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DVD-Besprechung - Rezept zum Verlieben

Story:
Kate (Catherine Zeta-Jones) gilt als ein wenig exzentrisch und aufbrausend. Alles, was für sie zählt, ist ihre Arbeit als angesehene Chefköchin in einem noblen Restaurant. Als ihre Schwester bei einem Autounfall stirbt, erhält sie das Sorgerecht für die kleine Zoe (Abigail Breslin), die Kate vor einige Probleme stellt, da sie sich nun nicht mehr nur um sich selbst kümmern muss. Als dann auch noch Nick (Aaron Eckhart) als 2. Küchenchef eingestellt wird, der nach anfänglichen Problemen ihr Herz zu gewinnen droht, ist Kates Leben endgültig auf den Kopf gestellt.

Meinung zum Film:
2001 führte Sandra Nettelbeck nach eigenem Drehbuch bei „Bella Martha“ Regie. Da der Film weltweite Anerkennung fand. wurde auch Hollywood auf die kulinarische Liebesgeschichte aufmerksam und gemäß der beliebten Devise „Besser ein Neuaufguss in Form eines Remakes, als das bewährte Original mit englischer Synchro“ suchte man nach den geeigneten Künstlern. Als Regisseur wurde Scott Hicks verpflichtet, der 1999 „Schnee, der auf Zedern fällt“ in die Kinos brachte, 2001 „Hearts in Atlantis“ folgen ließ und erst 2007 für „Rezept zum Verlieben“ auf den Regiestuhl zurück kehrte. Für die Rolle der Kate wurde mit Catherine Zeta-Jones („Die Legende des Zorro“) ein zugkräftiger Name unter Vertrag genommen und mit Aaron Eckhart („Black Dahlia“) ein ebenfalls alles andere als Unbekannter an ihre Seite gestellt, auch wenn die Rolle des charmanten Herzensbrecher neu für ihn ist. Mit Abigail Breslin in der Rolle der kleinen Zoe konnte im Grunde nichts schief gehen, wurde diese doch gerade erst für ihre Leistung in „Little Miss Sunshine“ von allen Seiten hoch gelobt.

Der Einstieg des Films zeigt, wie Kate in ihrem Job aufgeht und Kritik an ihren Fähigkeiten nicht hinnehmen will. Das Kochen ist ihr Lebensinhalt und auch der Therapeut, der ihr im Umgang mit anderen Menschen helfen soll, wird von ihr bei neuen Kochideen als Testkandidat missbraucht. Als dann Kind und Mann auf einmal über ihr Leben hereinbrechen, ist es für den Zuschauer sofort klar, dass sie ihre alten Verhaltensmuster erst mal auf die neuen Bedingungen übertragen möchte und genauso ist auch klar, dass sie damit zwangsläufig scheitern wird. Und genau hier liegt dann auch eines der ganz großen Probleme des Films, da es keine Überraschungen gibt, keine Wendung, die nicht schon zu Beginn erahnt worden wäre, keine Charaktere, mit denen man mitleiden kann, oder mit denen man sich richtig freut, weil der Weg schon sehr früh erkennbar ist. Selbst beim zwangsläufig eintretenden Streit zwischen Kate und Nick besteht nicht zu einer Sekunde ein Zweifel daran, dass die Trennung nur vorübergehender Natur sein kann und ehe man sich versieht, wird dieses Gefühl bestätigt.

Schlecht ist „Rezept zum Verlieben“ dadurch zwar auch nicht unbedingt, doch während Kate und Nick in ihrer Küche die erlesensten Gerichte zubereiten, hält der Film nur schnell in Vergessenheit geratene Fast-Food-Emotionen bereit. Den Darstellern wird vom Drehbuch nicht die Bühne geboten, die für die emotionale Bindung des Publikums an die Charaktere notwendig wäre. Die Geschichte wird routiniert abgespult, was zwar nicht unbedingt langweilig erscheint, aber auch nicht als Argument dazu dient, sich den Film mehrmals anschauen zu wollen. Vielleicht liegt es einfach nur daran, dass die Großstadt eines Landes, das für seine unzähligen Fast-Food-Ketten bekannt ist, die Leichtigkeit der italienischen Küche und vor allem der italienischen Lebensfreude seiner Köche nicht wiederspiegeln kann.


Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut gelungen und kommt ohne nennenswerte Höhen oder Tiefen daher. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut verständlich, hat situationsbedingt aber nur über den Soundtrack Raumklang zu bieten.

Als einziges Extra gibt es ein rund 20-minütiges Making Of, das in seiner überschwenglichen Art aber mehr Werbecharakter als Informationsgehalt bietet.

Fazit:
„Rezept zum Verlieben“, das US-Remake von „Bella Martha“, kann nur bedingt überzeugen. Eine weitestgehend vorhersagbare Handlung ohne nennenswerte Höhen, Tiefen oder Überraschungen, eine fehlende emotionale Bindung zu den Protagonisten, sowie die fehlende Portion „Feel Good“ machen die kulinarische Liebesgeschichte zu einem schnell vergessenen Fast-Food-Erlebnis.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
2,40:1
2,40:1
100:00 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Italienisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Spanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Dänisch, Deutsch, Englisch, Finnisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch
Bonusmaterial:
  • Hinter den Kulissen
Rezept zum Verlieben - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Rezept zum Verlieben
No Reservations

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Statt einer kulinarischen Liebeskomödie gibt es nur einen einfachen Emotions-Burger mit Pommes geboten


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Australien / USA, 2007
Regie:
Scott Hicks
Drehbuch:
Carol Fuchs (basierend auf dem Drehbuch zu "Bella Martha")
Darsteller:
Catherine Zeta-Jones, Aaron Eckhart, Abigail Breslin, Patricia Clarkson, Jenny Wade, Bob Balaban, Brian F. O'Byrne, Lily Rabe

Label Deutschland :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart Deutschland :
08.02.2008

Vertrieb Schweiz :
Warner Home Video Switzerland
Verkaufsstart Schweiz :
08.02.2008