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DVD-Besprechung - Memory

Story:
Nachdem Dr. Taylor Briggs (Billy Zane) während eines Brasilienaufenthalts in Berührung mit einem mystischen Pulver kommt, wird er immer häufiger von erschreckenden Visionen einer maskierten Gestalt geplagt. Recht bald findet er heraus, dass das Pulver ihn in die Lage versetzte, die Erinnerungen eines Elternteils zu sehen. Eine erschreckende Erkenntnis überkommt ihn mit dieser Einsicht, denn offensichtlich war einer seiner Eltern ein Serienkiller, der es auf kleine Mädchen abgesehen hatte.

Meinung zum Film:
Filme, deren Spannung darauf beruhen, dass der Protagonist von Visionen geplagt werden, die er selbst nicht zuordnen kann, gibt es einige. „Memory“ geht allerdings einen etwas anderen Weg in seiner Auslegung des Grundthemas, indem er sagt, dass Erinnerungen genetisch vererbt werden können. Dieses Wissen schlummert in jedem ungenutzt und kann nur über eine Droge namens DNT, die von der menschliche Zwirbeldrüse hergestellt wird, nutzbar gemacht werden. Regie-Neuling Bennett Davlin macht aus diesem Umstand im Film auch kein großes Geheimnis und lässt hier bereits sehr früh die Katze aus dem Sack. Die Spannung erzielt der Film dann aus der Jagd nach dem Killer, dessen Taten Briggs in seinen Visionen immer wieder miterleben muss.

Eines darf aber keinesfalls verschwiegen wegen – der B-Faktor des Drehbuchs. Einiges wird hier auf der Überholspur präsentiert, wie etwa das Zusammenkommen von Briggs und der Malerin Stephanie Jacobs (Tricia Helfer / „Battlestar Galactica“). Zusätzlich erscheint es vor allem auch ein wenig sehr weit hergeholt, was im Zuge der Ermittlungen durch Briggs herausgefunden wird und wo es ihn als nächstes hinführt. In der ersten Hälfte des Films hält sich das Tempo noch ein wenig zurück und abgesehen von den Visionen ist Spannung nur selten zu erleben. Doch mit der 2. Hälfte ändert sich dies und mit der Vertiefung der Ermittlungen ziehen auch Tempo und Spannung deutlich an. Die Auflösung ist dann nicht sonderlich überraschend, da die Geschichte bis dahin ohnehin nur wenige annehmbare Möglichkeiten zum Ausgang anbietet und sich eine der wenigen bei ein bisschen Aufmerksamkeit auch recht schnell ausschließen lässt. Dem guten, aber dennoch oberflächlichen Unterhaltungswert tut dies jedoch keinen Abbruch.

Was den Film vor allem über die Schwachpunkte hinweg hilft, sind vor allem die Darsteller. Billy Zane („Titanic“) ist eine gute Besetzung für die Figur des Dr. Taylor Briggs und er schafft es gleich von Beginn an, Sympathiepunkte zu sammeln. Battlestar Galacticas "Number Six“ Tricia Helfer kämpft bravourös gegen die schwammige Auslegung der Stephanie Jacobs an, was teilweise zwar nicht ganz gelingt, aber immerhin kann sie durch ihren Charme ein wenig die Schwächen übertünchen. Mit Dennis Hopper („Easy Rider“) und Ann-Margret („An jedem verdammten Sonntag“) spielen zwei Hollywoodgrößen die elterlichen Freunde an der Seite von Taylor und sorgen durch ihre Anwesenheit für ein wenig Glanz. Auch Terry Chen („Snakes on a Plane“) hinterlässt in der Rolle als Terry bester Kumpel einen guten Eindruck. Letzten Endes sind es sicherlich die guten Darsteller, die „Memory“ ein wenig über den durchschnittlichen B-Movie-Thriller heben, die offensichtlichen Schwächen des Skripts in den Hintergrund drängen und für kurzweilige Unterhaltung bei Thrillerfreunden sorgen werden.  

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist auf einem durchschnittlichen Niveau. Vor allem die Details könnten etwas schärfer ausfallen und Rauschen macht sich stellenweise ebenfalls immer wieder bemerkbar. Der deutsche Ton ist stets gut zu verstehen, allerdings spielt sich alles weitestgehend in der Front ab.

Wer möchte, kann sich den Film mit einem deutsch untertitelten Audiokommentar ansehen, bei dem Regisseur Bennett Davlin, sein Co-Drehbuchautor Anthony Badalucco und Produzentin Jeannette Weinstein zu hören sind. Das Trio gibt es auch in einem rund halbstündiges Making Of zu sehen, in dem ein wenig am runden Tisch aus dem Nähkästchen und über den Weg vom Roman zum Film geplaudert wird. Es folgt noch der Film in rund 99 Minuten in Storyboardbildern, die vom Regisseur und seinem Co-Drehbuchautoren kommentiert werden. Abschließend gibt es noch den Trailer zum Film. Insgesamt ist das Bonusmaterial stellenweise durch seine Art der Präsentation vielleicht ein bischen zäh, aber dennoch sehr interessant und bietet einen sehr tiefen Einblick in die Intentionen beim Dreh.


Fazit:
„Memory“ ist ein von der Story gesehen höchst durchschnittlicher B-Thriller auf TV-Niveau, der sich allerdings wegen seiner guten Darsteller über das Mittelmaß hinausheben kann. Freunde spannender Unterhaltung werden sicherlich kurzweilig unterhalten werden, wenn der Anspruch an einen lückenfreien Plot nicht zu hoch gesetzt werden.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,78:1
1,78:1
94:24 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Bennett Davlin, Co-Drehbuchautor Anthony Badalucco und Produzentin Jeannette Weinstein
  • Making Of
  • Film in Storybards
  • Trailer
Memory - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Memory
Memory

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Gute Darsteller und eine solide Inszenierung helfen über einen B-Movie-Plot hinweg


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kanada / USA, 2006
Regie:
Bennett Davlin
Drehbuch:
Bennett Davlin, Anthony Badalucco
Darsteller:
Billy Zane, Tricia Helfer, Dennis Hopper, Ann-Margret, Terry Chen, Deirdre Blades

Label Deutschland :
Bronson Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
07.03.2008