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DVD-Besprechung - Schmetterling und Taucherglocke
Story:
Jean-Dominique Bauby (Mathieu Amalric) ist 42 Jahre alt, hat Kinder, eine Frau und eine Geliebte. Er liebt den Glamour, sowie schöne Frauen und ist vor allem durch seine Arbeit als Chefredakteur der Elle in diesen Welten zugegen. Er steht mitten im Leben, bis zu dem Tag, an dem sich alles wendet: Aus heiterem Himmel hat er einen Schlaganfall und fällt ins Koma. Als er nach 3 Wochen wieder aufwacht, ist nichts mehr so wie es war: Er kann sich nicht bewegen, nicht sprechen... doch er lernt, dass das Leben immer lebens- und liebenswert ist.
Meinung zum Film:
"Schmetterling und Taucherglocke" ist die bewegende Geschichte eines Menschen, der aus seinem scheinbar perfekten Leben gerissen wird. Sie basiert auf der wahren Geschichte des Jean-Dominique Bauby, der tragischerweise wenige Tage nach Veröffentlichung seiner Autobiografie im Jahr 1997 verstarb. Zu Beginn der Handlung erwacht Bauby, gespielt von Mathieu Amalric ("München"), aus dem Koma. Er denkt, er kann sprechen, doch schon bald merkt er, dass seine Worte nur in seinen Gedanken zu hören sind. Sein Körper ist vollständig gelähmt, anfangs unfähig zu kommunizieren, und so gerät er in schwierige Situationen. Innerlich schreit Bauby auf, will etwas ganz anderes, doch niemand versteht ihn. Diese erste Hälfte des Films sehen die Zuschauer durch seine Augen: Oft kann er seine Umgebung nur schleierhaft erkennen, nimmt die Welt um sich nur in einem gewissen Radius und fast wie ein Kind wahr. Die Sprachtherapeutin Henriette entwickelt mit Jean ein simples System, durch welches er sich mitteilen kann. Sein erster Satz: "Ich will sterben".
Nach den ersten Eindrücken, kann man ihn fast verstehen. Aber Bauby gibt nicht auf und schafft es so, sich wieder etwas aufzurappeln. Besonders bewegend sind seine Gedanken und Rückblicke: Jean stellt fest, dass sein Gedächtnis und seine Fantasie nicht gelähmt sind und er sich mit deren Hilfe an die unterschiedlichsten Orte bringen kann. Die Gedanken sind sein Schmetterling und wenn die Welt rings um ihn etwas leiser ist, kann er seinen Flügelschlag hören. In seiner Taucherglocke (seinem Körper) ist er gefangen. Immer wieder zeigen Rückblenden Baubys altes Leben, in dem er ein Mann war, der alles zu haben schien: Frau, Kinder, Geliebte und einen super Job. Doch mehr und mehr zeigen sich auch Zweifel in seinen Gedanken. Er beginnt seine Fehler im Leben zu bereuen, und dass er Menschen vernachlässigt hat, die ihm eigentlich wichtig sind. Auch für seine Kinder war er viel zu wenig da, doch nun kann er nicht mehr mit ihnen durch die Gegend tollen. Andererseits hat sich Jean-Dominique auch in dieser Situation eine wunderbar tragische Komik bewahrt, die dazu führt, dass der Kinobesucher trotz der ernsten Stimmung immer wieder schmunzeln muss.
Vollkommen zu Recht wurde "Schmetterling und Taucherglocke" in Cannes für die beste Regie ausgezeichnet und erhielt weiterhin 2 Golden Globes (unter anderem für den besten ausländischen Film). Auch wenn diese ernsthafte Thematik so manchen Kinobesucher abschrecken mag, werden Fans von authentischen, autobiografischen Filmen voll auf ihre Kosten kommen. Mathieu Amalric meistert seine Rolle mit Bravour, und auch das Team hinter der Kamera war nicht weniger gut besetzt. Janusz Kaminski ("Krieg der Welten"), der bereits zwei Oscars erhielt und mehrfach für die beste Kameraführung nominiert war, brachte seinen enormen Erfahrungschatz ein, was deutlich bei jeder Einstellung zu spüren ist. Der Kinobesucher hat das Gefühl, ein Teil des Films zu sein.
Digitale Aufarbeitung:
Die Farben der zum Test vorliegenden Schweizer Version des Filmes wirken etwas kraftlos, was aber nicht unbedingt störend ins Gewicht fällt und wahrscheinlich auch ein gewolltes Stilmittel darstellt. Die Schärfe ist gut ausgefallen, allerdings wirkt teils leicht erkennbares Rauschen ein wenig störend. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr gut zu verstehen und hat ein ausgeprägtes Stereobild, die Surroundkanäle kommen wie für das Genre üblich so gut wie nicht zum Einsatz.
Das Herzstück bei der Schweizer DVD-Version sind ein Making Of und eine Dokumentation, die beide einen Blick hinter die Kulissen werfen, Eindrücke vom Dreh vermitteln und die Künstler zu Wort kommen lassen. Es folgt noch ein rund 20-minütiges Interview mit dem Regisseur und abschließend noch der Trailer und eine Fotogalerie mit zahlreichen Bildern. (MT)
Fazit:
"Schmetterling und Taucherglocke" ist ein Film, der mit einfachen Mitteln begeistert. Fans von authentischen Filmen mit autobiographischem Hintergrund werden Jean-Dominique Bauby gern auf seiner dramatischen, erschreckenden und zweitweise lustigen "Reise" begleiten.
Technische Daten (Schweizer Version):
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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107:12 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Französisch Dolby Digital 5.1 | Französisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Dokumentation
- Interview
- Trailer
- Fotogalerie
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Schmetterling und Taucherglocke
Le Scaphandre et le Papillon / The Diving Bell and the Butterfly
Ein gefühlvoller, autobiografischer Film
Autor der Besprechung:
Sabine Hut
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich / USA, 2007 Regie: Julian Schnabel Drehbuch: Ronald Harwood Darsteller: Mathieu Amalric, Emmanuelle Seigner, Marie Josée Croze, Olatz Lopez Garmendia, Marina Hands
Label :
Senator Home Entertainment
Verkaufsstart : 09.10.2008
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