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Kino-Besprechung - Horton hört ein Hu

Story:
Eines Tages findet der sympathische Elefant Horton (Jim Carrey/Christoph Maria Herbst) in seiner Heimat, dem Dschungel von Nümpels, auf einer Blume ein winziges Staubkorn, auf dem sich eine ganze Stadt befindet, die von den mikroskopischen Hus bevölkert wird. Dem Bürgermeister von Hu-Heim (Steve Carell) verspricht er daraufhin, das Staubkorn an einen sicheren Platz zu bringen. Doch das tyrannische Känguru (Carol Burnett/Anke Engelke), die die Hus weder hören noch sehen kann, ist überzeugt, dass Horton sich das alles nur ausgedacht hat und verlangt, dass er die Blume samt Staubkorn sofort zerstört, weil sie keine derartigen Albernheiten in ihrem Dschungel duldet. Um die Zerstörung sicherzustellen, setzt sie den fiesen Adler Vlad (Will Arnett) darauf an. Kann Horton die Bewohner von Hu-Heim trotzdem retten?

Meinung zum Film:
Nach einer etwas kraftlosen Adaption der fantasievollen Welt des William Joyce („Robots“) versuchten sich die Animationskünstler von Blue Sky („Ice Age“) nun erneut an einem großen amerikanischen Kinderbuchklassiker. Im Grunde sogar dem Klassiker überhaupt: Theodor Geisel, besser bekannt als „Dr. Seuss“, der Erfinder des Grinch, der „Cat in the Hat“ und eben von Horton dem Elefanten. „Horton Hears a Who“ ist ein in den USA sehr beliebtes Kinderbuch und wurde bereits 1970 von Chuck Jones (diverse „Looney Tunes“-Filme) recht gelungen in einen TV-Zeichentrickfilm umgesetzt. In den letzten Jahren gab es mit „Der Grinch“ und „Ein Kater macht Theater“ einige Versuche, die Welt des charmanten Autors und Zeichners in Realfilme umzusetzen, was jedoch scheiterte, in letzterem Fall sogar kläglichst. Also kehrt man jetzt wieder zum Animationsmedium zurück, wo die Fantasie des Dr. Seuss sich ohne physische Einschränkungen umsetzen lässt. Wie es der Geist der Zeit diktiert, hat man dafür natürlich nicht mehr auf den klassischen Zeichentrick zurückgegriffen, sondern bringt die Figuren mit modernster Computeranimation auf die Leinwand.

Und das sieht auch mächtig beeindruckend aus. Die Figuren sind sehr nah an den Originalzeichnungen und doch brilliant plastisch umgesetzt. Die Hintergründe wirken sogar oft eher wie gemalt als digital modelliert und schaffen es, den Charme der Vorlage zu transportieren. Sowohl von der Gestaltung und Animation als auch von der Technik her wäre dies kaum besser vorstellbar. Die Hauptrollen hat man im englischen Original, wie derzeit üblich, mit sehr prominenten Stimmen besetzt, allen voran Jim Carrey („Der Grinch“) als Horton und Steve Carell („Jungfrau (40), männlich, sucht“) als Bürgermeister von Hu-Heim. Diese überzeugen jedoch nicht nur durch ihre Prominenz, sondern erfüllen die Figuren auch mit Leben und sorgen für zahlreiche gelungene Gags.

Inhaltlich enttäuscht der Film ebenfalls nicht. Die Geschichte ist kinderfreundlich und doch spannend und an guten Lachern mangelt es in keinem Moment. Dazu kommen sympatische Figuren und die wunderbare Reimsprache des Dr. Seuss, die einen Großteil von dessen Faszination ausmacht. Leider hat man es nicht gewagt, sich völlig auf Dr. Seuss‘ zeitlosen Charme zu verlassen und hat den Humor an einigen Stellen etwas modernisiert, was den Film möglicherweise schlecht altern lässt. So gibt es zum Beispiel eine kurze Zeichentricksequenz im Anime-Stil, die sich nicht so recht in den Film eingliedern will. Auch scheinen einige Male die allzu gebräuchlichen inhaltlichen Konventionen und Strukturen kontemporärer Hollywood-Animationsfilme durch, inklusive einer etwas deplatziert wirkenden Musiknummer am Ende des Films. Dies hindert den Film daran, ein voll und ganz durchschlagender Erfolg vom Kaliber eines „Findet Nemo“ zu werden, insgesamt handelt es sich aber definitiv um einen sehr gelungenen Kinderfilm und eine der besten Dr.-Seuss-Umsetzungen bisher.


Fazit:
"Horton hört ein Hu" ist ein warmherziger Animationsfilm und ein großer Spaß für Groß und Klein. Er kann mit sympathischen Figuren, vielen guten Lachern und wunderschönen Bildern aufwarten.

Horton hört ein Hu - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Horton hört ein Hu!
Horton Hears a Who!

Bild unseres Mitarbeiters Adrian vom Baur
Eine beinahe einwandfreie Adaption des Kinderbuchklassikers


Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Jimmy Hayward, Steve Martino
Drehbuch:
Cinco Paul, Ken Daurio
Darsteller:
Jim Carrey, Steve Carrell, Carol Burnett, Will Arnett, Seth Rogen

Verleiher:
20th Century Fox
Kinostart Deutschland :
13.03.2008