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DVD-Besprechung - Allein gegen das Gesetz
Story:
Luisa Santini (Paola Pitagora) wird von einem Gericht zu 10 Jahren Haft wegen der Ermordung der Geliebten ihres Mannes verurteilt. Als sie nach 7 Jahren wegen guter Führung entlassen wird, erfährt sie, dass sie hereingelegt wurde und die vermeintlich Tote nun zusammen mit ihrem Mann in Rom lebt. Voller Wut erschießt sie die Frau und steht erneut vor Gericht wegen der Tat, auf Grund derer sie bereits 7 Jahre unschuldig hinter Gittern verbrachte. Rechtsanwalt Marco Manin (Terence Hill), der schon beim ersten Fall als Co-Verteidiger anwesend war, übernimmt die Verteidigung Santinis. Die Staatsanwaltschaft wird von Bezirksstaatsanwalt Turisi (Martin Balsam) vertreten, der auch damals schon die Anklage führte.
Meinung zum Film:
Wer das Cover von „Allein gegen das Gesetz“ betrachtet, wird sich wahrscheinlich auf den neuesten Action-Thriller freuen, der „Dem Kampf gegen die Mafia ein neues Gesicht gibt“. Gepaart mit der Aussage des deutschen Titels und einem Terence Hill („Mein Name ist Nobody“) mit der Waffe in der Hand wird ganz schnell eines erreicht – eine Erwartung beim Zuschauer zu wecken, die der Film anschließend unmöglich erreichen kann. Denn anstatt der Mafia auf den Pelz zu rücken, wird ein von persönlicher Eitelkeit und Karrieresucht motivierter Staatsanwalt gezeigt. Und anstatt mit der Waffe in der Hand gegen die Ungerechtigkeit vorzugehen, versucht es Terence Hill mit der Aufdeckung von Fakten und Apellen an die Menschlichkeit. Wer Action und einen harten Kampf gegen das Organisierte Verbrechen erwartet, wird somit zwangsläufig enttäuscht. Wer allerdings auf ein packendes Gerichtsdrama hofft, ist hier trotz anderslautender Angaben auf dem Cover genau richtig.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine von Paola Pitagora („Die perfekte Erpressung“) gespielte Frau, die unschuldig auf Grund von Indizien verurteilt wird, weil Staatsanwalt Teurisi seine Statistiken aufbessern will, was eine erfolgreiche Anklagevertretung betrifft. Martin Balsam („Delta Force“) spielt den eitlen Staatsvertreter in hervorragender Weise. Es wird schon recht schnell klar, dass es ihm schon lange nicht mehr um die Vertretung des Rechts geht, sondern einzig und allein um die eigene Karriere. Seinen Gegenpol stellt Terence Hill ebenfalls sehr ansprechend dar. Desillusioniert hat er schon bald nach der Verurteilung Santinis den alten Beruf an den Nagel gehangen und kommt nur noch einmal zurück auf die Bank des Verteidigers, um der Frau zu helfen, der seinerzeit großes Unrecht getan wurde und die nun erneut wegen der gleichen Tat bestraft werden soll, diesmal nur noch härter.
Die Stärke von „Allein gegen das Gesetz“ ist die Darstellung der Ohnmacht des Einzelnen gegen die Staatsmacht. Obwohl Turisi ganz genau weiß, dass er Luisa 7 Jahre ihres Lebens zu Unrecht genommen hat, nur weil er selbst von der Verurteilung profitieren wollte um aus dem kleinen Bezirk in die große Stadt Rom zu kommen, hält ihn das nicht davon ab, erneut mit ganzer Härte eine erneute Verurteilung zu fordern. Erneut nur aus dem Grund, um selbst noch weiter die Karriereleiter hinaufsteigen zu können. Im Kontrast dazu steht sein Privatleben, in dem er nicht in der Lage ist, seiner fremdgehenden Ehefrau angemessen die Stirn zu bieten. Doch Mitleid will sich beim Publikum deswegen keinesfalls einstellen, denn dieses hat längst die verzweifelte Luisa Santini komplett für sich eingenommen, die zusammen mit Rechtsanwalt Marin versucht, den scheinbar aussichtslosen Kampf gegen die Windmühlen der Justiz anzutreten. Freunde von Gerichtsdramen erwartet dabei allerbeste Unterhaltung mit dem Flair des italienischen Kinos der 70er Jahre.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist für eine italienische Produktion aus den frühen 70ern sehr gut aufbereitet worden. Die Schärfe kann naturgemäß zwar mit heutigen Produktionen nicht mithalten und Rauschen ist ebenfalls zu erkennen, doch versteht es das Bild mit seiner Klarheit und dem Fehlen von Störungen und Verschmutzungen zu glänzen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 ist stets gut zu vernehmen, an vorher gekürzten Stellen, die nicht deutsch synchronisiert vorlagen, ist der italienische Ton zu hören, versehen mit deutschen Untertiteln.
Bei den Extras hat man sich seitens Koch Media richtig Mühe gegeben und das Featurette "Un delitto di provincia" produziert, bei dem am Film Beteiligte über eine Laufzeit von rund 25 Minuten noch einmal die Arbeiten Revue passieren lassen. Hierbei werden zahlreiche Informationen preisgegeben, die für Freunde des Genres äußerst interessant sein dürften. Abgerundet werden die Extras durch den Trailer und eine Bildergalerie.
Fazit:
„Allein gegen das Gesetz“ ist nicht der auf dem Cover angepriesene Action-Thriller mit einem Kampf gegen die Mafia, sondern ein eher ruhiger Vertreter des Gerichtsdramas. In dieser Hinsicht ist er aber ein richtig guter Vertreter des Genres, den man sich nicht entgehen lassen sollten.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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94:30 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Italienisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Featurette: Un delitto di provincia
- Trailer
- Bildergalerie
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Allein gegen das Gesetz
Il vero e il falso
Ein fesselndes Gerichts-Drama mit bester Italo-Film-Atmosphäre
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 1972 Regie: Eriprando Visconti Drehbuch: Eriprando Visconti, Lorenzo Gicca Palli, Luigi Malerba Darsteller: Terence Hill, Paola Pitagora, Martin Balsam, Maria Teresa Albani, Rita Caldana, Shirley Corrigan, Adalberto Maria Merli
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 08.02.2008
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