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DVD-Besprechung - Animal 2: Hard Justice

Story:
James "Animal" Allen (Ving Rhames) ist kaum aus dem Knast heraus, da findet er sich bereits erneut in einer Haftanstalt wieder. Um seinen ältesten Sohn Darius (Vicellous Reon Shannon) zu schützen, hat er selbst dessen ihm zustehende Gefängnisstrafe auf sich genommen. Darius wiederum übernimmt jetzt die Verantwortung für seinen jüngeren Bruder James Jr. (K. C. Collins). Im Knast gerät "Animal" jedoch an seinen alten Bekannten Kasada (Conrad Dunn), der ihn wieder für seine illegalen Kämpfe einspannen will. Als "Animal" sich weigert, schiebt Kasada James Jr. einen Mord in die Schuhe und setzt "Animal" damit unter Druck.

Meinung zum Film:
"Animal - Gewalt hat einen Namen" aus dem Jahr 2005 war vor allem ein naiv anmutendes Knastdrama mit erhobenem Zeigefinger, in dem Ving Rhames ("Pulp Fiction") zwar sympathisch herüberkam, in einigen Szenen aber schauspielerisch doch eher überfordert wirkte. Für eine Fortsetzung gibt sich der zweite Teil von "Animal" doch recht eigenständig. Die Bezüge zu "Animal" erschöpfen sich dann auch schon im direkten inhaltlichen Anschluss an die Schluss-Szene des ersten Teils. Diese bildet den Hintergrund für Animals erneute Gefängnisstrafe, die aber wiederum seinem ältesten Sohn, Darius, bekannt aus Teil 1, aber leider mit einem völlig anderen Schauspieler besetzt, die Möglichkeit bietet, Verantwortung für seinen jüngeren Bruder zu übernehmen, wie es sein Vater für ihn selbst getan hat. Regie führte diesmal nicht David J. Burke ("Edison"), sondern Ryan Combs ("Gangsterparty"), der mit seinen vorigen Werken aus dem Gangsta- und Ghettomilieu in Deutschland bisher nicht landen konnte. Drehbuchschreiber Jacob L. Adams zeigt bei seinem Debüt wenig Hang zu Innovationen und bedient sich lieber bei bekannten Versatzstücken ähnlicher Werke.

Trotz des martialischen Untertitels "Hard Justice" und Attributen wie "Harte Ghetto-Action" stehen Actionfreunde bei "Animal 2" auf verlorenem Posten. Anders als beim ersten Teil kann Ving Rhames in der Rolle des "Animal" hier nicht länger die Hauptrolle für sich allein beanspruchen. Mehrere recht eindimensional geratene Charaktere und diverse Nebenplots im Rahmen einer zwar handwerklich routiniert erzählten, aber ziemlich einfallslosen Geschichte ersticken jegliche Anflüge von handfester Action im Keim. Während des gesamten Films gibt es nur zwei kurze Kämpfe mit Ving Rhames innerhalb des Gefängnisses, ansonsten eine kurze Schnittfolge mit Ausschnitten weiterer Kämpfe. Diese lassen sich am ehesten als rohe Boxkämpfe auf engstem Raum charakterisieren, erweitert durch einige Tritte und kleinere Catch-Einlagen. Zumindest Ving Rhames kann aber im zweiten Teil darstellerisch eher überzeugen. Sein Auftreten ist wieder sehr sympathisch, seine körperliche Fitness wirkt immer noch beeindruckend und rührselige Szenen mit seiner Person hat man diesmal bewußt vermieden.

Leider reißt auch die Geschichte niemanden mehr vom Hocker. Der aufrechte Kämpfer wider Willen, der es mit einem korrupten Gefängnisdirektor, sowie dem heimlichen Herrscher des Gefängnisses, dem geschäftemachenden Alphatier unter den Häftlingen zu tun bekommt, ist wahrlich als abgedroschen zu bezeichnen. Die angedeutete Gefahr des Abgleitens auf die schiefe Bahn, in Person des jüngeren Bruders James Jr., sowie ein Konflikt unter Brüdern können das Steuer auch nicht herumreißen. Die darstellerischen Leistungen sind insgesamt solide, unternehmen aber angesichts der holzschnittartigen Charaktere keine Höhenflüge. Der Film ist zwar relativ vorhersehbar und actionarm, als wirklich langweilig kann man ihn aber nicht bezeichnen.  

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist glücklicherweise kein Vergleich zur DVD des ersten Teils, für die nicht nur der Begriff Schärfe ein Fremdwort war. "Animal 2" überzeugt hingegen mit guter Schärfe und zurückhaltenden, aber natürlichen Farben, Bildrauschen ist nur minimal vorhanden. Auch wenn der Film mit gleich vier Tonspuren aufwarten kann, sonderlich viel fürs Ohr wird bei diesem eher ruhigen Vertreter selten geboten. Zwar sind die Dialoge stets gut verständlich, einen bleibenden Eindruck kann aber lediglich ein Teil der musikalischen Untermalung hinterlassen.

Der Bonusbereich fällt ernüchternd aus. Neben dem Originaltrailer und einer Slideshow gibt es lediglich ein "Behind the Scenes"-Feature (26:56) und das auch nur in englischer Sprache ohne Untertitel. Da dieses Feature jedoch lediglich aus vielen recycelten Filmszenen, wenigen und zudem völlig uninteressanten Bildern von den Dreharbeiten, sowie extrem oberflächlichen Äußerungen des Regisseurs und der Darsteller, zur Story und den Charakteren besteht, sind eventuell anfallende Verständnisschwierigkeiten eh kein Grund zur Traurigkeit.  

Fazit:
"Animal 2" unterscheidet sich deutlich von seinem Vorgänger, zwar wurden einige Fehler des ersten Teils vermieden und auch Ving Rhames kann überzeugen, die zugrunde liegende Geschichte ist aber recht abgedroschen und linear. Zudem ist dem Film auch eine eklatante Actionarmut zu attestieren. Technisch ist die DVD dem ersten Teil weit überlegen, die Extras sind aber rar und qualitativ schwach.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
88:58 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Behind the Scenes
  • Originaltrailer
  • Slideshow
Animal 2: Hard Justice - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Animal 2: Hard Justice
Animal 2

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Hier bleibt der Tiger leider im Tank und auch der Story gelingt kein Ausbruch aus altbekannten Genre-Fesseln


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
Ryan Combs
Drehbuch:
Jacob L. Adams
Darsteller:
Ving Rhames, K.C. Collins, Vicellous Reon Shannon, Yannick Bisson, Deborah Valente, Conrad Dunn

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
25.01.2008