Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Schlachthof 5
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Schlachthof 5

Story:
Billy Pilgrim (Michael Sacks) ist in einer Zeitschleife gefangen. Vollkommen unkontrolliert springt er mal in die Vergangenheit zurück zu seinen Erlebnissen als Kriegsgefangener der Deutschen im 2. Weltkrieg, dann ist er wieder auf dem Planeten Tralfamadore, wohin er von den dortigen Bewohnern entführt wurde. Zwischendurch bereist er noch andere Stationen seines Lebens, z.B. seine eigene Hochzeit.

Meinung zum Film:
„Schlachthof 5“ ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Kurt Vonnegut jr. Der 1969 erschienene Roman behandelt die eigenen Kriegserinnerungen Vonneguts, dieser war ebenso wie der Protagonist Pilgrim ein US-Kriegsgefangener, der in dieser Eigenschaft die Bombardierung Dresdens durch die Alliierten hautnah miterlebte. 1972 verfilmte George Roy Hill (“Butch Cassidy und Sundance Kid”) diesen Film nach einem Drehbuch von Stephen Geller („Ashanti“). Der Film war für zahlreiche Preise nominiert, letztendlich für sich beanspruchen konnte „Schlachthof 5“ dann u.a. den Jurypreis der Filmfestspiele in Cannes.

Allein von der Inhaltsangabe könnte man davon ausgehen, der Film sei ein reiner Science-Fiction-Film, in dem ein armer Mann Zeitsprünge vollzieht und dabei u.a. auch in der Zukunft landet. Die Wahrheit sieht jedoch ganz anders aus, denn „Schlachthof 5“ verarbeitet, bzw. präsentiert die Erlebnisse eines jungen Mannes, der durch den 2. Weltkrieg schwer traumatisiert wird. Es lässt sich schon ganz zu Beginn erahnen, dass mit Pilgrim etwas nicht stimmt. Der Zuschauer wird Zeuge, wie er einen Brief an die örtliche Tageszeitung schreibt und darin klarzumachen versucht, dass er von einer fremden Macht unkontrollierbar durch die Zeit geschickt wird, doch diesen Worten haftet bereits etwas Unglaubwürdiges an. Auch bei den Rückblenden, bzw. Zeitreisen in Pilgrims Nachkriegszeit merkt man deutlich, dass seine Figur ungewöhnlicherweise eher charakter-, bzw. eigenschaftslos bleibt. Bei der Geburt seines Sohnes beschäftigt Pilgrim sich z.B. lieber mit seinem Hund als mit seinem Schößling. In einer Szene fährt der erwachsene Pilgrim sogar mit einem Feuerwehrauto durch die Gegend, während er in anderen Szenen ein erfolgreicher und seriöser Geschäftsmann ist, der überall geachtet wird. Deutlich mehr geben die Rückblenden zum 2. Weltkrieg her, bei denen sein Leidensweg chronologisch erzählt wird: von der Gefangennahme durch die Deutschen bis zur Reise ins erste Kriegsgefangenenlager, von wo aus er später ins schicksalhafte und vermeintlich sichere Dresden verlegt wird und dort die Angriffe der Alliierten auf die Zivilbevölkerung aus erster Hand miterlebt.

Hill hat hier einen seltsamen Film abgeliefert, der jedoch von der ersten Minute an zu fesseln weiß und den Zuschauer auffordert, seine eigenen Überlegungen anzustellen. Denn aus Pilgrims Charakter selbst ist über die Laufzeit des Filmes fast nichts zu erfahren. Darstellerisch kann „Schlachthof 5“ überzeugen. Der wenig vor dem Bildschirm in Erscheinung getretene Michael Sacks dürfte am ehesten in seiner Rolle als Polizist Max Slide in Steven Spielbergs „Sugarland Express“ bekannt sein. Hier muss er seiner Figur Billy Pilgrim im Lebenszeitraum von ca. 20 – 60 Jahren Leben einhauchen, was auch immer glaubwürdig gelingt. Als Billys Sohn Robert ist ein sehr junger Perry King („Trio mit 4 Fäusten“, „Die Klasse von 1984“) zu sehen. Alles in allem sollten sich Science-Fiction-Fans bei „Schlachthof 5“ keine allzu großen Hoffnungen machen, bedient zu werden. Bei diesem Film sind eher die Freunde von Kriegsdramen und Dramen im Allgemeinen gefragt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist für so eine vergessene Perle annehmbar geworden. Es herrscht ein leichtes Rauschen vor, was man vor allem in den weißen, schneereichen Szenen zu Beginn des Filmes sieht, was aber kaum störend ins Gewicht fällt. Der Ton liegt auf deutsch und auf englisch in Dolby Digital 2.0 vor und verfügt über eine gute Dialogverständlichkeit.

An Extras gibt es eine Bildergalerie und einen Trailer. Ein der DVD beiliegendes 8-seitiges Booklet informiert kenntnisreich über die Hintergründe zum Film, dieses sollte jedoch unbedingt erst nach Sichtung des Films durchgelesen werden, da es wichtige Schlüsselszenen vorwegnimmt.

Fazit:
„Schlachthof 5“ sollte aufgrund seiner Handlung nicht mit einem Science-Fiction-Film verwechselt werden, statt dessen gibt es einen Einblick in die Psyche eines Mannes, der den 2. Weltkrieg und speziell die Bombennacht in Dresden hautnah miterlebt hat. Dies wurde in eine sehr interessante Verpackung gepackt und nicht nur deshalb bleibt der Film auch lange nach Ende noch im Gedächtnis haften.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
99:12 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Englisch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Bildergalerie
  • Booklet
Schlachthof 5 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Schlachthof 5
Slaughterhouse-Five

Bild unseres Mitarbeiters Andreas Schultz
Einblick in das Trauma eines Kriegsveteranen


Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1972
Regie:
George Roy Hill
Drehbuch:
Stephen Geller
Darsteller:
Michael Sacks, Ron Leibman, Eugene Roche, Sharon Gans, Valerie Perrine, Perry King

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
07.03.2008