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Kino-Besprechung - Things to do!
Story:
Er ist 22 Jahre alt, lebt in einer WG und studiert an der Uni. Nachts jobbt er an der Tanke, einmal in der Woche telefoniert er mit seinem Vater. Casper (Robert Alexander Koch) scheint ein stinknormales Leben zu führen. Doch irgendetwas ist faul: Anderen Menschen geht er lieber aus dem Weg; statt Vorlesungen zu besuchen, hockt er den ganzen Tag auf seinem Zimmer. Mit seiner schrulligen Art eckt er bei seinen Mitbewohnern an, die ihn lieber heute als morgen vor die Tür setzen würden. Auch auf die Flirtversuche der überdrehten aber liebenswürdigen Lena (Sylwia Jalocha) reagiert er alles andere als herzlich. Die läßt sich von Caspers Macken jedoch nicht so leicht beirren und versucht, ihn aus der Reserve zu locken.
Meinung zum Film:
Die Low-Budget-Produktion "Things to do!" der jungen Indie-Filmcrew "KlappeDieErste! Media" ist die tragischkomische Story eines introvertierten, jungen Mannes, der nur auf den ersten Blick ein gewöhnliches Leben führt. Eigentlich alltägliche Situationen stellen Casper vor ungeahnte Schwierigkeiten, und selbst so banale Dinge wie der morgendliche Gang unter die Dusche sind mit kaum nachvollziehbaren Komplikationen verbunden. Die Gründe für diese wunderlichen Marotten bleiben zunächst schleierhaft, und der Zuschauer rätselt, ob er über den Protagonisten lachen, ihn verabscheuen oder bemitleiden soll. Insbesondere wenn er die selbst ein wenig durchgeknallte, aber ernsthaft um ihn bemühte Lena wiederholt vor den Kopf stößt, wünscht man sich, Casper packen und ihm die Flausen aus dem Leib schütteln zu können. Und genau daraus gewinnt diese kleine aber charmante Geschichte ihren Reiz.
Dramaturgisch gesehen ist der Film nicht frei von Makeln: Die als Nebenhandlung eingeflochtenen Szenen zwischen den WG-Mitbewohnern Marie und David hätten auf das Notwendigste reduziert werden sollen, lenken sie doch zumeist unnötigerweise von den Hauptcharakteren ab. Die Dialoge wollen nicht immer mit dem bodenständigen Szenario harmonieren: Da kommt mancher Satz schon mal arg gestelzt und unnatürlich raus, das ein oder andere Gespräch kratzt an der Grenze zum unfreiwillig Komischen. Insgesamt jedoch bewegen sich die Texte in einem noch akzeptablen Rahmen. Independent-Produktionen quasi inhärent ist ein gewisser Verschnitt bei der Güte der Schauspieler, hier jedoch überrascht der Film mit der Leistung seiner beiden Hauptdarsteller: Robert Alexander Koch überzeugt durch eine entwaffnend ehrliche Darbietung des verschrobenen Casper, und Sylwia Jalocha offenbart enormes Talent, indem sie der arg überdrehten Figur der Lena die notwendige Authentizität verleiht.
Ein landesweiter Kinostart von "Things to do!" ist derzeit leider noch nicht abzusehen. In Planung sind zunächst Vorführungen bei Filmfestivals und auf ähnlichen Veranstaltungen, später wahrscheinlich ein Release auf DVD. Wer Interesse hat, kann sich über den Webauftritt der "KlappeDieErste! Media" (http://kde.gerd-doliwa.de/) oder der eigens für den Film eingerichteten MySpace-Seite (www.myspace.com/ttdfilm) auf dem Laufenden halten.
Fazit:
Auf eine edle Optik und Orchestermusik muß das von Hollywood verwöhnte Publikum bei "Things to do!" verzichten, die Low-Budget-Wurzeln sind weder zu übersehen noch zu überhören. Kleineren Schwächen zum Trotz, werden sich Freunde des Independent-Kinos und solche, die es vielleicht noch werden wollen, dank einer interessanten Geschichte und der sympathisch-bizarren Charaktere, gut unterhalten fühlen.
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Things to do!
Things to do!
Ein Film über Wahrheit, Lüge ... und dreiste Simulation.
Autor der Besprechung:
Marcus Greger
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2007 Regie: Hendrik Röhrs Drehbuch: Hendrik Röhrs, René Rausch Darsteller: Robert Alexander Koch, Sylwia Jalocha, Ruth Fröhner, Stephan Lenze, Marco Soumikh, Norbert Eichstädt, Hannah Kobitzsch
Verleiher:
Kein Verleih bekannt
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