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DVD-Besprechung - Nomad - The Warrior
Story:
Kasachstan ist im 18. Jahrhundert von friedliebenden Nomadenstämmen bevölkert, die jedoch nicht in der Lage sind, sich zu vereinigen. Das Land wird jedoch stetig von räuberischen Horden heimgesucht, allen voran von den "Dsungaren", denen die einzelnen Stämme deutlich unterlegen sind. Eines Tages erfüllt sich jedoch eine alte Prophezeiung und ein junger Krieger wird geboren, der die Stämme eines Tages vereinen und vom Joch fremder Invasoren befreien wird. Der König der Dsungaren will das Kind deshalb beseitigen. Der Weise Oras (Jason Scott Lee) bildet den Jungen jedoch zu einem großen Krieger aus und versteckt ihn, bis seine große Stunde gekommen ist.
Meinung zum Film:
"Nomad - The Warrior" ist eine französisch-kasachische Co-Produktion, die komplett in Kasachstan gedreht wurde. Der Film wurde ursprünglich bereits zu Beginn des Jahres 2005 fertiggestellt, wobei zwischenzeitlich der Regisseur Ivan Passer ("Cutter`s Way") und der Kameramann Ueli Steiger ("Godzilla") ausgetauscht und durch Sergei Bodrov ("Der Kuss des Bären") und Dan Laustsen ("Silent Hill") ersetzt wurden. Die Weinstein-Brüder, Bob und Harvey, erwarben die Rechte an dem Film und veranlassten Nachdrehs weiterer Kampfszenen, sowie eine stärkere Konzentration auf die Liebesgeschichte des Films, was die internationale Premiere des Films bis ins Jahr 2006 verzögerte. Neben den vielen kasachischen Namen finden sich unter den Darstellern auch zwei illustre Namen, die Kampfsportfreunden das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen dürften. So agieren in "Nomad" Jason Scott Lee ("Dragon - Die Bruce Lee Story") und Mark Dacascos (Crying Freeman - Der Sohn des Drachen") erstmals gemeinsam in einem Film, später folgte dann eine weitere Zusammenarbeit in "Only the Brave", und das auch noch auf verschiedenen Seiten. Die eigentliche Hauptrolle übernimmt allerdings Jay Hernandez ("World Trade Center") der nach diesem Film sein nicht sonderlich großes Talent auch noch in "Hostel" zur Schau stellen durfte.
Auch wenn "Nomad" ein kasachischer Film ist, der amerikanische Einfluss bei der Produktion ist unübersehbar. Der Film ist nämlich ein extrem eindimensionaler Historienfilm, der trotz seiner prächtigen Landschaftsaufnahmen und der handwerklich guten Kameraarbeit von Dan Laustsen nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch wie ein typischer, historischer TV-Mehrteiler wirkt. Die Inhalte des Films scheinen auf zahlreiche Vorlagen zurückzugehen. Die Versuche des Dsungaren-Königs, den vermeintlichen Befreier im Kindesalter beseitigen zu lassen, erinnern z.B. an den biblischen König Herodes, der den gerade geborenen Jesus töten wollte. Die Idee eines angekündigten Befreiers, der im Geheimen aufgezogen wird, hat zudem im Historien- und Fantasygenre einen unglaublich langen Bart. Innovationen bietet der Film dann auch überhaupt keine und bedient sich stattdessen lieber typischer Versatzstücke des Genres, einer Liebesgeschichte, durch die enge Freunde beinahe zu Konkurrenten werden, diverser Action-/Schlachtszenen zur Auflockerung der eindimensionalen Story, wobei in "Nomad" auf Massenszenen komplett verzichtet werden muss, und natürlich darf auch der weise Lehrer nicht fehlen, der dem strahlenden Helden stets mit Rat und Tat zur Seite steht.
"Nomad" ist ein solider Film, der aber in keiner Kategorie wirklich herausragen kann. Die Kostüme wirken authentisch und die Landschaftsaufnahmen sind durchaus ansprechend. Die Liebesgeschichte wirkt allerdings sehr gezwungen und unterentwickelt, geradezu unfertig. Bei den Actionszenen geht es zwar handwerklich solide zu, das Talent von Jason Scott Lee und Mark Dacascos wird aber sträflich vernachlässigt. Jason Scott Lee bekommt nur zu Beginn ein paar kurze Kampfszenen, eine echte Konfrontation mit Mark Dacascos gibt es aber leider nicht, und eben jener muss bereits nach rund 50 Minuten getöteterweise das Feld räumen. Sehr viel zeigen darf er bis dahin leider auch nicht. Jay Hernandez wirkt in seiner Hauptrolle, die nun wahrlich alles andere als tiefgründig ist, zudem schon ziemlich überfordert. Bei den Darstellern kann aber eh niemand herausragen, hier wird nur Hausmannskost geboten. Ansonsten fällt besonders der unglaubliche platte Hurra-Patriotismus des Films bezüglich des kasachischen Nationalstolzes störend ins Gewicht.
Digitale Aufarbeitung:
Die Schärfe des Bildes ist sehr gut geworden und die Farbgebung wirkt sowohl natürlich als auch ausdrucksstark. Als einziger negativer Aspekt fällt lediglich ein leichtes Blockrauschen bei homogenen Flächen ins Gewicht. Rein technisch können alle drei Tonspuren überzeugen. Neben einer guten Verständlichkeit bei den Dialogen gefällt auch die Qualität der musikalischen Einspielungen und in den Actionsequenzen gibt es immer wieder gelungene, räumlich wirkende Effekte. Bei der englischen Tonspur fällt jedoch sehr stark auf, dass diese wohl nachträglich erstellt wurde. So wirkt der Klang wenig natürlich und auch bei der Stimmauswahl und der Qualität der ziemlich akzentreichen Sprecher liegt diese Tonspur ziemlich daneben.
Es gibt keinerlei Extras.
Fazit:
"Nomad the Warrior" ist ein durchschnittlicher Historienfilm, der an typische TV-Unterhaltung erinnert. Die Darsteller sind durchschnittlich, die Action eher solide, die Story wirkt sehr eindimensional und Innovationen sind nicht auszumachen. Während die simple Gut-Böse-Einteilung noch verzeihlich ist, nervt der unreflektierte Patriotismus stellenweise ganz gehörig. Auf der Habenseite stehen vor allem schöne Landschaftsaufnahmen, die leicht exotische Optik und die gute technische Qualität der DVD.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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106:40 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Kasachisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Nomad - The Warrior
Nomad
Ein eindimensionales Historienabenteuer auf TV-Niveau ohne jegliche Innovationen
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kasachstan / Frankreich, 2005 Regie: Sergei Bodrov, Ivan Passer Drehbuch: Rustam Ibragimbekov Darsteller: Jay Hernandez, Kuno Becker, Jason Cott Lee, Mark Dacascos, Dilnaz Akhmadieva, Doskhan Zholzhaksynov
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 05.06.2008
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