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DVD-Besprechung - Dead Eyes Open
Story:
Eine Gruppe junger Leute verschlägt es mit ihrem Van an eine nette Flussbiegung, wo sie gemütlich den Grill auspacken und ein paar Biere trinken. Christin (Tanja Waldmann) schaut sich ein wenig in der Gegend um, als sie von einem verwirrt wirkenden Mann in den Arm gebissen wird. Am nächsten Tag hat sich die Wunde enorm verschlimmert und Christin geht es immer schlechter. Auf der Suche nach Hilfe entdecken sie ein abgelegenes Haus, in dem eine merkwürdige Frau (Heidi Pauer) lebt und deren Garten eine tödliche Realität beherbergt. Keiner hat die neuesten Nachrichten gehört, denn die Toten haben begonnen, wieder aufzustehen und so beginnt der Kampf um das nackte Überleben.
Meinung zum Film:
Lünen, die Stadt auf der Schwelle zwischen Münsterland und dem Ruhrgebiet, ist zurzeit in der überörtlichen Presse wegen einer aktuellen Kohlekraftwerksdiskussion vertreten, doch sie hat auch etwas für Cineasten zu bieten. So gibt es z.B. das gediegene Lüner Filmfestival für den deutschen Film, welches im nächsten Jahr seine zwanzigste Wiederholung findet. Die 17. Auflage war aber auch der Anlass für eine Premiere der anderen Art, denn „Dead Eyes Open“ des Lüner Regisseurs Ralf Möllenhoff wurde auf der Leinwand uraufgeführt. Der gelernte Schauwerbegestalter ist seit seiner Jugend vom Horrorfilm beseelt und er liebt das Genre, das dem Zuschauer das Fürchten lehrt. Einer seiner Lieblingsfilme ist „Dawn of the Dead“ von Kultregisseur George A. Romero und er schaffte das schier unglaubliche für „Dead Eyes Open“, denn der Meister persönlich trat als Gaststar in der Rolle eines Wissenschaftlers vor Möllenhoffs Kamera.
Der Film selbst ist eine Low-Budget-Produktion, was man an den selbst hergestellten Kulissen durchaus sehen kann. Dies ist nicht weiter tragisch, sondern verleiht dem Geschehen vielmehr einen gewissen sympathischen Touch. Aus so wenig Möglichkeiten, die sich aus den monetären Grenzen ergeben, so viel herauszuholen, das lässt schon staunen, zumal das Horrormovie über die komplette Filmdistanz von gut 85 Minuten geht. Als Horrorfan kennt er das Genre aus dem Effeff, was sich positiv darauf auswirkt, dass seine Schockszenen gut gesetzt sind und man sie zwar erkennbar ausmachen kann, aber dennoch überrascht wird. In der Handlung wird erst recht spät deutlich, welche handelnde Person es bis zum Ende durchhalten wird und so tendiert der Zuschauer zunächst zu den beiden Jungs, die ein abgelegenes Haus unter die Lupe nehmen. Die Handlung streckt sich über mehrere Plätze wie den Fluss, das Haus oder dann zum Ende die Farm mit dem Showdown.
Gedreht wurde u.a. im idyllischen Landschaftsschutzgebiet an der Lippe, wovon der Landrat des zuständigen Kreises aber besser nichts wissen sollte. Die Locations sind sicherlich nicht die innovativsten, doch es muss hier immer der Maßstab „Geld“ angelegt werden. Kompromisse sind natürlich unausweichlich, aber das endgültige Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Spezialeffekte und die Masken sind hausgemacht, was man ihnen ansehen kann. Die schauspielerischen Leistungen sind unterschiedlich zu bewerten, da einige Passagen ein wenig aufgesagt wirken, während Roland Riemer als umtriebiger Farmer locker vor der Kamera spricht, als hätte er nie etwas anderes in seinem Leben getan. Dennoch zeigen die Amateure eine engagierte Leistung. Möllenhoff hat es sich aber nicht nehmen lassen, ein bisschen aus „Dawn of the Dead“ abzukupfern bzw. auf ihn anzuspielen. So gibt es ein Pendant zur Halsbissszene im Treppenhaus und der letzte Satz des Films spielt auf ein Kaufhaus auf der grünen Wiese an.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist nicht näher zu bewerten, denn aus künstlerischen Gründen wurden die Aufnahmen bewusst altbacken gehalten. Die gute alte Super-8-Kamera musste dafür herhalten, um die leicht wackeligen Bilder mit den so unterschiedlichen Qualitäten einzufangen. Teilweise wurde aber noch ein wenig nachgeholfen, um auch ganz sicher zu gehen, dass eine Bildschwankung zur Dramaturgie passt. Dem deutschen Stereoton geht es nicht anders und so präsentieren sich die Sprachaufnahmen etwas zerrissen, doch die Musikuntermalung passt wiederum gut.
Als Erstes findet sich als Extra ein nettes Making Of von rund 41 Minuten, in dem einige Akteure andeuten, dass sie ein wenig überrascht waren, wie viel Zeit solche Dreharbeiten verschlingen. Hauptdarstellerin Tanek Seranek wurde von der Intensität einer Szene derart ergriffen, dass sie angesichts eines Zombieangriffs in eine leichte Panik verfiel und sich härter gegen die „Untoten“ zur Wehr setzte, als sie eigentlich wollte. Zu Beginn des Making Of plaudern Möllenhoff und sein Nachwuchs über die Dreharbeiten und kommentieren damit gut 18 Minuten eine Fülle an Fotos vom Dreh. In einem weiteren Untermenü gibt es dann noch zwei Musikvideos. Eines vom Rapper Ma$$tino und das andere von der Rockband "The Gasoliners" und wer sich den Frontman von den Jungs mal ansieht wird sofort einen der Zombies aus dem Hauptfilm wiedererkennen.
Fazit:
„Dead Eyes Open“ ist eine ordentliche Low-Budget-Produktion aus deutschen Landen, die nicht auf den aktuellen Brutalo-Zug aufspringt, sondern eine klassische Horroratmosphäre erzeugt. Das Bild wurde bewusst auf alt getrimmt und lediglich die Dialoge wirken etwas blechern. Freunde des Genres werden hier sicherlich angetan sein.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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85:24 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Rap-Video von Ma$$tino
- Musikvideo von The Gasoliners
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Dead Eyes Open
Dead Eyes Open
Old-School-Horror vom Rande des Ruhrgebiets
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2006 Regie: Ralf Möllenhoff Drehbuch: Ralf Möllenhoff Darsteller: Tanek Seranek, Malte Gutkowski, Rocco Finamore, Marc-Oliver Zeyen, Roland Riemer, George A. Romero
Label :
MiG Film
Verkaufsstart : 03.07.2008
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