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DVD-Besprechung - Wintersonnenwende

Story:
An seinem 14. Geburtstag erfährt Will Stanton, dass er einer der "Uralten" ist, der Letzte in einer Ahnenreihe furchtloser Krieger, die sich dem unerbittlichen Kampf gegen finstere Mächte verschrieben haben. Er hat keine Zeit zu verlieren: Die Kräfte der Finsternis setzen alles daran, die Mächte des Lichts für immer auszulöschen. Auf einer wilden Jagd durch die Zeit kann Will die nötigen sechs Zeichen sammeln, um sich dem Bösen in einer letzten Konfrontation zu stellen. Das Schicksal der Erde liegt in den Händen dieses Jungen ...

Meinung zum Film:
Es gibt zwei Arten von filmischen Romanadaptionen: die guten und die schlechten. Dazwischen existiert eigentlich nichts, entweder eine Buchverfilmung funktioniert oder eben nicht. Bei "Wintersonnenwende" ist leider Letzteres der Fall. Dabei liegt mit Susan Coopers Kinder-Fantasy-Trilogie eine durchaus gelungene literarische Grundlage vor. Doch schafft es der Film nicht mal annähernd, sein Potenzial auszuschöpfen. Daran dürften auch die vorgenommenen Änderungen an der Geschichte schuld sein. Ein wichtiger Bestandteil des Romans sind innere Monologe der Hauptfigur Will Stanton. Diese Visionen und Träumereien fallen im Film komplett weg, wodurch dem Charakter das nötige Maß an Tiefgang genommen wird, ohne dafür einen Ausgleich zu schaffen. Da hilft es kaum, dass man versuchte, etwas mehr Spannung einzubauen, indem man aus dem im Buch eigentlich britischen Will einen nach England ziehenden Amerikaner gemacht hat.

Newcomer-Jungdarsteller Alexander Ludwig gibt seiner Figur dann den Todesstoß, indem er es nicht schafft, sie sich zu Eigen zu machen. Nicht nur stocksteif und undynamisch wirkt er, sondern auch reichlich unsympathisch. Wäre das bei einer kleinen Nebenrolle vielleicht noch zu verschmerzen, ist das für den "Retter der Welt" absolut inakzeptabel. Wenn die Hauptfigur nicht in der Lage ist, ihre enorme Wichtigkeit auch zu verkörpern, und der Zuschauer nicht mit ihr mitfiebern kann, wurde beim Casting ganz eindeutig etwas falsch gemacht. Bei den Nebendarstellern sieht es talentmäßig etwas besser aus, hier kommen TV-Größen wie Ian McShane ("Deadwood") oder Christopher Eccleston ("Dr. Who") zum Einsatz. Das vermurkste Drehbuch können sie allerdings nicht retten und sorgen zudem für ein weiteres Problem des Films: das viel zu große Talentgefälle zwischen den einzelnen Figuren. Ein derartiges Rauf und Runter bei der darstellerischen Qualität kann einfach nicht gut gehen.

Enttäuschend ist des Weiteren, dass der Film für einen Fantasystreifen ziemlich lahm inszeniert ist und keine nennenswerten Effekte oder sonstige optische Reize bietet. Etwas Wasser, etwas Glitzern und eine Horde Vögel - das war's dann auch schon mehr oder weniger. Zudem kommt es einem so vor, als hätte man sämtliche Locations und Set-Designs bereits in dem einen oder anderen Fantasyfilm der jüngeren Vergangenheit gesehen. So war "Wintersonnenwende" letztlich auch im Kino ein ziemlicher Flop, den kaum jemand sehen wollte und der schon nach wenigen Wochen aus den Lichtspielhäusern verschwand. Ob die beiden Fortsetzungen des ersten Bandes auch noch verfilmt werden, so dass die Trilogie irgendwann komplett vorliegt, bleibt abzuwarten, darf aber wohl eher bezweifelt werden.

Digitale Aufarbeitung:
Beim anamorphen Transfer überzeugen Schärfe, Farbwiedergabe und Kontrast in jeglicher Hinsicht. Allerdings gibt es große Probleme bei der Kompression. Immer wieder tauchen Blockrauschen und Artefakte auf, was selbst bei kleinen Bildschirmdiagonalen sehr störend ist. Der Ton wirkt frisch und gut abgemischt, was sowohl auf das Original als auch auf die Synchronisation zutrifft. Positiv fällt die gut gelungene Räumlichkeit auf.

An Extras bekommt man zwei entfallene Szenen sowie zwei Featurettes, wovon eine ein 40-minütiges Making Of ist. Letzteres schafft es stellenweise, durchaus interessant zu sein, plätschert aber leider größtenteils eher vor sich hin.

Fazit:
"Wintersonnenwende" kann leider weder als Romanadaption noch als eigenständiger Fantasyfilm überzeugen. Optisch bleibt das eigentlich erwartete Feuerwerk aus, so dass auch in dieser Hinsicht kein Land gewonnen wird. Die DVD bietet prinzipiell eine gute Qualität, scheitert aber an einer unverschämt schlechten Kompression, die es bei einem Major-Label in dieser Form nicht geben dürfte.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
94:51 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Spanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Spanisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • 2 Featurettes
  • 4 unveröffentlichte/erweiterte Szenen
Wintersonnenwende - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Wintersonnenwende
The Seeker: The Dark Is Rising

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Lahme Fantasy, die der Buchvorlage nicht gerecht wird


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
David L. Cunningham
Drehbuch:
John Hodge
Darsteller:
Alexander Ludwig, Christopher Eccleston, Ian McShane, Frances Conroy, James Cosmo

Label Deutschland :
20th Century Fox Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
14.03.2008