nicht darum zu zeigen, wie ein Wein korrekt gelagert wird und bei welcher Temperatur er sein volles Aroma entfaltet, vielmehr zeigt die Fachfrau hier auf, wie der Wein zwar in immer mehr Haushalten Einhalt erfährt, dafür aber als Grundnahrungsmittel in den meisten Regionen an Bedeutung verliert. Während der Qualitätswein somit einen immer größeren Absatz findet, bekommen die Weinbauern und Winzer des einfachen Tischweins immer größere Absatzprobleme. Robinson reiste unter anderem zu diesen Landwirten und spricht mit ihnen über ihre Sorge. Sie berichtet von der immer größer werdenden Bedeutung, große Marktketten beliefern zu können und den verzweifelten Versuchen, in einem vollkommen neuen Weinmarkt einen Platz zu finden.
Nach der Einleitung widmen sich die nächsten Folgen immer einer bestimmten Rebsorte. Durch den Besuch verschiedener Anbaugebiete einer Traube auf verschiedenen Kontinenten bekommt man als Zuschauer einen guten Einblick, wie die Branche tickt. Es werden unter anderem Vergleiche zwischen dem klassischen Traubenanbau und der klassischen Weinerzeugung, wie sie meist in Europa betrieben werden, und der wissenschaftlich gestützten Weinerstellung, wie sie vor allem in Australien betrieben wird, gemacht. Während die Franzosen ihrem so entstandenen Chardonnay Charakter nachsagen und das australische Pendant langweilig und steril ansehen, findet der australische Winzer ebenfalls keine netten Worte für das Produkt der europäischen Konkurrenz und nennt ihre Arbeitsmethoden veraltet und überholt. Diese Geschichten sind es, die das Salz in der Suppe ausmachen und jede einzelne Folge zu einem kurzweiligen, unterhaltsamen und informativen Erlebnis werden lassen. Während die Geschichten über Personen aus der Branche erzählt werden, bei denen einem als Zuschauer so manches Schmunzeln entlockt werden kann, lässt die Weinkennerin immer wieder reichlich Wissen einfließen, so zum Beispiel wie man die Flasche am besten lagert und warum man diese besser nicht im Freien aufbewahrt. Am Ende wird man als Zuschauer zwar auch nicht detailliert wissen, wie genau die Traube zum Wein wird, dafür aber einen Einblick in die Geschichten hinter dem Wein und dem Geschäft erhalten. Wer mehr über den Umgang mit dem Wein erfahren möchte, wird wahrscheinlich ein wenig enttäuscht sein. Wer allerdings etwas über die geschichtliche Seite erfahren möchte, ist hier bestens aufgehoben.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild lässt fast durchweg mehr oder weniger starkes Rauschen erkennen, teilweise gibt es leichte Nachzieheffekte bei Kameraschwenks und die Schärfe ist nur durchschnittlich. Für eine Dokumentation ist es aber ausreichend gut gelungen und dürfte niemandem störend ins Gewicht fallen. Der Ton in Dolby Digital 2.0 ist stets gut zu verstehen und bietet keinen Anlass zum Klagen.
Extras gibt es keine auf den DVDs zu finden.
Fazit:
„Jancis Robinsons Weinkurs“ ist ein unterhaltsamer Ausflug in die Welt des Weines. Anstatt ihr Publikum mit trockenen Fakten zu strapazieren, präsentiert die Weinfachfrau Wissen in einer Mischung aus Anekdoten, lokalem Flair und teils herrlichen Aufnahmen. Wer Wein mag und sich auch nur ein bisschen für dessen Geschichte interessiert, wird sicherlich Gefallen an dieser lebendigen Doku finden.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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10 Episoden a ca. 29 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Jancis Robinsons Weinkurs
Jancis Robinson's Wine Course
Ein unterhaltsamer und informativer Ausflug in die Welt des Weins
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / UK, 1995 Regie: David Darlow u.a. Drehbuch: Jancis Robinson Darsteller: Jancis Robinson, Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Sauvignon Blanc, Syrah aka Shiraz, Riesling, Pinot Noir, Merlot
Label :
Icestorm Entertainment
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