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DVD-Besprechung - Modigliani - Ein Leben in Leidenschaft
Story:
Das Jahr 1919 - der Maler Amedeo Modigliani (Andy Garcia) ist ein Teil der Pariser Kunstwelt und verkehrt im Café La Rotonde mit bedeutenden Künstlerkollegen wie Pablo Picasso (Omid Djalili), mit dem ihn auch eine besondere Rivalität verbindet. Im Gegensatz zu ihm ist Modigliani zwar auch in Kennerkreisen geschätzt, finanzieller Erfolg durch seine Arbeit war ihm jedoch nie vergönnt. Als Sklave seiner Leidenschaften, vor allem des Alkohols und der Drogen, lebt er zusammen mit seiner Geliebten Jeanne Hébuterne (Elsa Zylberstein), gesundheitlich schwer angeschlagen in ärmlichsten Verhältnissen. Zudem verwehrt Jeannes Vater, Achilles (Jim Carter), ihnen das gemeinsame Kind. Er stellt Jeanne vor die Wahl, entweder Modigliani zu verlassen, oder ihr Kind an die Fürsorge abzutreten.
Meinung zum Film:
Amedeo Modigliani, ein italienischer Maler und Zeichner, lebte von 1884 bis 1920, wobei er die Zeit ab 1906 in Paris verbrachte. Er starb bereits mit 35 Jahren an Tuberkulose und erlangte erst posthum eine größere Bekanntheit, ebenso wie seine Kunstwerke eine hohe Wertsteigerung. Seine Stilrichtung entzieht sich zeitgenössischen Kategorien, enthält aber Bezüge auf die Renaissance und greift z.B. auch Elemente afrikanischer Kunst auf. Über sein Leben existieren nur wenige verbürgte Dokumente, weshalb sich viele Legenden um seine Person gebildet haben. Mick Davis ("The Match") führte nicht nur Regie, sondern war auch der Drehbuchautor des Films. Als Regisseur weitgehend unbekannt umfasst seine Vita als Drehbuchautor so unterschiedliche Arbeiten wie die missglückte Fortsetzung "9 1/2 Wochen in Paris", das ungewöhnliche schwedische Psychodrama "Invisible - Gefangen im Jenseits", oder auch der in Deutschland nicht ungeschnitten erhältliche Jean-Claude-Van Damme-Streifen "Wake of Death". Die Hauptrolle in dieser europäischen Co-Produktion der amerikanischen "Lucky 7 Productions LLC" ("Citizen Verdict") übernahm Andy Garcia ("Das Leben nach dem Tod in Denver"), dessen Hauptrollen in bedeutenderen Produktionen mit den Jahren rar geworden sind.
"Modigliani - Ein Leben in Leidenschaft" ist eine Kombination aus filmischer Biographie und einem Drama. Die Authentizität des Films und der biographische Charakter sind aber leider alles andere als die starke Seite des Films. Der Film beginnt bereits mit einem einleitenden Text, der u.a. auf die frei erfundene Handlung hinweist, die lediglich in Grundzügen auf realen Ereignissen beruhen soll. So blendet der Film dann auch, bis auf wenige Rückblenden, nicht nur Modiglianis Biographie komplett aus, nein auch über seine Zeit als Bildhauer, seine Arbeitsweise, bzw. deren Evolution, oder gar seine Inspiration, bzw. Motivation erfährt man überhaupt nichts. Zentral für den Film ist sein letztes Lebensjahr, inklusive eines bevorstehenden Künstlerwettstreits im "Salon des Artistes", bei dem alles auf ein Duell zwischen Picasso und Modigliani hinausläuft, quasi das künstlerische Gegenstück zum Duell der Magier in "Prestige - Die Meister der Magie". Diesen Wettbewerb hat es allerdings wohl ebensowenig gegeben wie die Rivalität mit Picasso, auch die Umstände seines Todes gegen Ende des Films waren völlig andere und dienen lediglich der Dramaturgie. Zudem wurde der Film keineswegs in Paris gedreht, sondern es wurde vielmehr der kostengünstige Dreh in Rumänien gewählt. Auch wenn diese Wahl nicht so offensichtlich ins Auge fällt wie anzunehmen wäre, fehlt dem Film doch ein wenig das Flair des echten Paris.
Unter den Darstellern finden sich noch einige bekannte Gesichter, Lance Henriksen ("Die Reiter Apokalypse") ist kurz, kaum identifizierbar zurecht gemacht, zu sehen, Udo Kier ("Geister") hat einen fast dialogfreien Auftritt, markiert aber mal wieder die Tunte, das Model Eva Herzigova bestreitet einen talentfreien Auftritt als Picassos Frau und Jim Carter ("Top Secret") hinterlässt als Jeannes herzloser Vater einen starken Eindruck. Was dem Film leider fast völlig abgeht, ist eine echte Dramaturgie oder zusammenhängende Geschichte, vielmehr ergeht sich der Film in Modiglianis zahlreichen Drogenexzessen und bietet vor allem Schauwerte einzelner Szenen, sowie überladene, aber inhaltlich leere Symbolik, wie die Darstellung des imaginierten, inneren Kindes von Modigliani. Andy Garcia spielt leidenschaftlich auf, leidet aber darunter, dass das Seelenleben seines Protagonisten für den Zuschauer eine einzige undurchschaubare "Black Box" darstellt.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bild- und Tonqualität des Films hinterlassen einen unspektakulären, aber adäquaten Eindruck und können durchaus überzeugen. Auf der DVD befindet sich allerdings lediglich die deutsche Tonspur, auf weitere Sprachvarianten muß komplett verzichtet werden.
Das einzige Extra auf der DVD ist der Kinotrailer zum Film, aber auch nur in englischer Sprache. Diese Auswahl ist allein schon deshalb kontraproduktiv, weil der Film auf der DVD überhaupt nicht auf Englisch vorliegt.
Fazit:
"Modigliani" leidet als Künstlerbiographie darunter, dass er es mit der Authentizität alles andere als genau nimmt und zudem biographische Details fast komplett unterschlägt. Als Drama fehlt es dem Film vor allem an einer klar strukturierten Geschichte mit abgestimmer Dramaturgie, klaren Schwerpunkten, sowie einer gewissen inhaltlichen Tiefe, dafür vermittelt er aber in vereinzelten Szenen überzeugende Schauwerte und Lebendigkeit, hinzu tritt ein größtenteils stark aufspielendes Ensemble. Die DVD ist zwar technisch gut, enttäuscht aber durch fehlende Extras und mit lediglich einer Tonspur.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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122:40 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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Modigliani - Ein Leben in Leidenschaft
Modigliani
Mangelnde Authentizität, fehlende inhaltliche Schwerpunkte und eine reduzierte Hauptperson als Genussminderer
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Frankreich / Großbritannien / Italien / Rumänien / USA, 2004 Regie: Mick Davis Drehbuch: Mick Davis Darsteller: Andy Garcia, Elsa Zylberstein, Omid Djalili, Hippolyte Girardot, Eva Herzigova, Udo Kier, Lance Henriksen
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 28.02.2008
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