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DVD-Besprechung - Die Normannen kommen

Story:
Der verdiente normannische Ritter Chrysagom (Charlton Heston) übernimmt auf Weisung seines Fürsten im 11. Jahrhundert ein Lehen in Flandern. Nachdem die kriegerischen Friesen in die Flucht geschlagen sind, versucht Chrysagom ein gerechter Herr zu sein und seine Bürger ordentlich zu behandeln. Doch als ihm die schöne Bronwyn (Rosemary Forsyth) begegnet, steigt in ihm die Begierde nach der jungen Frau auf und er verstößt gegen alle Sitten und Bräuche, als er sie ihrem Bräutigam stiehlt. Erniedrigt wenden sich die Dörfler an die Friesen und stacheln sie an, den normannischen Posten einzunehmen.

Meinung zum Film:
Der ehrenvolle Ritterfilm spielt zurzeit eine etwas untergeordnete Rolle in der Filmlandschaft und neue Produktionen stehen derzeit aus. Mit „Die Normannen kommen“ bringt nun KochMedia eine überarbeitete Fassung des Klassikers heraus, dessen Hauptdarsteller Charlton Heston („Ben Hur“) eine echte Charakterrolle bekleidet. Als Gefolgsmann eines mächtigen Fürsten wird ihm eine Lehen in Flandern zugewiesen und er versucht aus dieser Aufgabe das Beste zu machen. Ihm ist klar, dass es nicht nur darum geht, die Vorzüge der Macht auszunutzen, sondern, dass die Menschen dieser Region auch auf seinen Schutz angewiesen sind. Im 11. Jahrhundert waren die Adeligen die allgemeine Ordnungsmacht und sie sprachen auch Recht. Die Bevölkerung hingegen leistete Frondienste als Gegenleistung für den Schutz, den ein solcher Herr bot.

Dieser Historienfilm ist kein quietschbunter Film mit farbenprächtigen Rüstungen, sondern eher der Versuch in Kostümen, Handlung und Sets diese Zeit zu reflektieren. Die Dramaturgie leitet sich von einem uralten Vorrecht ab, dem Recht der ersten Nacht, für das selbst der alte Lateiner die Bezeichnung „ius primae noctis“ schuf. Jeder Feudalherr hatte das Recht die Hochzeitsnacht mit der Braut zu verbringen und die Ehegatten hatten zähneknirschend das Nachsehen. Als der Ritter Chrysagon kampfesmüde das Lehen annimmt, trifft er die schöne Bronwyn und ist sofort entzückt von der blonden Untertanin. Die Jahre des ewigen Kämpfens haben in ihm den Wunsch nach Liebe erweckt und er kann sich ihr nicht entziehen. Er sieht nur einen Weg, wie er ihr Herz erobern kann, die Hochzeitsnacht und sein Recht mit ihr den Beischlaf zu vollziehen. Entgegen aller Gepflogenheiten macht er sie danach jedoch zu seiner Braut, was die Dörfler gar nicht nett finden, da dies so gar nicht zu den Traditionen gehört.

Der dargestellte Feudalismus wirkt schon sehr real, denn es wird nichts beschönigt oder verschwiegen. Abseits eines strahlenden „Prinz Eisenherz“ mit Pagenschnitt und stets edlen Motiven, muss sich Charlton Heston mit der schieren Realität herumplagen. Einerseits will er ein guter Regent sein, andererseits bringt er durch seine Liebe zu Bronwyn selbst seinen eigenen Bruder gegen sich auf. Schauspielerisch ist dieser Mammutfilm durchgehend sehenswert, was bis in die Nebenrollen gilt. Es ist eine Zeitreise in die dunkleren Zeiten Europas, in denen das Schwert regierte und sich die Macht bei einzelnen Männern konzentrierte. Weitgehend ist der Film recht dialoglastig und erst in der zweiten Hälfte ergibt sich eine wendungsreiche Schlacht um die Burg. Ebenfalls in dieser Phase ergeben sich die Verstrickungen zwischen den normannischen Herren und die Situation eskaliert ausgerechnet in dem Moment, wo Gemeinschaftsgeist gefragt ist.  

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wurde erstklassig überarbeitet und es ist kein wirklicher Makel an dem über 40 Jahre alten Material erkennbar. Erhalten wurde aber die Gesamtoptik, so dass nie die Idee aufkommt, es könne ein brandneue Aufnahme sein und so erhält sich der Charme des Films. Der Ton wirkt für das Alter recht differenziert und die Sprachausgabe ist sehr deutlich.

Ale Extra gibt es lediglich den Originaltrailer.

Fazit:
Man mag heute über Charlton Heston denken, was man will, aber „Die Normannen kommen“ ist eine seiner intensivsten Rollen, die der erzkonservative Schauspieler je hatte. Das realistisch wirkende historische Gewand, in dem sich die Story präsentiert, passt ihm und der übrigen Besetzung sehr gut. Technisch ist die DVD sehr gut umgesetzt worden.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
116:01 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Originaltrailer
Die Normannen kommen - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die Normannen kommen
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Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Ja, so waren die alten Rittersleut


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1965
Regie:
Franklin J. Schaffner
Drehbuch:
John Collier, Millard Kaufmann
Darsteller:
Charlton Heston, Richard Boone, Rosemary Forsyth, Maurice Evans, Guy Stockwell

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
25.01.2008