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DVD-Besprechung - Hallam Foe
Story:
Hallam Foe (Jamie Bell) hat ein ungewöhnliches Hobby: Er schleicht sich in das Leben anderer, beobachtet ihren Alltag, sieht ihre kleinen Geheimnisse und großen Sehnsüchte - und kennt sie so oft besser als sie sich selbst. Dabei bleibt er stets passiver Zuschauer - das eigene Leben zieht regelrecht an ihm vorbei. Erst als er über den Dächern von Edinburgh die Liebe entdeckt, beginnt er das Leben mit anderen Augen zu betrachten - und lernt, auch sein eigenes in die Hand zu nehmen.
Meinung zum Film:
Hallam Foe ist der Sohn eines wohlhabenden schottischen Architekten, der mit dem Tod seiner Mutter nicht fertig wird. Verantwortlich für die Tragödie macht er - in bester "Hamlet"-Manier - seine neue Stiefmutter, die zuvor die Sekretärin des Vaters war. Denn Mutter Foe ist unter seltsamen Umständen gestorben: Sie wurde im See des Familienanwesens ertrunken aufgefunden. Als dann noch seine Schwester - Hallams einzig verbliebene Bezugsperson - das elterliche Haus verlässt, läuft Hallam davon, kommt nach Edinburgh und begegnet dort Kate, die seiner Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Verwirrt und begeistert nimmt er einen Job in dem Hotel an, in dem sie als Personalchefin arbeitet, und beginnt, sie heimlich zu beobachten. Damit hört er selbst dann nicht auf, als er sie später näher kennen lernt. Doch sie scheint sich auch nicht großartig daran zu stören.
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Peter Jinks. An die Umsetzung wagte sich Regisseur David Mackenzie, der nach "Young Adam" und "Stellas Versuchung" erneut eine Romanverfilmung vorlegt, die in diesem Fall teils unterschwellige, teils deutliche Anleihen an "Das Fenster zum Hof", "Vertigo" oder eben auch "Hamlet" hat. Das Besondere an "Hallam Foe" ist das Spiel mit den verschiedensten Stimmungen. Mal zu Tode betrübt, dann wieder in anderen Szenen zum Schreien komisch, schafft es der Film schnell, den Zuschauer für sich einzunehmen. Vor allem bleibt "Hallam Foe" dabei eines: zu jeder Zeit menschlich. Um die Tragik der Geschichte um den ver- und gestörten Jungen zu vermitteln, bedarf es keiner künstlichen Hilfsmittel. Allerdings ist zu bemerken, dass die Story teilweise etwas stark ins Fantastische abrutscht und fast schon märchenhafte Züge bekommt, was in der ansonsten so realistischen Atmosphäre ein wenig seltsam wirkt.
Positiv fällt die gelungene Darstellerwahl auf. Besonders Jamie Bell, den die meisten Zuschauer sicherlich noch als tanzenden "Billy Elliot" im Gedächtnis haben, weiß hier zu überzeugen und zeigt, dass mehr in ihm steckt als der kleine tanzende Snob. Er schafft es, sowohl die stille, verstörte Seite von Hallam Foe als auch dessen packende, ungezügelte Energie zu verkörpern. Sophia Myles ("Underworld: Evolution") hingegen gefällt in der Rolle von Hallams Geliebter, die ihn an seine Mutter erinnert und "auf verrückte Typen" steht. Bemerkenswert zeigt sich auch Claire Forlani ("CSI: New York"), die als Stiefmutter völlig undurchschaubar bleibt und der man durchaus den einen oder anderen Mord zutrauen würde.
Digitale Aufarbeitung:
"Hallam Foe" wird in den typisch britischen, etwas kühlen Farben gehalten. Das Bild ist zwar nicht schlecht, hat aber große Probleme beim Rauschen, das teilweise wirklich extrem wird. Zudem sind öfters Doppelkonturen zu erkennen. Der Ton spielt sich über die Dialoge hauptsächlich in der Front ab, kann jedoch durch Musik und Hintergrundgeräusche trotzdem eine angenehm räumliche Atmosphäre schaffen.
Das Bonusmaterial der getesteten DVD aus der Schweiz ist leider mal wieder noch magerer ausgefallen als das ihres deutschen Pendants. Während die deutsche Scheibe neben dem Trailer noch ein B-Roll und rund eine halbe Stunde an Interviews bietet, gibt es hier von Letzteren lediglich zehn Minuten zu sehen. Zusätzlich enthalten ist ein kurzer Ausschnitt vom Photocall auf der Berlinale. Dieser wurde anamorph aufgenommen, jedoch gibt die DVD nicht das entsprechende Flag aus, sodass man nur ein verzerrtes 4:3-Bild bekommt, wenn man das Bildformat an seinem Fernseher nicht manuell umstellen kann.
Fazit:
"Hallam Foe" ist ein sehr seltsamer, sehr gelungener und auch sehr menschlicher Film, der mit tollen Darstellern zu punkten weiß und in dem Jungstar Jamie Bell zeigt, dass er sich durchaus von der "Billy Elliot"-Schiene lösen kann. Die geteste DVD aus der Schweiz bewegt sich technisch im guten Mittelfeld, schwächelt aber leider stark beim Bonusmaterial.
Technische Daten (Schweizer Version):
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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91:31 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch, Französisch |
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Bonusmaterial:
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- Trailer
- Photocall
- Interviews
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Hallam Foe
Hallam Foe
Durchgeknallt, aber gut!
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 2007 Regie: David Mackenzie Drehbuch: David Mackenzie, Ed Whitmore Darsteller: Jamie Bell, Sophia Myles, Ciarán Hinds, Jamie Sives, Maurice Roëves
Label :
Universal Pictures Germany
Verkaufsstart : 06.03.2008
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