 |
DVD-Besprechung - Die Hexe des Grafen Dracula
Story:
Robert Manning (Mark Eden) betreibt mit seinem Bruder Peter (Denys Peek) einen Antiquitätenhandel. Während einer Einkaufstour auf dem Lande verschwindet Peter und Robert macht sich auf die Suche nach ihm. Er landet in dem altehrwürdigen Haus von Mr. Morley (Christopher Lee) und dessen Nichte Eve (Virginia Wetherell). Ihm wird Unterkunft und Gastfreundschaft gewährt, doch die Nächte haben es in sich, denn Robert wird von Albträumen gequält. Bald hat er die Vermutung, dass seine Träume von schwarzen Hexenritualen Wirklichkeit sind und so versucht er mit Eve zusammen, das Geheimnis zu offenbaren.
Meinung zum Film:
Die Londoner Hammer-Studios haben in den 50er und 60er Jahren im Bereich des Horrorfilms echte Meilensteine produziert und einen wahren Kult begründet. Die Figur des blutsaugenden Grafen Dracula exportierten sie in die ganze Welt. Auch die weiteren Gruselwerke konnten sich sehen lassen und zogen unweigerlich Nachahmer nach sich. So auch die Firma Tigon, die mit den American International Productions (AIP) z.B. „Der Hexenjäger“ mit Kultschauspieler Vincent Price inszenierten. „Die Hexe des Grafen Dracula“ ist ebenfalls in dieser Phase entstanden, wobei der deutsche Titel in der Schule den Zusatz des Lehrkörpers „Thema verfehlt“ erhalten hätte. Der Originaltitel lautet nämlich „Curse of the Crimson Altar“ und der ursprüngliche deutsche Titel lautete „Schwarze Messe auf blutrotem Altar“, was eindeutig sinnvoller war. Das Thema des Films ist immerhin der Fluch einer uralten Hexe.
Storytechnisch bietet der Gruselfilm nichts Neues und orientiert sich sehr deutlich an den bekannten Vorlagen, getreu dem Mottot „Never touch a running system“. Der Protagonist kommt zu einem alten Gemäuer, wird freundlich aufgenommen und einigen skurrilen Personen vorgestellt. Dann beginnen die Unheimlichkeiten und die weitere Entwicklung der Geschichte zeichnet sich ab. Offenbar war den Produzenten der bekannte Trott aber ein kleine wenig zu ausgetreten und so haben sie für mehr „Würze“ gesorgt. Zu Beginn des Films gibt es eine für diese Zeit sehr untypische Portion expliziter Erotik, sogar mit einem leichten Touch von Sado-Maso-Optik. Leder, Masken, schwarze knappe Slips auch für die Herren mit der Kerkermeisterfunktion. Für heutige Verhältnisse sicherlich etwas mau, da wird in so manchem Werbespot mehr Fleisch gezeigt, aber nicht vollkommen deplaziert.
Der Film ist für Nostalgiker, die solche Streifen mögen, vielleicht ein kleiner Geheimtipp, denn niemand geringeres als Boris Karloff („Frankenstein“) und Christopher Lee („Dracula“) wurden mit Rollen bedacht. Aktuelle Freunde der jetzt erschienen Horrorfilme mit blutigen Hotelabenteuern, den Remakes mit Mutanten in der Wüste und anderen Gestalten dürften die Nase rümpfen, doch diese alten Streifen haben einen großen Vorteil, der neuen Produktionen zumeist abgeht: Atmosphäre. Hier knarzt es noch gruselig, wenn eine Holzbohle betreten wird, es gruselt, wenn die Dialoge plötzlich mit inniger Intention gesprochen werden und die Sprache für Grusel sorgt. Trotz der beiden weltbekannten Mimen wurden die Hauptrollen mit Mark Eden („Doktor Schiwago“) und Virginia Wetherell („Uhrwerk Orange“) besetzt. Beide machen ihre Arbeit gut.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wurde ein wenig überarbeitet, doch nicht so exakt, wie man es von anderen Anbietern kennt. Immer wieder lassen sich kleine Blitze und Fragmente erkennen. Die Farben wirken ein wenig stumpf, wie es der Zuschauer schon aus den Wiederholungen im TV kennt. Der Ton liegt lediglich Mono vor. Alles wirkt ein wenig altbacken.
Die Extras sind recht umfangreich und bergen seltenes Material, wie z.B. Radiospots und eine sehr umfangreiche Bildergalerie. Selbst zwei Super-8-Filmeversionen mit neun bzw. sieben Minuten Laufzeit sind beim Bonusmaterial zu finden und geben den herben Charme dieses Filmmediums passend wieder. Weiterhin gibt es noch den Originaltrailer, sowie einen alternativen Filmstart. Alles in allem hinterlassen die Extras einen guten Eindruck.
Fazit:
„Die Hexe des Grafen Dracula“ hat zwar keinen passenden deutschen Filmtitel, doch wer die alten Filme a la „Hammer“-Studios mag, der wird hier nicht enttäuscht sein. Das ist Grusel mit echter hausgemachter, simpler Atmosphäre. Basic. Die technische Umsetzung ist ein wenig enttäuschend, aber ertragbar.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,85:1
|
83:24 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 1.0 | Englisch Dolby Digital 1.0 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch |
|
Bonusmaterial:
|
- Originaltrailer
- 2 Super-8-Fassungen
- Alternativer Anfang
- Radio Spots
- Bildergalerie
|
|  |
Die Hexe des Grafen Dracula
Curse Of The Crimson Altar
Wenn Hexen hexen
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
GB, 1968 Regie: Vernon Sewell Drehbuch: Mervyn Haisman. Gerry Levy Darsteller: Christopher Lee, Boris Karlof, Mark Eden, Barbara Steele, Michael Gough
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 28.02.2008
|