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DVD-Besprechung - The Last Winter (2-Disc Special Edition)

Story:
In Alaska, einem der letzten unberührten Gebiete der Welt, wird das Expeditionsteam einer Ölgesellschaft von einer unsichtbaren Gefahr bedroht. Erst regnet es im arktischen Winter, dann kommt ein Crewmitglied gewaltsam ums Leben. Eine unheimliche Angst befällt das Team. Als auch noch das Versorgungsflugzeug abstürzt und sämtliche Kommunikationsmöglichkeiten zerstört sind, müssen sich zwei Mitglieder auf die lebensgefährliche Suche nach Rettung begeben ...

Meinung zum Film:
Was passiert, wenn man ein bisschen "The Day After Tomorrow" mit einer Prise "Blair Witch Project" und einem Hauch "Mindhunters" vermischt? Man erhält einen grandiosen Action-Thriller mit spannenden Mystery-Elementen? Weit gefehlt! Zumindest im Fall von "The Last Winter". Dieser als Öko-Horror vermarkteter Film entpuppt sich als die reinste Mogelpackung. Das fängt schon beim größten Problem des Films an - der furchtbar langweiligen Story, die sich ohne größere Entwicklungen vor sich hinschleppt und gar nicht erst den Versuch startet, auch nur im Ansatz logisch oder nachvollziehbar zu sein. Stattdessen bekommt der Zuschauer endlose aussagelose Dialoge vorgesetzt, die noch nicht mal etwas zur Handlung beitragen. Vielmehr geht es um ein Liebesdreieck innerhalb der Crewmitglieder und ähnlich interessante Angelegenheiten.

Bis nach der Hälfte des Films die erste Leiche entdeckt wird (der junge Schutzbefohlene des Chefs, der nach einem Ausflug in die Eiswüste durchdreht und nachts heimlich nackt im Frost verschwindet), passiert rein gar nichts. Aber wirklich überhaupt nichts. Lediglich die herannahende Umweltkatastrophe wird einem immer wieder halbherzig um die Ohren geknallt, ohne darauf einzugehen, was denn passieren wird, warum - und wieso ausgerechnet gerade jetzt. Der Teil, bei dem es dann etwas interessanter werden könnte (zwei Forscher brechen allein auf, um Hilfe zu holen) und auf dem man eigentlich den größten Part der nicht vorhandenen Handlung hätte aufbauen können, beginnt zehn Minuten vor Schluss des Films. Zehn Minuten, die beweisen, dass sich der Zuschauer geirrt hat, wenn er etwas in Richtung "Hey, jetzt muss ja noch passieren!" dachte.

Vielleicht wäre die fade Inszenierung (machmal hat man den Eindruck, der Kameramann würde jeden Moment einschlafen) noch ein bisschen erträglicher, wenn man halbwegs talentierte Schauspieler verpflichtet hätte. Doch die Darstellerriege wirkt durchwegs unmotiviert, uninspiriert und noch dazu völlig Fehl am Platz. Die meisten scheinen direkt aus einem Holzfäller-Drama entsprungen zu sein. "Kultstar"-Knautschgesicht Ron Pearlman ("Hellboy", "Die Schöne und das Biest"-TV-Serie) macht da keine Ausnahme und man muss sich erneut fragen, ob er seinen "Kult"-Status vielleicht nur den diversen Masken verdankt, die er in der Vergangenheit tragen durfte. Schauspielerisches Talent kann jedenfalls in "The Last Winter" nicht vermittelt werden. Selbst beim Anblick eines Stück Holzes werden mehr Emotionen geweckt... 

Digitale Aufarbeitung:
Die Qualität der DVD steht im krassen Gegensatz zu der des Films. Denn die technische Umsetzung ist tatsächlich hervorragend gelungen. Das Bild zeigt sich mit einer nicht optimalen, aber guten Schärfe sowie einem unauffälligen Rauschverhalten. Der Kontrast ist als Stilmittel bewusst etwas verfremdet und vermittelt eine kühle Atmosphäre. Tonspuren gibt es auf Deutsch und Englisch, die deutsche Fassung ist sogar wahlweise in dts abspielbar. Leider bietet der Film jedoch bis auf einen Flugzeugabsturz keinerlei Action, so dass das Effekt-Potenzial kaum ausgeschöpft werden kann. Alle Tonspuren bieten klar verständliche Dialoge und eine angenehme Klangkulisse.

Als Bonus gibt es neben dem Trailer und kurzen Interviews mit dem Regisseur und den Darstellern noch eine ausführliche Dokumentation über den Dreh, die mit einer Laufzeit von rund eineinhalb Stunden in etwa genauso lang ist wie der Film selbst - und im Gegensatz zu diesem sogar halbwegs interessant wirkt. 

Fazit:
Sunfilm legt hier eine wirklich schöne DVD vor. Schade nur, dass an dem Film einfach gar nichts stimmt. Schlechte Darsteller, schlechte Story und schlechte Inszenierung. Da kann selbst Pseudo-Superstar Ron Pearlman nichts mehr rausreißen. Wer einen spannenden Film zum Klimawandel sucht, bei dem auch was passiert, greift lieber zu "The Day After Tomorrow", während man in Bezug auf einen Mysterythriller, bei dem alle Figuren nach und nach auf ominöse Weise das Zeitliche segnen, mit "Mindhunters" deutlich besser bedient ist.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
96:53 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Interviews mit Regisseur und Hauptdarstellern
  • Produktionstagebuch
The Last Winter (2-Disc Special Edition) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Last Winter
The Last Winter

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
90 Minuten fröstelnde Langeweile


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, Island, 2006
Regie:
Larry Fessenden
Drehbuch:
Larry Fessenden
Darsteller:
Ron Perlman, James LeGros, Connie Britton, Kevin Corrigan, Jamie Harrold, Pato Hoffmann

Label Deutschland :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
31.01.2008