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Kino-Besprechung - Im Tal von Elah
Story:
Kurz nach der Rückkehr von seinem Einsatz im Irak verschwindet ein Soldat direkt von der Basis in New Mexico. Sein Vater (Tommy Lee Jones), unterstützt von einer Polizistin (Charlize Theron) macht sich auf die Suche nach ihm. Dabei macht er Entdeckungen, die nicht nur den Glauben an seinen Sohn sondern auch seine Werte und Ideale erschüttern.
Meinung zum Film:
Der Einmarsch US-amerikanischer Truppen in den Irak im Frühjahr 2003 war von Anfang an Objekt vieler Kontroversen. "Im Tal von Elah" behandelt einen weiteren, bisher wenig beachteten Aspekt. Junge Soldaten im Einsatz stehen permanent unter martialischem Druck. Sie sehen sich der Gefahr, ihr eigenes Leben zu verlieren oder selbst einen Menschen töten zu müssen gegenüber. Dass man dadurch den Wert eines Menschenleben anders einschätzt, scheint nachvollziehbar. Und dass der Krieg nicht mit Verlassen des Irak endet, ist die Konsequenz.
Paul Haggis ("L.A. Crash", "Million Dollar Baby") zeichnet mit "Im Tal von Elah" ein düsteres Bild - von den Soldaten, die im Irak kämpfen, von den Verantwortlichen, die diesen Krieg führen als auch von den Amerikanern die an den Krieg glauben. Passend dazu sind die Schauplätze meist trostlose Bars, Motels oder staubige Präriekulissen. Die eigentlichen Träger des Films sind aber die hervorragenden Schauspieler. Charlize Theron ("Monster", "Aeon Flux") ist sich nicht zu schade, die wenig glanzvolle Rolle einer mittelmäßigen Polizistin zu spielen. Susan Sarandon ("Stepmom", "Elizabethtown") hat als Mutter des vermissten Soldaten zwar nur spärliche Auftritte. Diese füllt sie aber mit viel glaubhafter Emotionalität. Und letztendlich wandert der für den Academy Award nominierte Tommy Lee Jones ("Men in Black", "Rules of Engagement") den schmalen Grat zwischen gefühllosem Ermittler in einem Mordfall und Vater des Mordopfers. Jones trägt den Film nahezu im Alleingang - und das auf beinahe minimalistische Art und Weise.
Mit teilweise kargen Mitteln schafft Haggis einen meist spannenden Film, der immer wieder für Überraschungen gut ist. Viele fetzenhafte Szenen scheinen wie mit einer Handy-Kamera gedreht und gewinnen erst im Verlauf des Films an Konsistenz. Der Zuschauer weiß nie mehr als die Hauptakteure. Letztendlich ist "Im Tal von Elah" ein Krimi nach allen Regeln der Kunst. Vielleicht ist man als Europäer in Bezug auf den Irakkrieg schon zu weit sensibilisiert, aber Haggis' unverhohlene Kritik an Krieg und falschem Patriotismus wirkt teilweise zu plump und steigert sich gerade am Ende des Films zur Lächerlichkeit. Schade!
Fazit:
"Im Tal von Elah" hat alles was ein guter Krimi braucht: einen mysteriösen Mordfall, einen engagierten, mit persönlichen Problemen beladenen Ermittler, eine dichte Handlung, etwas nackte Haut und eine Verfolgungsjagd. Die Geschichte um psychisch vernarbte Kriegsveteranen ist gut aufgearbeitet und macht den Film auch aus gesellschaftspolitischer Sicht sehenswert. Letztendlich bleibt er aber ein Krimi - nicht viel mehr und nicht weniger.
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Im Tal von Elah
In the Valley of Elah
Morddrama mit viel Tiefgang
Autor der Besprechung:
Falk Ebert
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007 Regie: Paul Haggis Drehbuch: Paul Haggis, Mark Boal Darsteller: Tommy Lee Jones, Charlize Theron, Josh Brolin, Jason Patric, Susan Sarandon
Verleiher:
Concorde Film
Kinostart : 06.03.2008
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