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DVD-Besprechung - The War Within
Story:
Der pakistanische Student Hassan (Ayad Akhtar) gerät unschuldig unter Terrorverdacht, wird am hellichten Tag in Paris entführt und nach Pakistan verschleppt. Nach einer langen Zeit der Erniedrigung und Folter kommt Hassan, von schweren physischen und psychischen Narben gezeichnet, frei. Er wandelt sich zum radikalen Muslim und sieht sich fortan als Werkzeug Allahs, um den Dschihad in den heidnischen Westen zu tragen. Zu diesem Zweck reist er in die USA ein und kommt bei seinem alten Freund Sayeed (Firdous Bamji) in New York unter. Vordergründig lebt er ein relativ normales Leben, wenn auch nach strengen religiösen Maßstäben, im Geheimen ist er jedoch Mitglied einer Terrorzelle und bereitet sich auf einen bedeutenden Selbstmordanschlag vor.
Meinung zum Film:
Regisseur Joseph Castelo gab sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor mit der nicht nur in Deutschland nahezu unbekannten Komödie "American Saint". Das Drehbuch zu "The War Within" schrieb Ayad Akhtar ("Long After"), der Regisseur des Kurzfilms "Life Document 2: Identity" und übernahm zudem die Hauptrolle. Für sein Drehbuch wurde Ayad Akhtar zusammen mit seinen Co-Autoren Joseph Castelo und Tom Glynn ("Leatherheads") für den "Independent Spirit Award 2006" und für den "Satellite Award 2005" vorgeschlagen. Eine weitere Nominierung gab es dort für den Film als besten Vertreter in der Kategorie Drama.
"The War Within" präsentiert eine eher ungewöhnliche filmische Bestandsaufnahme des Themas Terrorismus. Die Hauptperson, aus dessen Perspektive der Zuschauer die Geschichte miterlebt, ist zum einen ein Terrorist, der einen verheerendenn Selbstmordanschlag auf unschuldige Opfer plant, zum anderen wurde dieser überhaupt erst durch Menschenrechtsverletzungen westlicher Geheimdienste unter dem Deckmantel des Antiterrorkriegs zum Terroristen. Der Film hebt sich nicht nur deshalb wohltuend von üblichen Schwarz-Weiß-Schemata ab und liefert eine differenzierte Darstellung des Kreislaufs von Gewalt und Gegengewalt. Hassan ist zunächst ein unschuldiger Student, der aufgrund seiner ethnischen Zugehörigkeit ins Visier der Geheimdienste gerät. Vor dem Hintergrund der Anschläge des 11. September und dem seither proklamierten "Kampf gegen den Terror" gilt jedoch nicht länger die Unschuldsvermutung. Vielmehr dominieren Hysterie und Aktivitäten nach dem Motto "Der Zweck heiligt die Mittel", also Staatsterrorismus im Kampf vermeintlich demokratischer Staaten gegen den Terror. Was Hassan hier zum Verhängnis wird, dürfte in Deutschland vor allem Erinnerungen an den Fall Kurnaz erwecken.
Kontrovers ist auch die Darstellung von Hassans Freund Sayeed und seiner Familie, die den "amerikanischen Traum" leben. Die Familie erweckt grundsätzlich einen sympathischen Eindruck. Es wird aber immer wieder die Frage aufgeworfen, mit welchen Kosten dieser "amerikanische Traum" eigentlich für andere Staaten verbunden ist und ob es nicht bereits moralisch verwerflich ist, von einem System, dessen Wohlstand sich aus dem Leid anderer Menschen speist, zu profitieren. Psychologisch interessant sind die Einblicke in das Innenleben des Attentäters, der z.B. auch zwischen seiner Mission und der Zuneigung zu Sayeeds Schwester hin- und hergerissen wird. Der Film hat aber zweifellos auch Schwächen, wie die Aussparung von Hassans Leben vor der Entführung und besonders der gemeinsamen Erlebnisse mit Sayeed in früherer Zeit. Diese erschweren die Einordnung der Beziehung von Hassan und Sayeed sowie das Nachvollziehen von Sayeeds Werdegang als Gegenentwurf zu Hassans Radikalisierung. Spätestens das Ende des Films ist aber wohltuend konsequent, wirft weitere Fragen auf und lässt den Zuschauer mit einem flauen Gefühl im Magen zurück.
Digitale Aufarbeitung:
In Sachen Bildqualität kann "The War Within" leider nicht wirklich glänzen. Die Schärfe der DVD ist stärkeren Schwankungen unterworfen und in einigen Szenen wirkt das Bild sehr weich. Insgesamt wirkt die Schärfe, auch aufgrund des begleitenden Bildrauschens und besonders bei schnelleren Bewegungen nur durchschnittlich. Diese durchschnittliche Qualität spiegelt sich auch in den Bereichen Kontrast und Farbgebung wieder. Der Kontrast ist nicht sehr ausgewogen, das Bild ist daher häufig zu dunkel und die Farben wirken auch nicht wirklich kräftig. Die Tonspuren weisen alle eine gute Verständlichkeit auf, besondere Effekte sollte man jedoch nicht erwarten und in der dts-Fassung sind gegenüber den anderen Tonspuren keine großartigen Unterschiede heraushörbar.
Auf der DVD befindet sich lediglich ein englischer Audiokommentar von Regisseur und Co-Autor Joseph Castelo sowie Drehbuchautor und Hauptdarsteller Ayad Akhtar, leider komplett ohne Untertitel. Der Audiokommentar wird aber engagiert sowie fundiert vorgetragen und bietet viele interessante Details, nicht nur zum Film selbst, sondern auch zu den politischen Hintergründen.
Fazit:
"The War Within" verfolgt einen kontroversen Ansatz fernab ausgetretener Erklärungsmuster und wirft viele diskussionswürdige Fragen zum Kampf gegen den Terror auf. Die Darstellung ergreift dabei nicht eindeutig Partei und vermeidet einfache Schwarz-Weiß-Malerei, kleinere Mängel verhindern aber, dass der lohnenswerte Film den ganz großen Wurf verkörpert. Technisch und in Bezug auf die Extras ist die DVD leider eher durchschnittlich.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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88:57 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar von Regisseur und Co-Autor Joseph Castelo sowie Drehbuchautor und Hauptdarsteller Ayad Akhtar
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The War Within
The War Within
Die Geschichte eines Opfers, das zum Täter wird und ein Beitrag über die Entstehung von Gewalt als Folge von Gewaltanwendung
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005 Regie: Joseph Castelo Drehbuch: Ayad Akhtar, Joseph Castelo, Tom Glynn Darsteller: Ayad Akhtar, Firdous Bamji, Nandana Sen, Sarita Choudhury, Charles Daniel Sandoval, Anjeli Chapman
Label :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart : 11.04.2008
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