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DVD-Besprechung - Trapped Ashes

Story:
Ein Gruppe Besucher eines Filmstudios drängt den Führer, ein Haus besichtigen zu dürfen, das einst als Set für einen Horrorfilm diente. Als sie alle in einem Raum versammelt sind, schließen die Türen automatisch und auf Grundlage des Films versuchen einige der Eingeschlossen über das Erzählen von unglaublichen Geschehnissen aus ihrem Leben die Türen wieder zu öffnen.

Meinung zum Film:
„Trapped Ashes“ ist ein Episodenhorror in der Tradition der alten Episodenfilme, wie sie in den 60er Jahren von den Hammer Studios und Amicus veröffentlicht wurden. Dazu gehören Filmen wie „Die Todeskarten des Dr. Schreck“ oder „Totentanz der Vampire“. Bei seiner Hommage hielt sich Produzent und Drehbuchautor Dennis Bartok recht nah am Stil der Vorlagen, was vor allem auch hinsichtlich des Trash-Faktors der Geschichten zutrifft. Den Beginn macht mit „Girl with Golden Breasts“ sofort eine Geschichte, die vor lauter Skurrilität nur so glänzt. Unter der Regie von Altmeister Ken Russell („Die Hure“) entstand eine schrille Groteske um ein Sternchen im Filmgeschäft, das sich über eine Brustvergrößerung bessere Rollen verspricht, sich am Ende dann aber mit dem Eigenleben ihres Busen auseinandersetzen muss. Richtig spannend ist die Folge sicherlich nicht, dafür aber so abgehoben und bizarr in den Ideen, dass man das ganze fast schon wieder gut finden muss. Vorausgesetzt natürlich, dieser comichafte Trashfaktor des Episodenfilmes sagt einem grundsätzlich zu.

In der nächsten Episode „Evil Spirit“, die von Sean S. Cunningham („Freitag, der 13.“) inszeniert wurde, geht es ein wenig düsterer zu. Die Storyline hält sich an den Stil alter EC Horrorcomics und vermischt diese mit einer großen Portion Manga. In der Episode selbst gibt es Anime-Szenen zu sehen, was zu einem interessanten Ergebnis führt. Insgesamt stellt die Folge einen durchschnittlich guten Beitrag mit ordentlichem Unterhaltungswert dar, die in ihrer Stimmung deutlich düsterer daherkommt als sein Vorgänger. Die folgende Episode „Stanley´s Girlfriend“ kann da leider nicht ansatzweise mithalten. Es dauert recht lange, bis überhaupt erst mal ein Hauch von Spannung aufkommt und die Auflösung der Geschehnisse kann überhaupt nicht überzeugen. Die meiste Zeit über erzählt hier ein abgehalfterter Drehbuchautor im besten "Film Noir"-Stil über eine schicksalhafte Begegnung, die am Ende wohl ein wenig gruselig wirken soll, bei der dann aber schon die Frage aufkommt, wo der Horror bei dem Gezeigten nun eigentlich liegen soll.

Zurück kommt die Spannung beim letzten Beitrag „My Twin, the worm“, Hier wird die Geschichte eines Mädchens erzählt, das als Fötus gemeinsam mit einem Bandwurm, der wegen der Schwangerschaft nicht entfernt werden kann, im Mutterbauch wächst. Nach der Geburt hat sie in Gedanken einen Zwilling, was zu einigen bizarren Situationen führt und für kurzweilige Unterhaltung sorgt. Die Geschichte rund um die Gäste in dem Haus wurde von Joe Dante („Gremlins“) inszeniert und nach der letzten Episode hält auch die Rahmenhandlung noch eine kleine Überraschung für den Zuschauer bereit. Insgesamt erreicht "Trapped Ashes" zwar nur gutes TV-Niveau, doch zumindest in der Umsetzung, allerdings mit deutlichen Abstrichen bei der 3. Episode und beim Casting der Darsteller wurde ordentlich gearbeitet. Episoden-Horror-Fans erwartet gute Durchschnittskost, die aber eher durch ihre teils bizarren Einfälle zu unterhalten weiß als durch düstere Atmosphäre.  

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist recht durchschnittlich geworden. Vor allem kann die Schärfe nicht immer ganz überzeugen, stellenweise ist starkes Rauschen zu erkennen und die ein oder andere Überstrahlung, bzw. Doppelkontur gibt sich zu erkennen. Der deutsche Ton ist gut verständlich und bietet auch ein angenehmes Räumlichkeitsgefühl

Als Extra gibt es neben dem obligatorischen Trailer noch ein sehr ausführliches, ca. 53-minütiges Making Of, bei dem einige Beteiligte zu Wort kommen und auch Bilder vom Dreh zu sehen sind.

Fazit:
Wer Episodenhorror mit leichten Trasheinschlag in den Storylines nicht abweisend gegenüber steht, wird mit „Trapped Ashes“ sicherlich 100 überwiegend kurzweilige Minuten erleben. Der durchschnittliche Filmfreund mit Anspruch an den Inhalt eines Films dürfte hier aber wohl eher die Nase rümpfen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
100:06 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Trailer
Trapped Ashes - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Trapped Ashes
Trapped Ashes

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Von Killerbrüsten, Anime-Zombies, Film-Noir-Opfern und Bandwürmern


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Japan / Kanada / USA, 2006
Regie:
Joe Dante, Ken Russell, Sean S. Cunningham, Monte Hellman, John Gaeta
Drehbuch:
Dennis Bartok
Darsteller:
Henry Gibson, Jayce Bartok, Amelia Cooke, Michèle-Barbara Pelletier, Richard Ian Cox, Rob deLeeuw, Winston Rekert, Michasha Armstrong, Glynis Davies, Rob deLeeuw, Matreya Fedor, Lara Harris, Richard Heaven, Scott Heindl, Yoshinori Hiruma, John Saxon

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
25.01.2008