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DVD-Besprechung - There Will Be Blood
Story:
Der skrupellose Ölmagnat Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) setzt sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts an die Spitze des gerade einsetzenden Erdölbooms. Seinen bislang größten Erfolg witterte der Einzelgänger, als er einen Tipp über ein riesiges unerschlossenes Ölfeld unter der Farm der Familie Sunday in der Kleinstadt Little Boston bekommt. Doch obwohl der Verkauf des Landes reibungslos verläuft und die Bohrungen vielversprechend anfangen, gibt es einige Probleme, als sich die Gemeinde unter der Führung des fanatischen Predigers Eli Sunday (Paul Dano) mehr und mehr gegen den Geschäftsmann stellt.
Meinung zum Film:
Paul Thomas Anderson hat sich in den letzten Jahren mit ungewöhnlichen Filmen wie „Boogie Nights“ und „Magnolia“ als außergewöhnlicher und faszinierender Filmemacher etabliert, und sein neuester Film „There Will Be Blood“ wird seinen Status als Meisterregisseur zweifellos enorm festigen. Dieser kunstvolle Kommentar zu den Themen Macht und Religion und deren fataler Kombination ist ein Meisterwerk, das einerseits mit seinen majestätischen Landschaftsaufnahmen und dem historischen Setting in eine Reihe großer Hollywood-Epen passen würde, andererseits aber auch erzählerisch neue Wege beschreitet und deutlich die Handschrift des Regisseurs trägt. Zurecht wurde dieser Film für acht Oscars nominiert und mit 2 Trophäen ausgezeichnet.
Über die anderen Aspekte des ohnehin gelungenen Films ragt ein Punkt besonders hinaus: Daniel Day-Lewis („Gangs of New York“) gelang hier eine der beeindruckendsten schauspielerischen Leistungen der jüngeren Kinogeschichte, die ihm einen Platz im Schauspielerolymp neben Robert DeNiro und Marlon Brando sichern könnte und die zurecht mit dem Oscar für den besten Hauptdarsteller gewürdigt wurde. Seine Figur ist intensiv und angsteinflößend und trotzdem fällt es dem Zuschauer nicht schwer, sich mit ihm in gewissem Maße zu identifizieren oder seine oft grausamen Handlungen zumindest nachzuvollziehen. In der Regel würde ein Film mit einer so wenig liebenswürdigen Hauptfigur wahrscheinlich scheitern, aber Day-Lewis‘ Leinwandpersönlichkeit strahlt eine derart faszinierende Aura aus, dass man sich keine Sekunde von ihm lösen möchte. Das muss man auch nicht, denn es gibt kaum einen Moment in diesem Film, in dem er nicht auf der Leinwand zu sehen ist. „There Will Be Blood“ könnte man fast als vollständige One-Man-Show bezeichnen, die Day-Lewis mit seiner einzigartigen Darstellung scheinbar mühelos schultert.
Natürlich treten neben einer so schillernden Hauptfigur die anderen Charaktere ein wenig in den Hintergrund, auch wenn die restlichen Schauspieler zweifellos ebenfalls sehr gute Arbeit leisten. Die zweitgrößte Rolle im Film ist die Doppelrolle von Paul Dano („Little Miss Sunshine“), der das Paar eineiiger Zwillinge Paul und Eli Sunday spielt. Hauptsächlich tritt er als der Prediger Eli auf, und auch wenn diese Darstellung für sich genommen als gelungen bezeichnet werden kann, schneidet der junge Schauspieler im direkten Vergleich mit Daniel Day-Lewis etwas schlechter ab, was sich in den gemeinsamen Szenen deutlich abzeichnet. In kleineren, aber dennoch beachtlichen Rollen treten Ciarán Hinds („Rome“), Kevin J. O’Connor („Gods and Monsters“) und der erst zehnjährige Dillon Freasier auf. Ein weiteres großes Highlight von „There Will Be Blood“ ist die Filmmusik vom „Radiohead“-Mitglied Johnny Greenwood. Der Score schafft mit ungewöhnlicher Instrumentierung ein Gefühl des Unbehagens und der drohenden Gefahr, das während des gesamten Films bestehen bleibt, mal stärker, mal weniger stark, ohne sich jedoch in den Vordergrund zu drängen. Bei einigen Momenten des Films kann man mit Bestimmtheit sagen, dass sie nur von der Musik leben.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut gelungen und trägt die Stimmung der Bilder perfekt. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 gibt sich in Sachen Verständlichkeit keine Blöße, in Sachen Raumfüllung fällt er aber eher zurückhaltend auf und überlässt dieses Feld in erster Linie der Musik.
Ein große Ernüchterung gibt es bei den Extras. Außer einem 15-minütigen Feature, in dem zeitgenössische Aufnahmen mit Szenen aus dem Film verglichen werden, während im Hintergrund der Soundtrack zu hören ist, gibt es hier nichts zu finden. (MT)
Fazit:
Daniel Day-Lewis‘ Darstellung alleine würde schon als Rechtfertigung genügen, diesen Film zu sehen. Doch auch das Drehbuch, die Regie und die wunderbare Kameraführung können voll und ganz überzeugen und transportieren die Geschichte über Macht, Geld und religiösen Fanatismus perfekt. Zart besaitete Gemüter oder Fans des reinen Unterhaltungskinos werden allerdings möglicherweise weniger Spaß mit dieser anspruchsvollen Horrorstory haben.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,40:1
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151:59 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Türkisch |
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Bonusmaterial:
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There Will Be Blood
There Will Be Blood
Ein düsteres Meisterwerk über Gier, Macht und Religion
Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007 Regie: Paul Thomas Anderson Drehbuch: Paul Thomas Anderson Darsteller: Daniel Day-Lewis, Paul Dano, Kevin J. O'Connor, Ciarán Hinds, Dillon Freasier
Label :
Miramax
Verkaufsstart : 07.08.2008
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