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DVD-Besprechung - Der Kuss des Vampirs
Story:
Gerald (Edward de Souza) und Marianne Harcourt (Jennifer Daniel) befinden sich gerade in den Flitterwochen, als ihrem Automobil in der Nähe eines Schlosses das Benzin ausgeht. Beide kehren in einem beinahe menschenleerer Gasthof ein. Dort sucht sie jedoch schon bald ein Abgesandter des Schlossherrn Dr. Ravna (Noel Willman) auf und lädt sie zum Abendessen ein. Professor Zimmer (Clifford Evans), der einzige andere Gast, warnt sie zwar vor einem Besuch des Schlosses, kann sie aber nicht aufhalten. Bei der zweiten Einladung, einem Maskenball, gerät Gerald aber tatsächlich in große Schwierigkeiten. Marianne ist verschwunden und Dr. Ravna wirft ihn hinaus, während er bestreitet, Marianne habe das Schloss je betreten.
Meinung zum Film:
"Der Kuss des Vampirs" entstand 1963 und war der dritte Vampirfilm der Hammer Studios nach "Dracula" sowie "Dracula und seine Bräute". Die Arbeiten an dem Film begannen folgerichtig unter dem Arbeitstitel "Dracula 3", letztendlich hatte der Film aber weder mit den Vorgängerfilmen noch mit dem legendären Dracula etwas gemeinsam. Auch Regisseur Don Sharp ("Rasputin - Der Wahnsinnige Mönch") war zu diesem Zeitpunkt noch ein absoluter Neuling im Horror-Genre. Bei den Hauptrollen glänzte die erste Garde von Hammer durch Abwesenheit, auf Christopher Lee ("Totentanz der Vampire") und Peter Cushing ("Dracula und seine Bräute") mußte deshalb verzichtet werden. Das Drehbuch zum Film schrieb Anthony Hinds ("Der Fluch von Siniestro")
"Der Kuss des Vampirs" beginnt zwar mit der Pfählung eines Vampirs durch eine Schaufel, entpuppt sich aber schnell als eher ruhiger Vertreter des Vampirhorrors. Die Spannung wird sehr gemächlich aufgebaut, die Bedrohung ist zunächst nicht greifbar und auch die oft genutzten unheilvollen Vorzeichen mehren sich hier zunächst nicht. Die Figur des versoffenen Vampirjägers, der offensichtlich ein Eremitendasein fristet, wird zwar spektakulär eingeführt, fristet danach aber zunächst eine Rolle als geheimnisvoller Mann im Hintergrund. Auch wenn der Film recht atmosphärisch daherkommt, macht sich doch schnell ein gewisser Mangel an Spannung bemerkbar. Weder das Schloss noch der Schlossher machen einen besonders mysteriösen oder beängstigenden Eindruck und auf Schockeffekte wird quasi während des gesamten Films komplett verzichtet, mal abgesehen von einer bereits aus "Dracula und seine Bräute" bekannten Szene, in der sich Vampirjäger Zimmer mit Hilfe glühenden Eisens einen Vampirbiss ausbrennt. Was zunächst noch auf einen subtilen Spannungsaufbau hindeutet, entpuppt sich leider schnell als ungewollte Schwäche des Drehbuchs. Für einen Vampirfilm mangelt es vor allem an klassischen Schauwerten, so handelt es sich hier nicht um einen Jahrhunderte alten Edelmann im wallenden roten Umhang, sondern vielmehr um einen ziemlich gewöhnlichen Mann, der eine Art Vampirkult anführt.
Der Eindruck, dass es sich hier weniger um einen Vampirfilm handelt als um eine Anspielung auf das okkulte Sektenwesen, wird noch durch zahlreiche andere Elemente untermauert. Marianne wird willenlos gemacht, Professor Zimmer sinniert über den Einfluss "gewisser Kreise" auf junge Menschen und Marianne wird schließlich von ihrer Bezugsperson, in diesem Fall Gerald, komplett abgeschottet. So bleibt es dann auch ein Geheimnis des Drehbuchs, wieso Gerald das Schloss einfach unbehelligt verlassen darf, oder wieso Professor Zimmer das Paar sehenden Auges ins Unglück ziehen lässt, während er sich später plötzlich entschließt gegen die Vampire des Schlosses ins Felde zu ziehen. Die wenigen innovativen Einfälle des Films wirken hingegen wenig durchdacht. Die Vampire können bei Tageslicht operieren, aber nur solange die Sonne nicht direkt scheint, eine wenig hilfreiche, aber sehr risikobehaftete Eigenschaft. Der Höhepunkt, bzw. Tiefpunkt des Films ist allerdings das Finale. Hier darf der Zuschauer der Fledermausversion von "Die Vögel" beiwohnen und sich die Frage stellen, wieso sich ausgerechnet ein Vampirjäger der Kräfte des Teufels bedienen sollte.
Digitale Aufarbeitung:
Das remasterte Bild dieses mehr als 40 Jahre alten Films ist eine wahre Augenweide und überwältigt den Zuschauer mit sehr guten Schärfewerten und satten, kräftigen Farben, ansonsten ist lediglich ein minimales Bildrauschen feststellbar. Beide Tonspuren warten mit einer guten Verständlichkeit auf, weisen allerdings ein leichtes Rauschen auf, die deutsche Tonspur klingt zudem ein wenig blechern. An zwei Stellen des Films gibt es nicht synchronisierte Szenen, für die deutsche Untertitel auswählbar sind.
Die DVD wird in einem ansprechend gestalteten Schuber mit Prägedruck ausgeliefert. Auf der DVD befinden sich der englische Kinotrailer zum Film sowie eine Bildergalerie mit seltenem Werbematerial, zudem liegt der DVD ein 16-seitiges Booklet mit interessanten Hintergrundinformationen bei.
Fazit:
"Der Kuss des Vampirs" ist das wenig vielversprechende Debüt des Genreneulings Don Sharp, der hier nicht nur auf die Stars der Hammerstudios, sondern auch auf einen langsam anziehenden Spannungsaufbau, den Einsatz von Effekten und Make-Up sowie ein plausibles Drehbuch weitestgehend verzichtete. Aufgrund der atmosphärisch relativ gelungenen Machart des Films dürfen eiserne Hammer- und Vampirfreunde einen Blick riskieren, mehr als Durchschnitt ist der Film aber nicht. Technisch besitzt die DVD hingegen Referenzqualitäten.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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84:43 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- 16-seitiges Booklet
- Original-Kinotrailer
- Bildergalerie mit seltenem Werbematerial
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Der Kuss des Vampirs
The Kiss of the Vampire
Ein eher schwacher Vampirfilm-Beitrag aus dem Hause Hammer, der unter akuter Spannungsarmut leidet
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 1963 Regie: Don Sharp Drehbuch: Anthony Hinds Darsteller: Clifford Evans, Edward de Souza, Noel Willman, Jennifer Daniel, Barry Warren, Peter Madden
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 22.02.2008
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