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DVD-Besprechung - 10.000 BC

Story:
Der junge D’Leh (Steven Strait), Mitglied eines kleinen Stammes steinzeitlicher Mammutjäger, verliebt sich unsterblich in die schöne Evolet (Camilla Belle). Als eine Bande fremder Krieger sein Dorf überfällt und Evolet und viele andere Stammesmitglieder entführt, nimmt D‘Leh in Begleitung seines Mentors Tic’Tic (Cliff Curtis) und zwei weiterer Jäger die beschwerliche Verfolgung auf. Sie stoßen auf andere Stämme, die ebenfalls von den Sklavenjägern heimgesucht worden sind, und bilden schließlich ein Heer, mit dem sie gegen die mächtigen und fortschrittlichen Fremden antreten wollen.

Meinung zum Film:
Schon im Trailer von „10.000 BC“ bekommt man einiges zu sehen, was irgendwie nicht so recht zusammenpassen will. Da gibt es einerseits Steinzeitmenschen, Mammuts, gigantische Säbelzahntiger und dinosaurierartige Riesenvögel, andererseits werden aber auch schon Pyramiden gebaut und relativ modern wirkende Segelschiffe benutzt. Zu einem überzeugenden Bild einer prähistorischen Epoche, das durch den Titel und die Bildsprache suggeriert wird, lässt sich dies und der etwas halbherzige Einsatz von Magie und Prophezeiungen nicht zusammenfügen, selbst „Conan, der Barbar“ wirkt in der Hinsicht fast überzeugender. Bleibt also nur noch, den Film als Fantasy abzustempeln. Doch auch in Fantasy-Fiktion sollte eine stimmige Welt geschaffen werden, die in sich schlüssig wirkt. Darauf scheinen Roland Emmerich („Independence Day“) und sein Co-Autor Harald Kloser jedoch keinen großen Wert gelegt haben. Während der Verfolgung der Sklavenjäger durchqueren die weißen Rastafaris von D’Lehs Stamm zu Fuß innerhalb weniger Tage verschneite Steppen, tropische Regenwälder und glühend heiße Sandwüsten und treffen dabei auf Menschen von unter anderem asiatischem, schwarzafrikanischem, arabischem und europäischem Aussehen, die anscheinend alle ganz natürlich nur wenige Kilometer voneinander entfernt leben oder gar zum selben Stamm gehören.

Dieser geografische Mischmasch und die Steinzeit-Multikulti-Gesellschaft hilft der Glaubwürdigkeit des Films nicht gerade und unterstreicht die uninspirierte Schlampigkeit, die sich in fast jedem Aspekt des Films bemerkbar macht. Denn abgesehen von den rein historischen und wissenschaftlichen Unstimmigkeiten enthält auch der dünne Plot einige Logiklöcher. Schwerverletzte heilen scheinbar innerhalb eines Tages und oftmals verhalten sich die Figuren ziemlich unsinnig. Selbst wer sich aus Plausibilität nichts macht und bereit ist, sein Gehirn an der Kinokasse abzugeben, kriegt nicht viel geboten. Die Handlung ist schablonenhafte Standardkost voller Klischees und die Figuren sind eindimensional und völlig uninteressant. Auch den Schauspielern gelingt es größtenteils nicht, den Charakteren Leben einzuhauchen, mit der möglichen Ausnahme von Cliff Curtis („Whale Rider“), der seine Rolle als Mentor recht gekonnt verkörpert, letztlich aber nicht viel aus der flachen Figur rausholen kann. Der Hauptdarsteller Steven Strait („Sky High“) bleibt ziemlich farblos und auch Camilla Belle („Unbekannter Anrufer“) fällt nicht positiv auf, während ihre unecht aussehenden blauen Kontaktlinsen ziemlich irritierend wirken.

Als letzter möglicher Bonus bleiben noch Action und Effekte, aber auch damit kann der Film nicht wirklich punkten, da sich der Actionanteil insgesamt in Grenzen hält und wenn dann sehr konventionell inszeniert ist. Die Effekte sind teilweise recht gelungen, die Mammuts sehen beispielsweise meistens überzeugend aus, an anderen Stellen sieht man den zugegebenermaßen hübsch designten Kreaturen und Gebäuden ihre digitale Herkunft jedoch recht deutlich an. Insgesamt hat man auf jeden Fall in der „Herr der Ringe“-Trilogie und anderen aktuellen Effektkrachern schon sehr viel Besseres gesehen.  

Digitale Aufarbeitung:
Wenn „10'000 B.C.“ auch storytechnisch und inhaltlich nicht zu überzeugen vermag, so ist der Film in visueller Hinsicht eine Empfehlung wert. Denn wer ein möglichst großes Bild und eine gute Soundanlage sein Eigen nennen kann, der wird in technischer Hinsicht für die restlichen Mängel ein wenig belohnt. Das Bild ist sehr gut, weist keine Verschmutzungen auf, verfügt über eine gute Schärfe, kräftige Farben und einen gelungenen Kontrast. Der Sound sorgt bei den Szenen im Dschnungel und beim großen Finale für urzeitliche Stimmung im Heimkino und macht mit dem Bass ziemlich Druck. Also zurücklehnen, Kopf abschalten und genießen!

Die Single Edition beinhaltet keine Extras. (ml)

Fazit:
Emmerichs Ausflug in die Steinzeit leidet an flachen Figuren, einer papierdünnen Handlung und einem hoffnungslos unplausiblen Setting. Auch die konventionell in Szene gesetzte Action und die durchwachsenen Effekte können nicht überzeugen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,40:1
2,40:1
104:29 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Italienisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Spanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Italienisch, Italienisch für Hörgeschädigte, Spanisch
Bonusmaterial:
10.000 BC - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
10.000 BC
10,000 B.C.

Bild unseres Mitarbeiters Adrian vom Baur
Uninspirierter und unglaubwürdiger Steinzeit-Trip


Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, Neuseeland, 2008
Regie:
Roland Emmerich
Drehbuch:
Roland Emmerich, Harald Kloser
Darsteller:
Steven Strait, Camilla Belle, Cliff Curtis, Joel Virgel, Mo Zinal

Label Deutschland :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart Deutschland :
07.07.2008

Vertrieb Schweiz :
Warner Home Video Switzerland
Verkaufsstart Schweiz :
27.06.2008