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DVD-Besprechung - Die Farbe des Krieges - Der 2. Weltkrieg in original Farbaufnahmen
Story:
"Die Farbe des Krieges" liefert bisher unveröffentlichtes Farbmaterial aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, sowohl aus privaten Archiven, als auch aus offiziellen Quellen. Das Bildmaterial wird ergänzt durch zeitgenössische Tagebucheinträge und Briefe, die von zwei Sprechern vorgetragen und durch erläuternde Kommentare von N24-Sonderkorrespondent Dieter Kronzucker ergänzt werden.
Meinung zum Film:
"Die Farbe des Krieges" ist eine elfteilige britische Dokumentationsreihe aus dem Jahr 2000, die damals als spektakuläre Neuheit erstmals kurz zuvor in Archiven aufgestöbertes farbiges Bildmaterial aus dem Zweiten Weltkrieg präsentierte. Dieses Material stammte sowohl aus privaten, als auch aus offiziellen Quellen, vergleichbares Bildmaterial findet sich aber mittlerweile in vielen weiteren Dokumentationen, wie z.B. in "Unser Krieg". Die Dokumentationsreihe wurde im Jahr 2005 erstmals von N24 in Deutschland ausgestrahlt, die englischen Kommentare wurden dabei deutsch synchronisiert.
"Die Farbe des Krieges" bezieht zwar auch Quellen von Angehörigen der Achsenmächte ein, nimmt aber ganz klar eine alliierte Sicht auf die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs ein. Die elfteilige Reihe untergliedert sich dabei nochmal in drei Unter-Dokumentationen. Die Folgen 1-3, "Das Reich des Bösen", "Die Welt in Flammen" und "Das Ende des Schreckens" befassen sich chronologisch mit der Rolle Deutschlands im Krieg, beginnen mit den ersten erfolgreichen militärischen Aktionen, die der Blitzkrieg-Taktik folgten, und enden mit der bedingungslosen Kapitulation des Dritten Reichs. Die Folgen 4-7, "Wie die Amerikaner an die Front zogen", "Amerika im Krieg", "Die Befreiung Europas" und "Entscheidung im Pazifik" legen ihren Schwerpunkt hingegen auf die amerikanische Perspektive vom Kriegseintritt der USA, bis zum endgültigen Triumph der Alliierten mit dem Sieg in Pazifik und der Kapitulation Japans. Die Folgen 8-11 schildern den Verlauf des Zweiten Weltkriegs aus der Sicht der Engländer und enden mit dem D-Day und dem Sieg in der Normandie.
Allein die Gesamtlaufzeit der Dokumentationsreihe wirkt zunächst gewaltig, das Bildmaterial ist zwar mittlerweile längst nicht mehr so spektakulär wie zur Entstehungszeit der Reihe, hat aber immer noch einiges sehr brisantes Material zu bieten. In diesem Zusammenhang sind sicherlich die Bilder erhängter, angeblicher serbischer Partisanen, Bilder aus dem Warschauer Ghetto oder Filmaufnahmen von den befreiten Konzentrationslagern zu nennen. Diese Tatsache war wohl auch ausschlaggebend für die Altersfreigabe ab 16 Jahren, die aber trotzdem nicht zu rechtfertigen ist. Problematisch ist der Einsatz des Bildmaterials ohne jegliche Quellenangabe. Es handelt sich hier nämlich keineswegs größtenteils um Privatmaterial, sondern auch um sehr viel farbiges Propagandamaterial. Die Aussagen der Zeitzeugen sind zudem ein Spiegel ihrer Lebensumstände und massiv von Propaganda beeinflusst. Umso schwerer wiegt das Fehlen eines sachlichen Korrektivs aus dem Off, zur Einordnung der Aussagen und Geschehnisse, sowie der sehr geringe Umfang an Hintergrundinformationen. "Die Farbe des Krieges" setzt ganz klar auf die Wirkung der Farbaufnahmen. Die Bilder bestimmen hier die inhaltliche Gliederung. Die Reihe vermittelt deshalb vor allem Eindrücke aus dieser Zeit, vermittelt jedoch keine umfassende Einordnung der Geschehnisse oder gar einen umfassenden Überblick. Zudem gibt es bei den drei Teilen der Dokumentation aufgrund ihrer zeitlich parallelen Konzeption viele inhaltliche Überschneidungen und Wiederholungen. Die gleichen Sachverhalte und historischen Ereignisse werden hier mehrmals abgehandelt.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität des farbigen Archivmaterials, aus dem die Dokureihe fast ausschließlich besteht, ist erstaunlich gut, insgesamt erwartet den Zuschauer hier gute TV-Qualität. Die englische Tonspur ist zu jeder Zeit gut verständlich, die deutsche Tonspur wurde aber leider als "Voice-over" über die englische Tonspur gelegt. Das Ergebnis ist deshalb leider wenig berauschend. Die sich überlagernden Tonspuren wirken störend und nagen an der Konzentration des Zuschauers. Englischkundige Zuhörer sollten daher die Originaltonspur wählen, inhaltlich gibt es nämlich außer Übersetzungsungenauigkeiten keine Unterschiede. Für die ersten drei Folgen ist allerdings keine Originaltonspur vorhanden. Die deutschen Sprecher können ebenfalls nicht so recht überzeugen.
Die Doku-Reihe wird in einem schick aufgemachten Dreier-Digipak mit Schuber ausgeliefert, Extras gibt es aber leider keine.
Fazit:
"Die Farbe des Krieges" bietet viel Bildmaterial fürs Geld und hat einige immer noch sehr eindringliche Farbaufnahmen zu bieten. Andererseits wird auch einiges an unspektakulärem Propagandamaterial aufgeboten, es mangelt in der Folge an Hintergrundinformationen und eine vernünftigen Einordnung des Quellenmaterials fehlt ebenfalls. Die deutsche Bearbeitung ist zudem wenig überzeugend, auch wenn die DVDs technisch absolut gelungen sind.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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11 Folgen à ca. 49 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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Die Farbe des Krieges
The Color of War
Dokureihe mit gigantischer Bilderflut, aber auch mit inhaltlichen Schwächen und diversen Wiederholungen
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 2000
Label :
Polyband
Verkaufsstart : 29.02.2008
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