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DVD-Besprechung - Marmorera - Der Fluch der Nixe
Story:
Der schweizer Psychiater Simon Cavegn (Anatole Taubman) fährt mit seiner ihm frisch angetrauten deutschen Frau Paula (Mavie Hörbiger) in seine Schweizer Heimat, als sie an dem Ort Marmorera vorbeikommen, der in den 50er Jahren komplett einem künstlichen Stausee zum Opfer fiel. Dort entdecken sie die vermeintliche Wasserleiche Julia (Eva Dewaele), die sich aber schon bald als quicklebendig herausstellt. Kurz darauf verlieren einige alte Bewohner von Marmorera ihr Leben und Simon vermutet einen Zusammenhang zu seinem Fund.
Meinung zum Film:
Der schweizer Ort Marmorera existiert(e) in Wirklichkeit und auch die Tatsache, dass dieses Dorf 1954 komplett einem Stausee zum Opfer fiel und das Dorf oberhalb des Stausees wieder neu aufgebaut wurde entspricht den Tatsachen. Rund um diese Geschichte baute sich Regisseur und Drehbuchautor Markus Fischer einen Mystery-Thriller. Fischer selbst kann auf einige Erfahrungen als „Tatort“-Regisseur zurückblicken und auch sein Kameramann Jörg Schmidt-Reitwein ist kein unbeschriebenes Blatt, hat dieser doch schon für diverse Werner-Herzog-Filme diesen Posten innegehabt („Nosferatu“, „Woyzeck“). Vor der Kamera agieren Anatole Taubman, bekannt als Gast in einigen TV-Serien („Doppelter Einsatz“, „Polizeiruf 110“) und Mavie Hörbiger, die mit Christiane Hörbiger als Tante, Paul Hörbiger als Opa und Christian Tramitz als Cousin nicht nur eine hochkarätige Verwandtschaft vorzuweisen hat, sondern auch aus eigener Kraft zu überzeugen weiß.
Es sind also alle Voraussetzungen gegeben, um aus „Marmorera“ einen ungewöhnlichen und unterhaltsamen Mystery-Thriller entstehen zu lassen, leider wurde das Ziel nicht ganz erreicht. Dabei fängt alles recht vielversprechend an: Simon und Paula beobachten am Marmorera-See einen Fischer auf seinem Boot, der plötzlich verschwindet. In dem an Land gespülten Boot liegt die zunächst namenlose Julia, die vermeintlich tot ist, aber auf den Weg zur Gerichtsmedizin plötzlich lebendig wird. Sprechen möchte oder kann sie nicht und wie es der Zufall will, ist Simon in seiner Eigenschaft als Psychiater nun für Julias Genesung verantwortlich. Da in Marmorera selbst aber plötzlich die Totenrate ungewöhnlich ansteigt, was auch Simon nicht entgeht, fängt er an zu ermitteln und hätte bald selbst seine eigenen beruflichen Dienste nötig, da er immer seltsamer wird, sich auch zu Julia hingezogen fühlt und seine Frau vernachlässigt. Dummerweise sind die Szenen mit der geheimnisvollen Julia alles andere als angsteinflößend, so dass hier nicht die rechte Stimmung aufkommen will. Des Weiteren benimmt sich Simon manchmal so unnachvollziehbar, dass man nur mit dem Kopf schütteln kann. Beispielsweise versucht er in einer Szene, einen Mann davon abzuhalten, einen Stecker in die Steckdose zu stecken, aber anstatt nicht nur zu rufen und statt dessen aktiv tätig zu werden, sieht er lieber zu, wie sein Gegenüber ins Verderben läuft. Mit der sprichwörtlichen „neutralen Art“, die man den Schweizern zuspricht, ist so eine Inaktivität nicht mehr zu entschuldigen.
Sehr schön gelungen ist hingegen die Kameraarbeit von Jörg Schmidt-Reitwein, der auch vor kleinen Experimenten nicht zurückschreckt, wie zum Beispiel leicht schiefe Blickwinkel, die aber niemals störend, sondern angenehm wahrgenommen werden. Für eine passende Stimmung sorgt weiterhin der ruhige Score, der praktisch ständig aus den Lautsprechern klimpert und so für ein dem Thema des Films angemessenes Ambiente sorgt. Letztendlich überwiegt jedoch der Eindruck, dass der Film leise vor sich hinplätschert wie der thematisierte Marmorera-See und dass er mit knapp 110 Minuten etwas zu lang geraten ist. Man weiß nach Ende des Films auch nicht so recht, was das Gesehene letztendlich sollte und wo sich die Logik hinter dem Ganzen versteckt hält. „Marmorera“ lässt den Zuschauer also mit gemischten Gefühlen zurück, am ehesten kann dieser Film Leuten empfohlen werden, die auf leise Töne und ebensolchen Grusel stehen, die aber andererseits nicht vor den 1,2 vergleichsweise blutigen Szenen des Films zurückschrecken.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist wie nicht anders zu erwarten sehr gut auf DVD gebannt worden. Die typische, teilweise kalte Farbgebung des Films wird sehr gut auf den Bildschirm transportiert und Schärfe und Kontrast können ebenfalls überzeugen. Überraschend ist der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1, der praktisch pausenlos Soundeffekte auf die hinteren Lautsprecher zaubert und so für die richtige Stimmung sorgen kann.
An Extras gibt es einen Trailer in Schweizerdeutsch, einen auf hochdeutsch, ein knapp 15-minütiges Making of und eine Bildergalerie – also recht überschaubare Kost.
Fazit:
„Marmorera“ bringt alle Voraussetzungen mit, um zu einem durchgehend interessanten Mystery-Thriller zu werden. Leider wurde Stil über Inhalt gesetzt, somit bleibt ein visuell, darstellerisch und akustisch ansprechender Film, der inhaltlich jedoch nur auf Sparflamme kocht – schade.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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107:21 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Schwytzerdütsch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch, Französisch |
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Bonusmaterial:
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- Schweizer Trailer
- Deutscher Trailer
- Making of
- Bildergalerie
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Marmorera
Marmorera
Plätschert vor sich hin wie der thematisierte See, hat aber auch Stärken
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Schweiz, 2007 Regie: Markus Fischer Drehbuch: Markus Fischer Darsteller: Mavie Hörbiger, Dominique Jann, Peter Jecklin, Anatole Taubman, Eva Dewaele
Label :
Epix
Verkaufsstart : 15.05.2008
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