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DVD-Besprechung - Dard Divorce

Story:
Nathalie (Martina Ittenbach) lebt in Scheidung und will für sich und ihre beiden Kinder nur eines: Ruhe vor dem Ex-Mann (Barret Jones). Geschickt hat sie ein juristisches Geflecht gesponnen, welches bewirken soll, dass ihr Tim ruiniert wird und gleichzeitig das Recht auf den Umgang mit den eigenen Kindern verliert. Nach einem der letzten Treffen mit seinen Kindern kehrt Tim allerdings allein zu Nathalie zurück und stirbt schwer verletzt in ihren Armen. Das schiere Grauen greift um sich, denn sie wird immer wieder erneut Opfer schwerster körperlicher Attacken von wildfremden Typen die alle nur eines von ihr wollen: enorm viel Geld und Drogen. Das Problem ist nur, dass sie nicht weiß, wo offenbar Tim den begehrten Reichtum versteckt hat. Viel schlimmer noch ist, dass ihre Kinder ein lebendes Pfand sind.

Meinung zum Film:
Mit „Dard Divorce“ hat Olaf Ittenbach („Premutos – Der gefallene Engel“) einen blutigen Streifen geschaffen, der in Sachen Gore sehr grenzwertig ist. Dabei geht es weniger darum, dass er besonders innovativ an die harten Szenen herangegangen ist, sondern die Häufigkeit und Intensität der expliziten Gewalt. Es keimt der Verdacht auf, dass er sich von den aktuellen und akzeptierten Blutigkeiten auf der Leinwand anstecken ließ und in einer Art von Wettbewerbsdenken alle anderen Streifen überflügeln wollte. Selbst die von der SPIO/JK als strafrechtlich unbedenklich eingestufte Fassung wurde deutlich um 5 Minuten gekürzt, enthält aber dennoch einige derbe Szenen. Die von der FSK freigegebene Version wurde noch einmal deutlich mehr geschnitten.

Blendet der Zuschauer die Spezialeffekte mal aus, so schält sich eine Geschichte heraus, die sich kontinuierlich zu steigern weiß. Ein wenig erinnert das Geschehen um die Hauptfigur der Nathalie an den guten Streifen „Thursday“, bei dem ebenfalls die Qualität von Minute zu Minute steigt. Ein weiterer Aspekt ist der stetig ansteigende Level an Zynismus, der sehr an die „Die Hard“-Reihe erinnert. Ohne ins Detail zu gehen, schießt hier Nathalie den Vogel ab. Nathalie wird übrigens von Ittenbachs Frau Martina („Chain Reaction“) gespielt und sie macht ihre Sache erstklassig. Von der besorgten Mutter wechselt sie mühelos in die Opferrolle, in welcher sie eine feine Leistung abgibt. Der Rest der Crew überzeugt ebenfalls und so sind dann die fiesen Typen auch richtige böse Buben mit derben Einfällen, wie man Informationen aus einer vermeintlich blockende Frau heraus locken kann.

Wer aufpasst, der bekommt auch eine Erklärung für das Wort „Dard“ aus dem Filmtitel. Es bedeutet „schmerzhaft“ und kommt aus dem persischen Sprachgebrauch. Für die Verwendung dieses Wortes hält die Geschichte gegen Ende des Films sogar eine Erklärung parat. So gut die erzählte Geschichte auch ist, so trivial und vorhersehbar endet sie dann leider. Ein bisschen mehr Innovation hätte hier sicherlich besser gewirkt. Es gibt eine Szene, in der einer der richtig bösen Typen sich nackt auszieht, seine Sachen ordentlich zusammenlegt und dann eine Leiche „fachgerecht“ in einer Badewanne zerstückelt. Zunächst schüttelt man ungläubig den Kopf, doch das Ausziehen macht Sinn. Der Mann möchte sich einfach nicht bei seiner blutigen Arbeit die Klamotten versauen und ein nackter Körper ist fix abgeduscht und somit ohne Spuren der Tat.  

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt sehr unauffällig und zeigt keine großartigen Stärken oder Schwächen. Der Kontrast ist in Ordnung. Ähnlich ist es beim Ton, der aber beim räumlichen Klang so gut wie gar keine Akzente setzen kann.

Das Interview mit Olaf Ittenbach hat Spielfilmlänge, ist aber schon älteren Datums. Es stammt aus dem Jahr 2002 und gleich zu Beginn hat er das Bedürfnis, sich über seine sexuellen Vorlieben zu äußern. Im Laufe des Interviews kommen sicherlich noch einige interessante Infos herüber, doch für so manchen Zuschauer stellt sich auch die Vermutung ein, dass der redselige Regisseur ein wenig selbstverliebt ist.

Fazit:
Wer zuletzt Ittenbachs „Legion of the Dead“ gesehen hat, den erwartet mit „Dard Divorce“ ein ganz anderer Film. Die Ausrichtung geht deutlich in die Richtung von „Hostel“ und „Saw“, ohne jedoch Plagiat zu betreiben. Spannend und für manchen Zuschauer mit Sicherheit, trotz der Schnitte, zu blutig. Die technische Umsetzung hinterlässt einen durchschnittlichen Eindruck.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
73 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Interview
Dard Divorce - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Dard Divorce
Dard Divorce

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Gute Story, maues Ende


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland/USA, 2007
Regie:
Olaf Ittenbach
Drehbuch:
Olaf Ittenbach
Darsteller:
Martina Ittenbach, Barret Jones, Jaymes Butler, Kami Esfahani, Daryl Jackson

Label Deutschland :
I-On New Media
Verkaufsstart Deutschland :
08.04.2008