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DVD-Besprechung - Solstice
Story:
Nach dem Selbstmord ihrer Zwillingsschwester begibt sich Megan (Elisabeth Harnois) zusammen mit ihren Freunden zum alljährlichen Ausflug in die Abgeschiedenheit, in dessen Mittelpunkt eine kleine Sommerwendenfeier steht. In dem Haus ihrer Eltern angekommen wird Megan von geisterhaften Ereignissen heimgesucht und es hat den Anschein, dass es sich dabei um den ruhelosen Geist ihrer Schwester handelt, der ihr etwas sagen möchte.
Meinung zum Film:
Bereits 2003 erschien die dänsich-schwedische Co-Produktion „Midsummer“, die in Deutschland von Epix veröffentlicht wurde und auch in der jüngst erschienenen „Horror Collection“ zu finden war. 4 Jahre später griff der genre-erprobte Regisseur Daniel Myrick („Blair Witch Project“) das Thema auf und schuf ein Remake für den US-Markt, das nun auch im deutschsprachigen Raum erscheint. Die Teenager-Darsteller haben ihre bisherigen Lorbeeren in erster Linie in Gastauftritten vor allem in TV-Serien sammeln können, lediglich Shawn Ashmore dürfte einem breiten Publikum durch seine Auftritte als Iceman in den X-Men-Verfilmungen ein Begriff sein. Amanda Seyfried steht ihr erster große Auftritt noch bevor, wenn sie im Sommer 2008 in der Rolle der Sophie in der Verfilmung des Abba-Musicals „Mamma Mia!“ zu sehen ist. Dazu gesellt sich noch R. Lee Ermey, der sich als Gunnery. Sgt. Hartman in „Full Metal Jacket“ einen Platz unter den Kult-Filmcharakteren sichern konnte.
Was gleich zu Beginn des Films auffällt, ist die größtenteils gemächlich voranschreitende Geschichte. Bei einem Film mit geisterhaften Erscheinungen hat man als Zuschauer zu Recht die Hoffnung auf einige Gänsehautmomente. Doch diese sind hier eher spärlich gesät und lassen immer wieder größere Pausen folgen. Die Geschehnisse um den Selbstmord von Megans Schwester werden durch Rückblenden immer ein bisschen mehr erklärt, wobei schon recht früh bis zu einem gewissen Grad klar ist, was hier vorgefallen ist. Durch die Rückblenden zur tragischen Party mit tödlichem Ausgang wird die Stimmung in der Abgeschiedenheit immer wieder gedämpft, weswegen es deutlich besser gewesen wäre, diese Szenenhappen gleich zu Beginn am Stück zu bieten. Im Feriendomizil gibt es mit dem wortkargen Klischee-Redneck, der um seine vermisste Enkelin trauert, ohnehin geeignetes Zusatzmaterial in der Geschichte geboten, um für Bedrohung und Rätselraten zu sorgen. Die Charaktere an sich fallen durchweg allerdings vollkommen austauschbar aus, was den Sympathiefaktor jedes einzelnen deutlich drückt. Es gibt im Grunde niemanden, mit dem man als Zuschauer mitfiebern kann, was für einen Film aus dem Horrorgenre selten gut ist.
Durch geisterhafte Mythen und Voodoo-Zeremonien wird versucht, den Mysteriefaktor anzuheben, doch vieles wirkt einfach nur wie fauler Zauber und durch die viel zu kurzen Auftritte des Geistes will sich keine durchgehende Spannung aufbauen. Der Film verkommt oftmals zum Drama um ein trauerndes Mädchen, das versucht zu klären, warum ihre Schwester sich das Leben nahm. In ihrer Trauer kommt sie dann mit dem Ex-Freund eben jener zusammen und es tritt auch noch der attraktive Junge vom Laden an der Ecke ins Geschehen, der dann den Voodoo mit sich bringt. Am Ende gibt es dann die zu erwartende überraschende Wendung, die aber weder richtig überzeugen kann, noch den großen Schock bereit hält. Man nimmt die Geschehnisse hin und genauso wie die jungen Menschen anschließend ein flaues Gefühl in der Magengegend haben, glaubt man als Zuschauer, das Gefühl nicht loswerden zu können, zwar nicht unbedingt gelangweilt worden zu sein, aber auch nicht gerade große Spannung erlebt zu haben.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist sehr gut gelungen. Es bietet eine große Detailfreudigkeit und eine plastische Farbgebung. Nennenswerte Kritikpunkte bietet es zudem keine. Der deutsche Ton ist durchweg gut zu verstehen, allerdings fehlt es ihm ein wenig an Atmosphäre, da Umgebungsgeräusche kaum zu vernehmen sind.
Das Bonusmaterial erscheint auf den ersten Blick umfangreich, allerdings stellen lediglich die Interviews einen echten Mehrwert an Informationen dar. Allerdings nur dann, wenn man der englischen Sprache mächtig ist, da deutsche Untertitel fehlen. Die unkommentierte B-Roll, eine Bildergalerie und der Trailer sind eher nettes Beiwerk.
Fazit:
„Solstice“ ist zwar durchaus routiniert inszeniert, doch fehlt es ihm eindeutig an Spannung und sympathischen Charakteren. Für den kleinen Filmgenuss zwischendurch ist er sicherlich geeignet, für einen wirklichen empfehlenswerten Beitrag fehlt es ihm aber eindeutig an Atmosphäre und einer ausgefeilteren Geschichte.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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87:11 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Interviews (engl. ohne Untertitel)
- B-Roll
- Trailer
- Bildergalerie
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Solstice
Solstice
Zu wenig Spannung für eine Mystery-Geister-Film
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008 Regie: Daniel Myrick Drehbuch: Ethan Erwin, Marty Musatov, Daniel Myrick (basierend auf dem Film "Midsummer") Darsteller: Shawn Ashmore, Elisabeth Harnois, Amanda Seyfried, Tyler Hoechlin, Matt O'Leary, Hilarie Burton, R. Lee Ermey, Jenna Hildebrand
Label :
Bronson Entertainment
Verkaufsstart : 08.02.2008
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