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DVD-Besprechung - Mein Kind vom Mars

Story:
Der verwitwete Science-Fiction-Autor David (John Cusack) entschließt sich trotz der Vorbehalte seiner Schwester Liz (Joan Cusack), den sonderbaren 6-jährigen Dennis (Bobby Coleman) zu adoptieren. Sonderbar deswegen, weil der Kleine sich als einen Bewohner vom Mars sieht, der sich lediglich auf einer Beobachtungsmission auf der Erde befindet. David muss es nun schaffen, dem Jungen wieder ein wenig mehr Erdbindung zu geben, denn ansonsten wird die Jugendbehörde einschreiten und die Familie auf Probe nach einer Testphase wieder trennen. 

Meinung zum Film:
Wer, wenn nicht ein Science-Fiction-Autor wäre besser dazu geeignet, einen 6-jährigen Jungen, der sich den ganzen Tag zum Schutz vor der Sonne unter einem Pappkarton versteckt und einen Gürtel mit Batterien um den Bauch trägt, um der gegenüber dem Mars leichteren Schwerkraft entgegen zu wirken, wieder in die Realität der Erde zu holen. Besagter Autor hat dabei aber selbst einige Probleme, mit dem Leben auf der Erde klarzukommen. Nach dem Tod seiner Frau verspürt er immer wieder eine große Sehnsucht nach einer Familie und Geborgenheit. Eine große Sehnsucht, die er nun durch den kleinen Dennis stillen möchte. David war als Kind selbst ein Sonderling, der von seinen Mitschülern nicht akzeptiert wurde und dadurch Hänseleien und Kinderstreiche über sich ergehen lassen musste, weswegen er Dennis' Situation als Außenseiter nur zu gut verstehen kann. Schnell wird klar, dass Dennis und David sich gesucht und endlich gefunden haben.

Die Auslegung der Geschichte ist durchaus ernst und teilweise auch ein wenig melancholisch geraten, doch immer wieder mit einer großen Prise Humor versehen. Der Humor ergibt sich in erster Linie aus dem Verhalten des Kindes, das durch seine recht eigenartigem Aktionen immer wieder für Aufsehen sorgt. Für blanken Slapstick ist jedoch kein Raum gegeben. Selbst wenn David auf die schrägen Verhaltensmuster seines Filius eingeht und mitspielt, ist das meist mehr charmant denn platt. Regisseur Menno Meyjes, der für sein Drehbuch zu „Die Farbe Lila“ mit einer Oscar-Nominierung bedacht wurde, geht mit seinen Figuren im Film sehr sorgfältig um und lässt die Handlung niemals entgleiten. Freunde der gleichnamigen Romanvorlage von David Gerrold bemängeln allerdings, dass dem Buch an sehr vielen Stellen die Stärke genommen und für eine seichte Hollywood-Produktion weichgespült wurde. Wer die Romanvorlage kennt, sollte sich somit klar darüber sein, dass alles deutlich mehr auf Mainstream ausgelegt und Kontroversen, wie z.B. Davids Homosexualität bewusst ausgealssen wurden.

John Cusack („Identität“) ist eine ideale Besetzung für den Part des David in der Filmversion. Gelungen vermittelt er mit seinem fassungslosen Hundeblick bei neuen Aktionen seines frischen Zöglings die Mischung aus Fassungs- und Hilflosigkeit, und dies in einer sehr sympathischen Weise. Bobby Coleman („Surface“) kann nur wenig falsch machen, da ein Kind, das vorgibt, vom Mars zu sein, in einer gut geschriebenen Geschichte es leicht hat, solange er nichts anderes versucht, als Kind zu sein. Das Spiel zwischen Filmvater und –sohn klappt hervorragend und wird durch Joan Cusack („Liebe auf Umwegen“), die sowohl im wahren Leben als auch im Film Johns Schwester ist, bestens ergänzt. In kleineren, teils eher unwichtigen, wenn nicht sogar verschenkten Rollen sind noch Sophie Okonedo ("Hotel Ruanda") als Sozialarbeiterin, Amanda Peet („Was das Herz begehrt“) als beste Freundin und Oliver Platt („Flatliners“) als Davids Agent zu sehen. Was den Film durchweg hemmt ist der Umstand, dass auf der einen Seite alles sehr oberflächlich bleibt, auf der anderen Seite dafür aber der Humor zu kurz kommt. So bleibt es am Ende bei einem netten Film, der kurzweilige Unterhaltung bietet, letzten Endes aber nicht lange im Gedächtnis verweilen wird.  

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck, bietet zwar keine außergewöhnlichen Werte, aber auch keine nennenswerten Schwächen. Gleiches gilt für den deutschen Ton, der stets gut zu vernehmen ist.

Als Extra gibt es unter anderem einen Audiokommentar mit den Autoren Seth Bass und Jonathan Tolins, sowie den Produzenten Corey Sienega und David Krischner. Als weiteres Bonusmaterial folgt eine ganze Reihe an nicht verwendeter, bzw. alternativer Szenen, die eine Gesamtlaufzeit von rund 26 Minuten haben. Der nette Beitrag "Arbeiten mit dem Kind von Mars" befasst sich in rund 23 Minuten mit den Dreharbeiten mit Kinderdarsteller Bobby Coleman. Es folgen noch rund 12 Minuten Film über die realen Vorbilder zum Drehbuch - den Buchautor und sein Adoptivkind. Abgerundet wird die Bonussektion durch den Trailer zum Film. 

Fazit:
„Mein Kind vom Mars“ ist ein netter Film über eine charmante Beziehung zweier auf ihre Art eigenwilligen Personen. Es gibt ein wenig zu lachen, ein wenig was zum Nachdenken und ein wenig rührendes. Allerdings nichts ganzes und nichts halbes, weswegen der Film nicht mehr als leichte Unterhaltungskost für zwischendurch darstellt, als solche aber gut funktioniert.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,85:1
1,85:1
102:41 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit den Autoren Seth Bass und Jonathan Tolins, sowie den Produzenten Corey Sienega und David Kirschner
  • Nicht verwendete, bzw. alternative Szenen
  • Vorsicht zerbrechlich: Die Arbeit mit dem Kind vom Mars
  • Das echte Kind vom Mars
  • Kinotrailer
Mein Kind vom Mars - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Mein Kind vom Mars
Martian Child

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein netter Film - nicht mehr, aber auch nicht weniger


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
Menno Meyjes
Drehbuch:
Seth Bass, Jonathan Tolins (basierend auf dem Roman von David Gerrold)
Darsteller:
John Cusack, Bobby Coleman, Amanda Peet, Joan Cusack, Sophie Okonedo, Oliver Platt

Label Deutschland :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart Deutschland :
14.03.2008