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Kino-Besprechung - Die Anruferin
Story:
Manchmal erträgt Irm Krischka (Valerie Koch) die Einsamkeit nicht mehr, dann greift sie zum Telefonhörer und verstellt ihre Stimme wie die eines kleinen Mädchens. "Bitte, bitte erzähl mir eine Geschichte..." So lockt sie völlig fremde Menschen am Telefon in eine böse Falle. Ihre kranke Mutter (Franziska Ponitz) raubt ihr den letzten Nerv und auch in ihrem übrigen Leben läuft nichts wirklich so, wie sie es sich wünscht. In solchen Momenten ruft sie fremde Menschen an und zieht sich in ihre Scheinwelt zurück. Als Irm eines Tages jedoch ihr neuestes Telefonopfer Sina (Esther Schweins) kennen lernt, gerät ihr Leben außer Kontrolle. Denn die unfreiwillige Freundschaft zwischen den beiden Frauen stellt Irms Scheinwelt vollkommen in Frage.
Meinung zum Film:
Nach dem Vorbild ihres Theaterstücks kreierte Vera Kissl das Drehbuch, zu dem Felix Randau seinen zweiten langen Film nach "Northern Star" inszenierte. Obwohl ihr die Filmbewertungsstelle Wiesbaden das Prädikat "besonders wertvoll" verlieh, ist "Die Anruferin" eine eher ungewöhnliche Produktion, die nur bedingt überzeugen kann. Die Geschichte steigert sich, nach einem eher langsamen Start, zu einer interessanten und berührenden Charakterstudie, die durchaus aus dem Leben gegriffen sein könnte. Dennoch ist sie nicht so fesselnd, wie es sich im ersten Moment anhört.
Irm hat es in ihrem Leben nicht wirklich einfach. Sie wohnt mit ihrer bettlegrigen, kranken Mutter zusammen, die sie bis heute spüren lässt, dass Irms schon verstorbene Schwester stets ihre Lieblingstochter war. Trotz dieser Abweisung weigert sie sich ihre Mutter ins Heim zu geben und pflegt die Alkoholsüchtige statt dessen zu Hause. Es scheint so, als hasst sie ihre Mutter, doch tief im Inneren ist es wohl eher der Vorwurf, dass sie sich nie so um sie gekümmert hat, wie um ihre Schwester. Indem Irm andere Menschen belügt und sich damit selbst in den Mittelpunkt rückt, versucht sie die Vergangenheit zu vergessen und ihre Schuldkomplexe abzustreifen. Den Wechsel ihrer Identität, den die immer wieder vollzieht, scheinen das Leben für sie einfacher zu machen. Denn sie ist es Leid, sich ständig um Andere zu kümmern und ihr eigenes Leben an sich vorbei ziehen zu sehen. Endlich kann sie ihre Probleme vergessen, endlich dreht es sich einmal um sie.
In diesem Zusammenhang ist die schauspielerische Leistung von Valerie Koch zu erwähnen, die in der Rolle der Irm vollkommen aus sich hinausgeht. Auch die Mutter, die von Franziska Ponitz gespielt wird, weiß in Mimik, Gestik und Sprache zu überzeugen. Die Hass-Liebe zwischen Mutter und Tochter wird durch diese Schauspielerinnen sehr gut verkörpert. Doch trotz ihrer darstellerischen Qualitäten, kann die Verfilmung nicht ganz überzeugen. Als TV-Film hätte "Die Anruferin" wahrscheinlich ins Schwarze getroffen, als Kinofilm wird sie wohl untergehen.
Fazit:
"Die Anruferin" ist ein gut gemeinter Film, welcher von der Handlung her durchaus realistisch ist. Allerdings wäre er im TV besser aufgehoben gewesen als im Kino.
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Die Anruferin
Die Anruferin
Ein TV-Film im Kino
Autor der Besprechung:
Sabine Hut
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2007 Regie: Felix Randau Drehbuch: Vera Kissel Darsteller: Valerie Koch, Esther Schweins, Franziska Ponitz, Stefanie Mühlhan, Ivan Shvedoff, Marita Breuer
Verleiher:
NFP Marketing & Distribution
Kinostart : 20.03.2008
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