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DVD-Besprechung - Zusammen ist man weniger allein
Story:
Philibert, von verarmtem Adel, ist zwar ein historisches Genie, doch wenn er mit Menschen spricht, gerät er ins Stottern. Camille, magersüchtig und
künstlerisch begabt, verdient sich ihren Lebensunterhalt in einer Putzkolonne, und Franck schuftet als Koch in einem Feinschmeckerlokal. Er liebt Frauen,
Motorräder und seine Großmutter Paulette, die keine Lust aufs Altersheim hat. Vier grundverschiedene Menschen einer verrückten Wohngemeinschaft in Paris, die
sich lieben, streiten, bis die Fetzen fliegen, und versuchen, irgendwie zurecht zu kommen.
Meinung zum Film:
Bei "Zusammen ist man weniger allein" handelt es sich um die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers der französischen Schriftstellerin Anna Gavalda. Thematisiert wird das anonymisierte Leben in der Großstadt, wo die Menschen meistens eher nebeneinander als tatsächlich miteinander existieren. Auch Camille, Mitarbeiterin bei einer Reinigungsfirma, die eigentlich Künstlerin werden wollte, geht das so. Sie wohnt alleine im kleinen Dachkämmerlein eines Mietshauses. Eines Tages lernt sie zufällig Philibert kennen, der zusammen mit einem Freund in einer großen Wohnung des gleichen Hauses lebt. Mit hervorragendem historischen Wissen und einer komödiantischen Ader ausgestattet, wäre er eigentlich lieber Schauspieler, müsste aber dazu erst mal sein Stottern in den Griff bekommen. Man verabredet sich zu einem Picknick und als Philibert einige Tage später eine stark erkältete Camille in ihrer Wohnung vorfindet, nimmt er sie bei sich auf, um sie gesund zu pflegen. Sehr zum Ärger seines Mitbewohners Franck, der Koch ist und momentan durch seine Großmutter schon ganz andere Sorgen hat, da sich diese nach einem Zusammenbruch nicht mehr um sich selbst kümmern kann, aber auch nicht in ein Pflegeheim will.
Vier verschiedene Charaktere, jeder von ihnen auf seine Art einsam, leben in einer seltsamen WG im Großstadtdschungel. Klingt wie schon mal dagewesen, ist es auch. Die Geschichte hat kaum Neues zu bieten und zeigt sich für den Zuschauer ziemlich vorhersehbar. Natürlich gibt es alle möglichen Probleme, sich anbandelnde Liebesbeziehungen und - wie könnte es anders sein - das obligatorische Happy End. Doch bleibt "Zusammen ist man weniger allein" trotz allem sehenswert. Regisseur Claude Berri, der 1966 den Kurzfilm-Oscar gewann, schafft es, den Film zwar ohne Überraschungen, dafür aber angenehm lebensnah zu inszenieren. Die Darsteller wirken zu jeder Zeit natürlich, ohne in irgendeiner Form gekünstelt aufzutreten. Gleiches gilt für die Dialoge. Etwas schade ist allerdings die Tatsache, dass die Geschichte für die Hintergründe der Figuren etwas viel Spielraum offen lässt. Da man einen 560 Seiten umfassenden Roman nicht ohne Einschränkungen in einen anderthalbstündigen Film umwandeln kann, wurde an dieser Stelle wohl gespart. Dass jeder der vier Hauptcharaktere in seiner Vergangenheit menschlich enttäuscht wurde, lässt sich für den Zuschauer mehr erahnen als dass es tatsächlich über die Geschichte vermittelt wird.
Die Darsteller liefern eine solide Leistung ab und wirken in ihren Rollen durchaus glaubwürdig. Da die Handlung einige Parallelen zu "Die fabelhafte Welt der Amélie" aufweist, hat man Camille gleich mit Amélie herself besetzt. Audrey Tautou (zuletzt in "The Da Vinci Code" an der Seite von Tom Hanks im Kino) bekommt hier direkt die nächste furchtbare Kurzhaar-Frisur verpasst und ähnelt ihrer früheren Rolle somit auch vom Äußeren her. Guillaume Canet, der den mürrischen Koch Franck spielt, dürfte den meisten Zuschauern am ehesten durch den Film "The Beach" bekannt sein, wo er an der Seite von Leonardo DiCaprio den Franzosen Étienne spielte. Zudem war er in "Vidocq" der Biograf von Gérard Depardieus Hauptfigur.
Digitale Aufarbeitung:
Die getestete DVD aus der Schweiz entspricht vom Umfang her der deutschen Scheibe von Universal, die technische Qualität dürfte ebenfalls ähnlich sein. Das Bild wirkt frisch und zeigt sich, typisch französisch, in etwas härteren, aber natürlichen Farben. Die Schärfe ist gut, aber nicht immer optimal, dafür ist der anamorphe Transfer klar und ohne auffälliges Rauschen. Der Ton liegt auf Deutsch und Französisch (in Dolby Digital 5.1 und wahlweise auch als überflüssige Stereo-Spur) vor und bietet ein dem Genre des Films entsprechendes Klangerlebnis mit jederzeit verständlichen Dialogen.
Als Bonusmaterial gibt es den Trailer zum Film sowie ein rund 20-minütiges Making Of, das leider in einem seltsamen Bildformat produziert wurde und oftmals 4:3-Bilder auf 16:9 streckt.
Fazit:
"Zusammen ist man weniger allein" bietet inhaltlich nichts Neues oder gar Überraschendes, kann aber durch die natürliche, ungekünstelte Inszenierung punkten. Die DVD zeigt sich im Hinblick auf sowohl Bild als auch Ton durchaus gelungen, das Bonusmaterial ist jedoch etwas dürftig.
Technische Daten (Schweizer Version):
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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92:44 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Französisch Dolby Digital 5.1 |
Französisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Zusammen ist man weniger allein
Ensemble, c'est tout
Routinierte WG-Geschichte ohne Überraschungen
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich, 2007 Regie: Claude Berri Drehbuch: Claude Berri Darsteller: Audrey Tautou, Guillaume Canet, Laurent Stocker, Françoise Bertin
Label :
Universal Pictures Germany
Verkaufsstart : 28.02.2008
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