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DVD-Besprechung - Lizenz zum Heiraten

Story:
Als sich Sadie (Mandy Moore) und Ben (John Krasinski) entschließen zu heiraten, ahnt keiner der Beiden, welche Prüfungen ihnen in den nächsten 3 Wochen bevorstehen werden. Denn Reverend Frank (Robin Williams), der Sadies Wunsch-Pfarrer für die Trauung ist, unterzieht das Paar einer strengen Ehetauglichkeits-Prüfung. Und nur, wenn die beiden Liebenden am Ende in seinen Augen geeignet für die Ehe sind, wird er die Trauung auch durchführen.

Meinung zum Film:
“Lizenz zum Heiraten“ ist der erste größere Kinofilm von Regisseur Ken Kwapis, der zuvor durch Serien wie „Malcom mittendrin“ und der US-Version von „The Office“ für gute Unterhaltung beim Zuschauer sorgte. Während die Drehbuchautoren weitestgehend leere Vita vorzuweisen haben, konnten für die Rollen vor der Kamera einige namhafte Darsteller gefunden werden. Hauptdarsteller John Krasinski kannte den Regisseur schon bestens aus der gemeinsamen Zeit bei „The Office“ und mit Teenie-Star Mandy Moore („American Dreamz“) stand ihm eine Hauptdarstellerin zur Verfügung, die mit großem Zuspruch beim jüngeren Publikum rechnen kann. Der Part des fordernden Reverends konnte mit Hollywoodgröße Robin Williams („Nachts im Museum“) besetzt werden. In Nebenrollen sind noch Christine Taylor („Room 6“) als Sadies Schwester, Peter Strauss („Reich & Arm“) als ihr Vater, Roxanne Hart („Chicago Hope“) als ihre Mutter, Grace Zabriskie („Twin Peaks“) als ihre Großmutter, DeRay Davis („Codename: The Cleaner“) als Bens bester Freund und Brian Baumgartner („The Office“) als Teilnehmer an einem Gruppenkurs vom Reverend Frank zu sehen.

Obwohl sich die Liste der Darsteller durchaus als passend für eine leichte Komödie anhören mag, ist es letzten Endes die fehlende Erfahrung der Drehbuchautoren, die den Witz meist im Keim erstickt. Es ist kaum vorstellbar, dass selbst das Prüde und Konservative Amerika wirklich lachen kann über die Flachheit der Witze und dem Unsinn der Story. Wanzen, die in das Schlafzimmer der Brautleute in spe gepflanzt werden, Autofahrten im Straßenverkehr mit verbundenen Augen, Abende in einer dämlichen Selbsthilfegruppe und agressive Assoziationsspielchen im Kreis von Bens neuer Familie sind in ihrer Plattheit und Dummheit kaum noch zu unterbieten. Auch Satan’s little Helper, oder wie er offiziell genannt wird, Reverend Franks Chorknabe, beginnt durch seine aufdringlich, penetrante, naseweise Art schon recht früh zu nerven. Die Frage bei den beiden Quälgeistern kann am Ende nur lauten, wer mehr die Nerven des Publikums strapaziert, Robin Williams, der sich den Vorwurf eines deutlichen Fehlgriffs in der Rollenauswahl gefallen lassen muss, oder aber Josh Flitter („Ace Ventura 3“), dem man sein kindliches Gemüt zu Gute halten muss.

In der Geschichte werden die Probanten in einem ähnlichen Umfeld wie bei „Die Wutprobe“ auf aberwitzige Proben gestellt. Doch während Adam Sandler noch gezielt und von anderen bewusst von einer Peinlichkeit in die nächste getrieben wird, scheint Mandy Moore in ihrer Rolle in den übertriebenen Prüfungen kein Problem zu sehen. Obwohl ihr Charakter im Film als selbstbewusst und bestimmend erklärt wird, gibt sie sich jedem Quatsch des Reverends gedankenlos hin. Eine ernste Karriere scheint Miss Moore offensichtlich nicht mehr anzustreben, denn mit ihrem Auftritt als Sadie liefert sie den Kritikern reichlich Nahrung, die schon seit Jahren behaupten, dass sich ihr Talent lediglich auf ihr bezauberndes Grinsen beschränkt. Es lässt sich aber auch nicht leugnen, wie gut gelaunt sie jeden noch so großen Schwachsinn über sich ergehen lässt und ihre Filmfigur zu keiner Sekunde fragt, was die ganzen Schwachsinnsprüfungen überhaupt für einen Sinn haben kann, außer zwei Heiratswillige zu quälen. Der einzig weitestgehend normal agierende Charakter im Film ist Ben, der zwar keine Chance hat gegen die Übermacht an albernem Blödsinn anzukämpfen, sich aber immerhin dem vollen Mitgefühl des Publikums sicher sein kann, das genauso wenig verstehen wird, warum sich jemand dem ganzen Unsinn freiwillig unterwerfen kann. 

Digitale Aufarbeitung:
Beim Bild fällt recht schnell ein deutlich erhöhter Anteil bei den Rottönen auf, der zusammen mit teilweisen Unschärfen die Kritikpunkte des Bilds darstellen. Der deutsche Ton ist klar verständlich abgemischt und macht gelegentlich auch mit feiner Räumlichkeit auf sich aufmerksam.

Die Extras fallen überschaubar aus. Es gibt rund 13 Minuten nicht verwendeter Szenen, auf Wunsch mit Kommentar des Regisseurs, der erzählt, warum die Szenen nicht verwendet wurden, und ein paar kurze Clips, in denen der Chorknabe Hilfe für Anrufer einer Radioshow bereit hält.

Fazit:
„Lizenz zum Heiraten“ ist alberner Murks, der mit überzogenen Aktionen seitens des Reverends und unverständlichen Reaktionen der zukünftigen Braut für reichlich Kopfschütteln, aber nur wenig gute Unterhaltung sorgen kann. Was sich die Drehbuchautoren beim Schreiben des Skripts dachten, ist nicht nachvollziehbar.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
2,40:1
2,40:1
87:37 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Dänisch, Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Finnisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch
Bonusmaterial:
  • Zusätzliche Szenen mit Audiokommentar von Regisseur Ken Kwapis
  • Fragen Sie den Chorknaben
Lizenz zum Heiraten - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Lizenz zum Heiraten
License to Wed

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Die Wutprobe-Hochzeit


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
Ken Kwapis
Drehbuch:
Kim Barker, Tim Rasmussen, Vince Di Meglio
Darsteller:
Robin Williams, Mandy Moore, John Krasinski, Josh Flitter, DeRay Davis, Christine Taylor, Peter Strauss, Roxanne Hart, Grace Zabriskie, Eric Christian Olsen, Mindy Kaling, Brian Baumgartner, Rachael Harris

Label Deutschland :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart Deutschland :
31.12.2007