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DVD-Besprechung - Freibeuter des Todes
Story:
Der Journalist Blair Maynard (Michael Caine) ist auf der Spur einer Reihe verschollener Schiffe in der Karibik. Bei seinen Recherchen nimmt er unfreiwillig seinen 12-jährigen Sohn Justin (Jeffrey Frank) mit, was er jedoch schon bald bereut. Denn nach einer Notlandung mit dem Flugzeug sind Vater und Sohn auf einer Insel gestrandet, die von einer Gruppe Piraten unter der Leitung von John David Nau (David Warner) bevölkert wird. Eine Möglichkeit zur Flucht gibt es nicht und die modernen Freibeuter haben auch schon Pläne mit den beiden Gestrandeten.
Meinung zum Film:
„Freibeuter des Todes“ basiert auf dem Roman „The Island“ von Peter Benchley. Zu den weiteren Arbeiten des Autors gehören unter anderem „Der weiße Hai“ und „Die Tiefe“. Regie bei der Verfilmung führte Michael Ritchie, der vor allem in den 80er-Jahren die eine oder andere Kultkomödie in sein Portfolio aufnehmen konnte, wie etwa die beide „Fletch“-Filme mit Chevy Chase und „Auf der Suche nach dem goldenen Kind“ mit Eddie Murphy. Für die Rolle des Journalisten stand mit Michael Caine („Gottes Werk & Teufels Beitrag“) ein anerkannter Darsteller zur Verfügung, der wie kaum ein anderer eine bunte Mischung aus ernsten Charakterrollen und simplem Unterhaltungskino in seiner Vita stehen hat. Den Bösewicht spielt David Warner („Waxwork“), der vor allem in Horror- und Fantasy-Produktionen auf sich aufmerksam machte.
Der Film gehört sicherlich zu den eigenartigsten Beiträgen, die die ohnehin schon recht obskuren 80er-Jahre hervorbrachten. Es handelt sich bei ihm um eine bunte Mischung aus Hochglanz-Action-Thriller und inhaltlich purem Trash, wie sie die Leinwand später nicht mehr sehen sollte. Es ist vor allem erstaunlich, wie Michael Caine die Rolle des Blair Maynard übernehmen konnte. Es gab sicherlich schon einige andere Kollegen vor ihm, die den unscheinbaren, eher schüchternen John Doe mimten, der unter Druck zum entschlossenen Einzelkämpfer mutierte – man denke nur an Dustin Hoffman in „Straw Dogs“ – aber kaum einer macht dabei das durch, was Caine auf der abgeschiedenen Karibik-Insel erleidet. Gedemütigt und als Spermien-Frischzellenkur für eine von Inzucht geprägte Horde Wilder ausgewählt, muss er unter anderem mit ansehen, wie sein Sohn einer Turbo-Gehirnwäsche unterzogen wird und in wenigen Tagen zu einem brutalen, gewaltbereiten Freibeuter wird.
Da können die Rebellengene nur mit der Muttermilch verabreicht worden sein, so nahtlos wie der Wandel hier vonstatten geht.
Wer bei dem Wort Freibeuter allerdings an die Romantik des roten Korsaren Captain Vallo denkt, ist auf dem Holzweg. Die hier dargestellten Gesellen sind raue Freaks, die durch ihre fehlende Hygiene eindeutig gezeichnet wurden und bei denen zusätzlich die jahrzehntelange Fortpflanzung innerhalb der Familie klare geistige Spuren hinterlassen hat. Wenn es in den Kampf geht, zeigt sich recht bald, dass die Rabauken sich hier zu Hause fühlen. Mit überzogener Action, die stellenweise nah am Klamauk grenzt, werden Schiffe geplündert und Eindringlinge vernichtet. Und es ist die wilde Mischung aus karibischem Flair, dreckigen Typen und unglaublicher Handlung, die diesen eigentlich als Vollpreis-Trash einzuordnenden Film zu einem Erlebnis werden lassen. Lediglich „Waterworld“ erreichte dies mit einem vielfach höherem Budget noch einmal. Nur nahm dieser sich wiederum viel zu ernst, als dass man diesen richtig unterhaltsam finden könnte. Bei „Freibeuter des Todes“ fällt es deutlich leichter, diesen als skurrilen Action-Spaß mit comichaften Charakteren zu genießen. Nicht umsonst gehört der Film für viele zu den Kultfilmen der frühen 80er Jahre.
Digitale Aufarbeitung:
Koch Media veröffentlicht den Film in einer weltweiten Erstveröffentlichung und zeigt dabei keinerlei Blöße. Das Bild ist wunderbar restauriert worden, die Schärfe verdient diese Bezeichnung und die Farben sind kräftig, Nennenswerte Defekte gibt es keine zu erkennen. Eine leichte Grobkörnigkeit ist zwar gegenwärtig, stört aber zu keiner Sekunde. Auch der deutsche Ton hat ein schönes Stereospektrum und hört sich ein wenig heller an als die englische Originalversion.
Als Extra gibt es die rund 30-minütige Super-8-Version des Filmes, die vor allem für Nostalgiker ein großes Vergnügen darstellen dürfte. Als weitere Extras gibt es noch den Trailer zum Film und eine Bildergalerie.
Ein wenig gewöhnungsbedürftig oder besser gesagt nicht sonderlich geschickt fällt die Aufmachung der Verpackung aus. Während der Schuber noch passend gestaltet wurde, findet sich als Inlay in der DVD-Hülle selbst nur ein Rundum-Szenenfoto aus dem Film. Hoffentlich ein Experiment, das keine Wiederholung finden wird.
Fazit:
„Freibeuter des Todes“ ist ein Film, der kaum zu beschreiben ist. Inhaltlich mit deutlicher Trash-Ausrichtung versehen, bieten Optik und Darsteller einen klaren Kontrast dazu. Diesen überzogenen Action-Kultfilm der 80er sollte man zumindest einmal gesehen haben, um sich selbst ein Bild von der wilden Mischung machen zu können.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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109:26 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Super-8-Fassung
- Trailer
- Bildergalerie
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Freibeuter des Todes
The Island
Nobler Trash-Film zeigen gut Frigg-Frigg!
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1980 Regie: Michael Ritchie Drehbuch: Peter Benchley (basierend auf seinem Roman) Darsteller: Michael Caine, David Warner, Angela Punch McGregor, Frank Middlemass, Don Henderson, Dudley Sutton, Colin Jeavons, Zakes Mokae, Brad Sullivan, Jeffrey Frank, Suzanne Astor, Susan Bredhoff
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 08.02.2008
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