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DVD-Besprechung - The Eye - Infinity

Story:
Ted (Bo-lin Chen), May (Kate Yeung), April (Lok-si Leung) und Gofei (Chris Gu) machen einem Ausflug von Hong Kong zu ihrem alten Freund Chongkwai (Ray MacDonald) nach Thailand. Dieser präsentiert ihnen ein Buch, in dem 10 Wege aufgezeigt werden, um Geister sehen zu können. Systematisch beginnt man, das Buch durchzuarbeiten, bis Gofei auf einmal spurlos verschwindet. Ted, May und April reisen aus Angst vor weiteren Zwischenfällen zurück nach Hong Kong, doch auch hier sind sie vor den Geistern nicht sicher, die sie gerufen haben.

Meinung zum Film:
Mit „The Eye“ machten die als Pang Brothers bekannten Filmemacher Oxide Pang Chun und Danny Pang 2002 zum ersten Mal weltweit auf sich aufmerksam. Ihre Horrormär um ein Mädchen, das nach einer Hornhautoperation Geister sehen konnte, sorgte überwiegend für reichlich Gänsehaut beim Publikum. 2004 folgte die Fortsetzung „The Eye 2“, die eher gemischte Reaktionen beim Publikum hervorrief und der 2006 gedreht „Re-Cycle“ wurde mit ähnlich gemischten Gefühlen betrachtet. Mit „The Eye – Inifinity“ kehrten die Zwillingsbrüder zu den Wurzeln ihres Erfolges zurück. Durch das Buch, das 10 Wege aufzeigt, Geister sehen zu können, spannen sie einen Bogen über die vorhergehenden Teile, da hier Hornhautverpflanzung und selbstmordwillige, schwangere Frauen die ersten beiden Wege zum Sehen von Geistern sind. Somit bügelten sie auch einen der Kritikpunkte am 2. Teil aus, der keine richtige Bindung zum Vorgänger aufwies.

Was die ernste Seite betrifft, gehen die Pang-Brothers diesmal ganz andere Wege. Waren die ersten beiden Filme noch eher düstere und voll auf die Spannung setzende Beiträge, greift der 3. Eye-Film teilweise die chinesische Tradition für alberne Einlagen auf. Zwischenzeitliche Veralberungen auf Ereignisse aus anderen Genrebeiträgen sind dabei teilweise zwar recht witzig geraten, senken dafür aber die Spannungskurve immer wieder deutlich ab. Neben einigen kurzen Gags gibt es auch längere Einlagen. Negativer Höhepunkt in dieser Hinsicht ist ein Dance-Battle im engen Hausflur eines Hochhauses, bei dem zwei Hip-Hopper gegen den von einem Geist besessenen Ted um die Wette zappeln und die älteren Nachbarn vor die Tür treten, um mitzuklatschen und künstlich in die Kamera zu grinsen. Spätestens hier fragt man sich als Zuschauer, was die Filmemacher beim Dreh dieser Szenen im Sinn hatten.

Seine spannenden Momente hat der Film aber durchaus und es steht völlig außer Frage, dass die Brüder Pang ihr Handwerk hinter der Kamera verstehen. Auch wenn vieles gewollt kopiert erscheint, der schnelle Witz zu deutlichen Stimmungsschwankungen führt, und die nur als albern einzuordnende Rahmengeschichte um das Buch mit den 10 Wegen, einen Geist zu sehen, alles andere als sonderlich tauglich für düstere Spannung ist, wird immer wieder für die passende Düsterstimmung gesorgt. Trotz aller Widrigkeiten besitzt „The Eye – Inifinity“ einige Szenen, die es wert sind, gesehen zu werden. Wenn die Ansprüche an den Inhalt nicht zu hoch gesetzt sind und man die albernen Momenten geistig ausklingt, reicht es zu einer kurzweiligen Unterhaltung, bei der am Ende bei den meisten aber sicherlich die Trauer darüber obsiegt, dass man sich beim Dreh nicht auf die unheimlichen Seiten konzentrierte.  

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist sehr gut gelungen. Natürliche Farben, ein gesunder Kontrast und eine sehr gute Schärfe sorgen für einen optisch erstklassigen Eindruck. Lediglich gegen Ende des Films gibt es ein paar Grobkörnigkeiten zu sehen. Der deutsche Ton in wahlweise Dolby Digital 5.1 oder dts ist ebenfalls sehr gut gelungen und sorgt immer wieder für einen passenden räumlichen Eindruck.

Als Extra gibt es zum Einen ein 8-minütiges Making Of, das über Interviews einen kurzen Überblick über die Ideen und die Masken von "The Eye - Infinity" bietet, zum Anderen gibt es noch den rund 8-minütigen "10 Begegnungen"-Beitrag, in dem ein wenig über die Schockmomente und die 10 Wege zum Geistersehen geplaudert wird. Abschließend folgt noch der Trailer zum Film.

Fazit:
„The Eye – Inifinity“ hätte ein äußerst gelungener Nachfolger des großen Erfolges der Pang-Brüder werden können, hätte man sich neben harmlosen Spoofs auf Genreklassikern nicht zu sehr der Albernheit preisgegeben. So ist der Film nur ein höchst durchschnittlicher Gruselfilm, der genauso schnell vergessen ist wie das Fast Food der letzten Woche.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
81:06 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Kantonesisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Die 10 Begegnungen
  • Trailer
The Eye - Infinity - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Eye - Infinity
Gin gwai 10

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Wenn aus einem ernsten Gruselklassiker eine Teenie-Gruselkomödie wird


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hong Kong / Thailand, 2005
Regie:
Oxide Pang Chun, Danny Pang
Drehbuch:
Oxide Pang Chun, Danny Pang, Mark Wu
Darsteller:
Bo-lin Chen, Chris Gu, Lok-si Leung, Ray MacDonald, Kate Yeung, Bongkoth Kongmalai,

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
08.05.2008