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DVD-Besprechung - Halloween

Story:
Der 10-jährige Michael Myers (Daeg Faerch) tötet am Halloweenabend seine halbe Familie. Er landet in einer psychiatrischen Anstalt, wo er von Dr. Samuel Loomis (Malcolm McDowell) behandelt und nach dem kaltblütigen Mord an einer Schwester endgültig weggeschlossen wird. Nach 17 Jahren gelingt dem nun erwachsenen Myers (Tyler Mane) die Flucht, der sich dann auch gleich auf den Weg in seine alte Heimatstadt Haddonfield macht, wo er die Dezimierung der Stadtbevölkerung weiter vorantreibt.

Meinung zum Film:
Das Aufgreifen von Horrorklassikern aus den 70er Jahren ist seit ein paar Jahren groß in Mode. Neben Klassikern wie dem „Kettensägen Massaker“ oder „The Hills have Eyes“ wurde auch John Carpenters „Halloween“, der zusammen mit „Freitag, der 13.“ den Grundstein für den Erfolgsszug des US-Slashers legte, nun in einer zeitgemäßen Interpretation verfilmt. Nach den enttäuschenden Remakes von Carpenters „Das Ende“ und seinem „The Fog“ waren die Fans des Originals allerdings sehr misstrauisch, vor allem hinsichtlich des neuen Regisseurs. Denn der ehemalige Frontman der Metalband „White Zombie“, Rob Zombie, der zusätzlich auch noch das Drehbuch schrieb, konnte bislang lediglich mit den zum Trash tendierenden Splatterfilmen „Das Haus der 1000 Leichen“ und „The Devil's Rejects“ im Filmgeschäft auf sich aufmerksam machen. Und wenn das Original irgendetwas garantiert nicht darstellt, dann ein billig wirkendes Gorefest. Doch wenn im Halloween-Remake das Blut fließt und der ein oder andere derbe Effekt geboten wird, geschieht diese nicht zum Selbstzweck und fällt gemessen an den bisherigen Werken des Regisseurs im Rahmen aus.

Zu Beginn geht Rob Zombie deutlich näher auf den jungen Michael Myers ein. Er zeigt ein zerrüttetes Familienumfeld, in dem Gewalt, Streit und Provokationen zum Alltag gehören, Obwohl dies prinzipiell passend ist, fällt die Umsetzung des ganzen doch recht ungar und klischeehaft aus. Obwohl alles oberflächlich ziemlich runtergekommen und asozial wirkt, sind die Person äußerlich viel zu klinisch und sauber. Selbst beim abgewrackten Mann des Hauses kommen die Haare noch ohne jede Spur von Fett aus und die Zähne sind zwar nicht glänzend weiß, aber zumindest ohne nennenswerte Makel. Die Darstellung des 10-jährigen Michael gerät ebenfalls recht steif, wobei es sicherlich auch nicht sonderlich leicht für den Kinddarsteller war, die Rolle des eiskalten Killers hinreichend zu präsentieren. Am wirkungsvollsten sind die Szenen mit dem kindlichen Myers, wenn die berüchtigte weiße Maske auf dem Körper des Kindes gezeigt wird. Der detaillierte Gesichtsausdruck der weißen Fratzenmaske auf dem Körper eines Kindes erzielt eine große Wirkung. Bis zum Ausbruch aus der Psychiatrie greift Zombie fast komplett auf neue Ideen zurück und erzählt seine eigene Prequel-Geschichte. Als Michael aber wieder zurück in Haddonfield ist, kopiert er im Groben immer mehr die Geschehnisse des Originals und übernimmt dabei auch zahlreiche Kameraeinstellungen. Es dauert bis zum Finale, bis endlich wieder neue Ideen einfließen. Somit macht sich schnell das Gefühl beim Zuschauer breit, alles schon einmal in ähnlicher Form gesehen zu haben, nur besser. Was zwangsläufig die Frage aufwirft - wozu dann überhaupt ein Remake? Während der Dauerhommage muss man bis zum Finale warten, bis endlich wieder neue Ideen einfließen.

