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DVD-Besprechung - Die Borgias
Story:
Die Borgias sind eigentlich nur eine neureiche Familie, die sich im Rom des 15. Jahrhunderts niedergelassen hat. Alle Mitglieder werden von den anderen Familien geschnitten. Doch Rodrigo Borgia hat das richtige Mittel parat. Er lässt sich zum Papst wählen und erlangt dadurch eine große Macht. Er nutzt sie, um sich seiner Gegner zu entledigen und seine Söhne, sowie seine Tochter Lucrezia mit den besten Posten bzw. Ehepartnern zu versorgen. Doch schon bald mehren sich die Menschen, die Rodrigo Borgia hassen und die wollen das Blut der Borgia fließen sehen.
Meinung zum Film:
Die Familie der Borgia war nur 11 Jahre wirklich mächtig. Als Alexander VI. (Rodrigo Borgia) 1503 starb, schwand auch die Macht dieser Familie. Und dennoch ist ihr Name vermutlich einer der Bekanntesten in Italien, vielleicht sogar noch bekannter als der der Sforza. Das ist erstaunlich genug, da die Borgias oder Borjas eigentlich eine aus Spanien stammende Adelsfamilie war, die aus dem Süden Aragóns kam. Ihre eigentliche Geschichte setzte sich allerdings noch bis 1748 fort, als die Linie der Herzöge von Gandía ausstarb. Die Borgias können sich jedenfalls rühmen auch heute noch in der Fantasie der Menschen herum zu schwirren. Es gibt zwei Manga-Serien (Cesare und Cantarella), die aktuell immer noch laufen. Mario Puzo widmete sein letztes Buch der Familie und Oscar Wilde bezeichnete Cesare Borgia als historisches Vorbild für Dorian Gray. Kaum eine andere Familie kann diese Faszination selbst in der modernen Kultur verzeichnen. Vielleicht lag es wirklich an der Grausamkeit und den Ausschweifungen, die insbesondere Cesare Borgia angelastet werden (wobei Historiker sein Leben inzwischen differenzierter betrachten). Vielleicht auch an der geheimnisvollen Gestalt der Lucrezia Borgia, die insgesamt viermal heiratete und neun Kinder gebar und in zahlreichen Filmen, die vor allem in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts entstanden, die Hauptperson spielte. Niemand weiß es genau.
Nun ist die Geschichte dieser außergewöhnlichen Familie mit Sicherheit eine spannende Angelegenheit und man dürfte meinen, dass es nicht allzu schwer sein würde, einen ebenso spannenden Film zu inszenieren. Doch ganz offensichtlich hatten die Drehbuchautoren so ihre Schwierigkeiten darin , in der Kürze die Würze zu finden. Langatmige 140 Minuten sind zusammen gekommen, die zwar sehr viele Einzelheiten aus der Geschichte der Borgias zusammentragen, aber es wäre mit Sicherheit besser gewesen, wenn man die Einzelheiten verkürzt und weiter zusammen gedampft hätte. Leider hat aber auch insgesamt die historische Korrektheit gelitten. Vielleicht liegt es am Nationalstolz der Spanier, dass viele Dinge in diesem Film geschönt erscheinen. Besonders schlimm ist allerdings, dass Catherina Sforza als kämpfende Amazone dargestellt wird. Dass passt insgesamt nicht in den historischen Kontext hinein. Auch wenn andere Dinge korrekt dargestellt wurden, so überwiegt doch das Gefühl, dass man vor allem eine gute Geschichte erzählen wollte und die Historie zu verbiegen verstand. Viele historisch wichtige Ereignisse, speziell rund um Alexander VI. bleiben leider außen vor.
Ganz sicher kann man dem Film keinen Vorwurf in Bezug auf Ausstattung geben. Kostüme, Kulissen und die generell Inszenierung sind auf einem hohen Niveau. Doch es reicht freilich nicht aus, Schauspieler in Kostüme zu stecken und in den Kulissen „Action!“ zu rufen. Die Schauspieler sind – wenn man einmal von Lluís Homar („Der Bodyguard“) in der Rolle des Papstes absieht – besseres Mittelmaß oder wurden nicht gut genug vom Regisseur angeleitet. Schade eigentlich. Denn vielleicht wäre die etwas chaotische Geschichte durch eine bessere schauspielerische Leistung gerettet werden können.
Digitale Aufarbeitung:
Technisch gesehen ist das Bild auf einem sehr hohen Niveau. Der Kontrast sitzt passgenau, die Farben wirken lebendig und perfekt abgestimmt. So sieht ein nahezu perfektes Bild aus. Der Ton wurde gut abgemischt. Es gibt zahlreiche, sehr schön gesetzte Effekte auf allen Lautsprechern. Hier kommt echtes Surround-Feeling auf.
An Special Features liegen lediglich der Originaltrailer, sowie eine Bildergalerie bei. Insgesamt etwas dünn.
Fazit:
„Die Borgias“ ist ein eher langatmiges und historisch ungenaues Werk. Man sollte diesen Film besser nicht zu ernst nehmen, dann kann er an manchen Stellen sogar unterhaltend sein.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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141:16 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Spanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Originaltrailer
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Bildergalerie
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Die Borgias
Los Borgias
Laster und Grausamkeit im mittelalterlichen Rom
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Spanien, 2006 Regie: Antonio Hernandez Drehbuch: Antonio Hernandez, Piero Bodrato Darsteller: Angela Molina, Antonio Dechent, Antonio Hernandez, Diego Martin, Eloy Azorin, Enrique Villen, Esther Ortega, Fabio Grossi, Giorgio Marchesi, Linda Batista, Lucia Jimenez, Luis Homar, Marco Bocci, Maria Valverde, Paz Vega, Roberto Alvarez, Roberto Enriquez, Sergio Muniz, Sergio Peris-Mencheta
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 27.03.2008
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