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DVD-Besprechung - Heisser Verdacht - Staffel 6
Story:
Detective Superintendent Jane Tennison (Helen Mirren) ist mittlerweile 54 Jahre alt. Den sanften Druck, der auf sie bezüglich einer vorgezogenen Pensionierung ausgeübt wird, ignoriert sie jedoch schlichtweg. Vielmehr stürzt sie sich direkt in ihren nächsten Fall, den brutalen Mord an einer jungen, bosnischen Einwanderin. Die Tat entpuppt sich jedoch sehr schnell als deutlich weitreichender, als es zunächst den Anschein hatte. Es besteht offensichtlich eine Verbindung zum jugoslawischen Bürgerkrieg und dortigen Greueltaten serbischer Paramilitärs. Jane Tennison sieht sich schließlich dazu gezwungen, über die Landesgrenzen hinaus vor Ort in Bosnien weiter zu ermitteln.
Meinung zum Film:
Nach rund siebenjähriger Pause kehrte die englische Erfolgsreihe "Heisser Verdacht" mit ihrer gewohnt starken Hauptdarstellerin Helen Mirren ("Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber") im Jahr 2003 auf die TV-Schirme zurück. Die Regie übernahm Tom Hooper ("Elizabeth I"), ein Neuling innerhalb der Reihe und das Drehbuch schrieb der bis dato nicht sonderlich hervorgetretene Peter Berry ("The Last Enemy"). Diese Episode wurde erneut nach dem bewährten Erfolgsrezept der Reihe als Zweiteiler mit Einzelfolgen in Spielfilmlänge konzipiert. Im Jahr 2004 wurde "Die letzten Zeugen" alleine für vier BAFTA TV Awards nominiert, u.a. für die beste Hauptdarstellerin, außerdem auch noch für vier "Emmys", z.B. als herausragende Miniserie. Drei Jahre später folgte mit "Heisser Verdacht - Das Finale" der vermeintliche Schlusspunkt der britischen Erfolgsserie.
"Heisser Verdacht - Die letzten Zeugen" schlägt einen deutlich weiteren Bogen als die bisherigen Episoden der Reihe und knüpft zudem nahtlos an den starken Eindruck an, den bereits "Heisser Verdacht - Tödliche Verstrickung" hinterließ. Dabei wirkt der Film phasenweise eher wie ein Drama, die Spannung ist hingegen nicht unbedingt seine große Stärke. Der Kreis der Verdächtigen ist äußerst begrenzt und es werden zu Beginn einfach zuviele eindeutige Fingerzeige für den Zuschauer gegeben. Dafür sticht diese Episode aber vor allem durch ihre Intensität und ihren düsteren Unterton hervor. Während sich Jane Tennison zu Beginn noch beweisen muss, dass sie noch längst nicht zum alten Eisen gehört, nimmt der eigentliche Mordfall immer dramatischere Züge an. Die Spur des Täters reicht bis in die Zeiten des jugoslawischen Bürgerkriegs zurück und Völkermord ist ein wichtiges Thema dieser Folge. Einer der Höhepunkte des Films ist so z.B. der Dialog zwischen Tennison und ihrem Vater, der ihr über seine Empfindungen bei der Befreiung von Bergen-Belsen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs berichtet und ihr dadurch die Kraft gibt, sich erneut gegen die Direktive ihrer Vorgesetzten zu stellen und für Gerechtigkeit einzusetzen - ein typisches, aber stets kraftvolles Schema der Reihe .
Zwar wirkt Tennison in dieser Folge nicht so emotional und kratzbürstig wie bisher, den Fall verfolgt sie aber verbissen und mit großem Durchhaltevermögen. Sie ist nicht an einer schnellen, unvollständigen Auflösung des Falls interessiert, sondern an einer umfassenden Aufklärung, für die sie auch vor einer Reise nach Bosnien nicht zurückschreckt, obwohl es dabei zu größeren Verstimmungen mit Scotland Yard kommt. Überhaupt spielt in dieser Folge Politik eine ebenso große Rolle wie die Frage nach Loyalitäten und ihren Grenzen. Stärken dieser Episode sind auch wieder die psychologische Kriegsführung während der Verhöre, die internen Streitigkeiten und Kompetenzrangeleien der Polizei und die kompromisslose Handlungsweise von Jane Tennison gegen alle Widerstände. Der Fall selbst zieht seine Faszination vor allem aus den Figurenkonstellationen und den vielen kleinen Schritten auf dem Weg zur endgültigen Auflösung. Die Frage nach dem Täter und dem genauen Hergang der Tat ist hingegen weit weniger zentral.
Digitale Aufarbeitung:
Entgegen den Angaben auf der Verpackung liegt der Zweiteiler keinesfalls im Vollbildformat 4:3 vor, sondern im anamorphen Breitbildformat 1,78:1. Die Bildqualität der Serie ist gegenüber den ersten Veröffentlichungen der Serie mittlerweile deutlich verbessert worden, allerdings ist längst noch nicht alles eitel Sonnenschein. Es liegt nach wie vor ein relativ starkes Bildrauschen vor, das bei den glücklicherweise nicht sehr zahlreichen Nachtaufnahmen beinahe schon inakzeptabel ist. Das Farbspektrum ist ebenfalls nicht gerade ausdrucksstark und die Schärfe bewegt sich im eher durchschnittlichen Bereich. Beide Tonspuren überzeugen mit guter Verständlichkeit sind aber ansonsten völlig unspektakulär abgemischt.
Es gibt erneut, wie schon bei den vorherigen Veröffentlichungen der Serie keinerlei Extras.
Fazit:
"Heisser Verdacht - Die letzten Zeugen" ist eine emotional ziemlich berührende und düstere Episode der britischen Erfolgsreihe, die oftmals eher an ein Drama erinnert als an einen typischen Kriminalfilm. Das Thema Völkermord, gepaart mit der Frage nach Loyalitäten und falsch verstandener Gefolgschaft, sorgt für tiefgründige Unterhaltung mit glaubwürdigen Charakteren. Helen Mirren ragt mit ihrer Darstellung heraus, während die technische Präsentation eher solide ist und Extras sogar komplett fehlen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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197:07 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Heisser Verdacht - Die letzten Zeugen
Prime Suspect 6: The Last Witness
Helen Mirren in Bestform innerhalb einer der besten Folgen der gesamten Reihe
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 2003 Regie: Tom Hooper Drehbuch: Peter Berry Darsteller: Helen Mirren, Oleg Menshikov, Ben Miles, Robert Pugh, Clare Holman, Velibor Topic
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 28.03.2008
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