Weiter belastet wird der Mittelteil dadurch, dass alle Figuren ziemlich platt und eindimensional geraten sind. Konnte Jamie Lee Curtis im Original noch als Laurie Strode Sympathien sammeln, ist es dem Betrachter nun reichlich egal, was mit dieser passiert. Neben dem Drehbuch ist hierfür auch Darstellerin Scout Taylor-Compton („Zombies“) verantwortlich, die jede Ausstrahlung vermissen lässt und offensichtlich nur über begrenztes Schauspieltalent verfügt. Mangel beim Erzählfluss, bei den darstellerischen Leistungen und den Charakteren im Film versucht Zombie durch einige blanke Busen, wilde Hetzjagden und zahlreichen Gastauftritten von Horror- und Independentikonen wie Ken Foree („Zombie – Dawn of the Dead“), Malcolm McDowell („Uhrwerk Orange“), Brad Dourif („Chucky - Die Mörderpuppe“), Tyler Mane („X-Men“), Richard Lynch („Open Season – Jagdzeit“), Udo Kier („Andy Warhol's Frankenstein“), Danny Trejo („Con Air“), Dee Wallace („Hügel der blutigen Augen“), Sybil Danning („Die sieben glorreichen Gladiatoren“) oder Sid Haig („Das Haus der 1000 Leichen“) zu kaschieren. Ganz gelingt ihm dieses Vorhaben zwar nicht, aber immerhin gibt es kurzweilige Slasherkost geboten, die allerdings auch hätte besser ausfallen können. Doch der zwanghaft wirkenden Versuch, sich in der 2. Hälfte zu sehr am Original auszurichten, macht die ordentliche Eigenständigkeit zu Beginn wieder unnötig kaputt. Es wäre besser gewesen, die neuen Ideen durchweg beizubehalten und nicht die Handlung des Originals in komprimierter Form in einen neuen Handlungsrahmen zu quetschen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist ohne Fehl und Tadel. Farb-, Kontrast- und Helligkeitswerte sind gut aufeinander abgestimmt und auch die Schärfe ist gut gelungen. Der deutsche Ton in dts ist stets gut verständlich und die räumlichen Möglichkeiten werden in entsprechenden Szenen genutzt, ohne sich dabei jedoch in den Vordergrund zu drängen.

Bei der Single-Disc-Version gibt es lediglich den Trailer zum Film. Wer etwas über die Entstehung wissen möchte, muss zum Director’s Cut des Films mit zusätzlicher Bonus-DVD greifen. Die Single-Disc-Version wird wie bei Senator-Film vertriebenen Topfilmen üblich im schicken Steelbook ausgeliefert.

Fazit:
Während die erste Hälfte von „Halloween“ mit seinen neuen Hintergründe zu Michael Myers durchaus noch zu gefallen weiß, verheddert sich Regisseur Rob Zombie anschließend zu sehr in seiner Hommage an das Original. Als ordentlicher Slasher weiß das Remake zwar durchaus zu gefallen, man sollte nur nicht der Versuchung erliegen, Vergleiche mit dem Original anzustellen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
105:30 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
Halloween - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Halloween
Halloween

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Michael Myers - White Trash Zombie


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
Rob Zombie
Drehbuch:
Rob Zombie (basierend auf dem Originaldrehbuch von John Carpenter und Debra Hill)
Darsteller:
Malcolm McDowell, Brad Dourif, Tyler Mane, William Forsythe, Sheri Moon Zombie, Daeg Faerch, Scout Taylor-Compton, Danielle Harris, Leslie Easterbrook, Skyler Gisondo, Dee Wallace

Label Deutschland :
Senator Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
07.04.2008

Vertrieb Schweiz :
Ascot Elite Switzerland
Verkaufsstart Schweiz :
04.04.2008