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DVD-Besprechung - John Rambo

Story:
Der Vietnam-Veteran John Rambo (Sylvester Stallone) hat sich endgültig aus der Zivilisation zurückgezogen und lebt als Schlangenjäger im thailändischen Dschungel. Als eines Tages eine Gruppe christlicher Missionare ihn bittet, sie mit seinem Boot in das von einem grausamen Bürgerkrieg geplagte Birma zu bringen, lehnt er zunächst ab, lässt sich schließlich aber dennoch von der idealistischen Missionarin Sarah (Julie Benz) überzeugen. Doch kurz nachdem die Gruppe in einem birmanischen Dorf angekommen ist, wird dieses von einer Miliz dem Erdboden gleich gemacht und die Missionare entführt. Rambo bekommt nun den Auftrag, eine Gruppe Söldner ins Feindesland zu führen, um die Gefangenen zu befreien.

Meinung zum Film:
Nachdem Sylvester Stallone bereits in „Rocky Balboa“ eine seiner beliebtesten Filmfiguren zu neuem Leben erweckt hat und der langen Filmreihe einen würdevollen Abschluss gegeben hat, nimmt er sich nun in „John Rambo“ nach 20-jähriger Pause seinem zweiten großen Actionhelden an. Wie auch beim vorherigen Film hat er selber das Drehbuch verfasst (mit Art Monterastelli), Regie geführt und natürlich die Hauptrolle übernommen. Und auch hier ist ihm ein Film gelungen, der qualitativ sehr viel mehr mit dem ersten Film der Reihe zu tun hat als mit den mittelmäßigen bis lausigen Fortsetzungen, mit denen er beide Reihen in den späten 80ern zugrunde gerichtet hat.

Und so hat der Film neben ausführlichen Actioneinlagen, in denen der 62jährige Stallone eine außerordentlich gute Figur macht, auch eine gewisse politische Dimension zu bieten. Der Bürgerkrieg und Völkermord in Birma (Myanmar), der schon seit 60 Jahren andauert, wird in „John Rambo“ schonungslos realistisch dargestellt und angeprangert. In Birma selbst ist der Film von der Militärregierung gar verboten worden und erfreut sich dank Raubkopien rasender Beliebtheit unter den Angehörigen der christlichen Karen-Minderheit, die die Opfer der militärischen Gewalt sind. Trotz allem ist „John Rambo“ natürlich im Herzen ein Actionkracher im Stil der 80er Jahre, in dem die Guten zutiefst gut und die Bösen nur böse sind und am Ende ihre gerechte Strafe erhalten. Seine Wurzeln im B-Movie verleugnet der Film nicht und verzichtet demnach freilich nicht auf Stereotypen und spektakuläre Kampfszenen. Aber wenn er das tun würde, wäre es auch kein echter Rambo-Film mehr; im Rahmen der Voraussetzungen der Filmreihe ist die Story sicherlich eine der besten denkbaren Varianten und vertritt im Gegensatz zum hurra-patriotischen zweiten und dem geradezu selbstparodistischen dritten Teil eine recht deutliche Anti-Kriegs-Botschaft.

Bei der von der FSK als "KJ" freigegebenen DVD-Fassung, bei der es sich um eine gekürzte Version der ohnehin schon gekürzten deutschen Kino-Fassung handelt, wurden ziemlich viele Sterbeszenen rausgeschnitten oder zumindest gekürzt. Nichtsdestotrotz ist der Film immer noch ein Blutbad, das an Brutalität selbst „Der Soldat James Ryan“ übertrifft und das aufgrund des realen Hintergrundes eine umso schockierendere Wirkung entfaltet. Wer in dieser Hinsicht empfindlich ist, wird also auch mit der gekürzten Fassung keinen Spaß haben. Zarte Gemüter greifen wahrscheinlich lieber auf die noch weiter gekürzte FSK-16-Version des Films zurück, während für Hartgesottene eine ungekürzte, von der SPIO/JK freigebene Version verfügbar ist.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen sehr guten Eindruck, bei dem vor allem die gesunde Schärfe zu Gefallen weiß. Aber auch hinsichtlich Kontrast und Farbgebung gibt es keinen Grund zur Kritik. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr gut abgemischt worden und in den Kämpfen wird zahlreicher Gebrauch von den Effektlautsprechern gemacht.

Die Extras fallen bei der Single-Disc-Version recht spärlich aus. Neben dem Trailer gibt es nur noch ein für das TV produziertes Making Of, das mit einer Mischung aus Statements, Bildern vom Set und Filmszenen nur am Rande Informationen vermittelt und dabei einen sehr hohen Werbefaktor aufweist. (MT)

Fazit:
Wer die harten und ehrlichen Actionstreifen der 80er mochte und diese in der heutigen Filmlandschaft vermisst, wird mit „John Rambo“ bestens unterhalten. Der Film ist ein sehr gelungener Abschluss der Reihe und kann sich qualitativ problemlos mit dem ersten „Rambo“ messen. Einen robusten Magen sollte man aber mitbringen, da die sehr realistischen Massaker für viele Zuschauer sicher zu heftig sind.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,40:1
2,40:1
85:21 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Trailer
John Rambo - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
John Rambo
Rambo

Bild unseres Mitarbeiters Adrian vom Baur
Stallone schickt auch seinen zweiten großen Actionhelden mit Würde in den vorläufigen Ruhestand


Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Deutschland, 2008
Regie:
Sylvester Stallone
Drehbuch:
Sylvester Stallone, Art Monterastelli
Darsteller:
Sylvester Stallone, Julie Benz, Paul Schulze, Matthew Marsden, Graham McTavish

Label Deutschland :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart Deutschland :
27.06.2008