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DVD-Besprechung - Extras - Staffel 1
Story:
„Extras“ ist die englische Bezeichnung für Statisten. Andy Millman (Ricky Gervais) und Maggie Jacobs (Ashley Jensen) sind 2 von denen, die sich als stumme Personen im Hintergrund bei Film- und Fernsehproduktionen ihr Geld verdienen. Während Andy stets auf der Jagd nach einer Zeile im Film ist, stürzt sich Maggie vor allem immer wieder von einer Affäre in die nächste.
Meinung zum Film:
Nach dem Ende der erfolgreichen BBC-Sitcom „The Office“ suchten Ricky Gervais und Stephen Merchant nach einer neuen Idee, um ihren typisch britischen Humor weiterhin an das Publikum bringen zu können. Herausgekommen ist dabei ein weiterer Blick auf einen Arbeitsplatz, der diesmal jedoch einen ganz speziellen Clou mit sich bringt. Da die Schauplätze jeweils Filmsets sind, kann pro Folge (mindestens) ein bekannter Schauspieler problemlos in die Story als er selbst integriert werden. Und das Motto lautete bei den Gastauftritten „Nicht kleckern, sondern klotzen“. Hollywoodgrößen wie Ben Stiller („Nachts im Museum“), Kate Winslet („Little Children“), Samuel L. Jackson („Pulp Fiction“) oder Patrick Stewart („X-Men“) sind in der ersten Staffel zu sehen. Highlight bei den Auftritten ist Kate Winslet, die in herrlich selbstironischer Weise eine Nonne in einem Holocaust-Film spielt, weil "...diese Art Rolle eine Oscar-Garantie mit sich bringt, obwohl es aber im Grunde schon mehr als genug von dieser Art Vergangenheitsbewältigung gibt", und nebenbei noch in herrlich obszöner Weise Maggie Tipps für Telefonsex mit ihrem Partner gibt und anschließend immer wieder ungeduldig nach dem Ergebnis fragt.
Die Hauptrolle hat wie bereits in „The Office“ Ricky Garvais selbst übernommen. Seine Filmfigur Andy Millmann ist dabei im Grunde nicht anderes als eine Kopie von Büromanager David Brent aus „The Office“, allerdings mit dem Unterschied, dass Andy sich am genau gegensätzlichen Ende der Karriereleiter befindet. Um die nächste Sprosse zu erreichen, ist ihm kein Versuch zu peinlich, sich bei anderen anzubiedern, um endlich eine Zeile in einem Film sagen zu können. Wenn er sich anderen Personen vorstellt, weist er stets darauf hin, dass er eigentlich Schauspieler sei und sich mit der Arbeit als Statist nur ein bisschen Taschengeld nebenher verdiene und versucht, so den Kontakt zur Basis zu halten. Gleich geblieben ist, dass er stets treffsicher auf jedes Fettnäpfchen zusteuert und sich immer tiefer in peinliche Momente eingräbt, anstatt einfach mal still zu sein. Mit Maggie (Ashley Jensen / „Alles Betty!“) steht ihm nun eine nicht minder auffällige Partnerin zur Seite, die mit ihrem Filmleben im Hintergrund zwar kein Problem hat, dafür aber auf der ständigen Suche nach einem Freund ist und dabei wegen ihrer naiven, treudoofen und verzweifelten Art von einer Katastrophe in das nächste Abenteuer steuert.
Das Talent wirklich keine Peinlichkeit auszulassen passt sich perfekt an Andy an und zusammen erleben die beiden befreundeten Statisten so manches Waterloo.
Der Humor der Serie ist schon ziemlich deftig geraten und vor allem Minderheiten werden von Andy und Maggie immer wieder unbeabsichtigt und ohne jede böswillige Absicht in den Fokus gerückt und mit nicht immer ganz leicht verdaulichen Späßen bedacht. Lachen tut man als Zuschauer aber trotzdem, da es am Ende immer der überhebliche Andy oder die schusselige Maggie sind, auf dessen Kosten der Witz endet. Und genau hier liegt eine der ganz großen Stärken der Serie, die zwar Witze macht, die man sonst nicht unbedingt gewohnt ist, welche am Ende aber so aufgelöst werden, dass man lachen kann, ohne dabei nach Gesetzen der "Political Correctness" ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Die einzelnen Episoden verkommen dabei auch nie zum Klamauk und haben immer ein klein bisschen Tragikkomik zu bieten, wie man es auch vom Antihelden David Brent gewohnt war. Der Unterhaltungswert der Serie ist sehr hoch geraten und es bleibt zu wünschen, dass auch die 2. Staffel und das Serien-Finale ihren Weg auf eine deutsche DVD finden werden.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist für eine BBC-TV-Serie gut anzuschauen. Die Farben wirken zwar ein wenig blass, was aber nicht sonderlich störend ins Gewicht fällt. Der deutsche Ton ist gut zu verstehen, doch trotz der bekannten Sprecherstimmen der Darsteller sollte bei entsprechenden Englischkenntnissen dem O-Ton der Vorzug gegeben werden, da die Gags und die Charaktere in ihrer Muttersprache noch um einiges besser zur Geltung kommen.
Als Extra gibt es rund 20 Minuten an verpatzten Szenen, die äußerst sehenswert sind und einen großen Unterhaltungswert besitzen. Es folgen 6 nicht verwendete Szenen, gefolgt von einem Beitrag, in dem Ricky Garvais und Stephen Merchant verzweifelt versuchen, einen geeigneten Ersatz für Jude Law zu finden, der offensichtlich kurz vor Drehbeginn absagte. Als erste Wahl kristallisiert sich dabei immer mehr Leonard DiCaprio heraus, allerdings hat man keine Ahnung, wie dieser zu erreichen ist. Köstlich! Es folgt noch ein Beitrag, in dem Ricky seine Späße mit Editor Nigel Williams treibt sowie ein Making Of, das zeigt, wie schwer es war, eine neue erfolgreiche Serie nach dem Smashhit "The Office" zu liefern und wie sich die Arbeit mit den Stars darstellte.
Leichte Abzüge gibt es allerdings für die Verpackung, da die beiden DVDs auf einem Halter direkt übereinander liegen, was Sammler höchst ungerne sehen werden. Zudem muss man zu Beginn der DVDs eine ganze Reihe an Trailern über sich ergehen lassen, die nicht zu überspringen sind.
Fazit:
„Extras“ bietet einen Ricky Garvais in einer typischen Rolle als Möchtegern-Held, der sehr zur Freude des Publikums immer erst zu spät bemerkt, wenn er sich mal wieder genüsslich in einem Fettnäpfchen suhlt und selbst dann noch aus einem Reflex heraus weitermacht. Auch die Gaststar und Partnerin Ashley Jensen wissen zu überzeugen und sorgen dafür, dass der tiefschwarze, aber niemals verletzende Humor für beste Unterhaltung sorgt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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6 Folgen a ca. 29 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Outtakes
- Deleted Scenes
- Finding Leo
- Taping Nigel
- Extras: The difficult 2nd Album
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Extras - 1. Staffel
Extras - Season 1
Extra Andy Williams ist ein würdiger Nachfolger für Bürohengst David Brent
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 2005 Regie: Ricky Gervais, Stephen Merchant Drehbuch: Ricky Gervais, Stephen Merchant Darsteller: Ricky Gervais, Ashley Jensen, Stephen Merchant, Shaun Pye, Shaun Williamson, Ben Stiller, Ross Kemp, Vinnie Jones, Kate Winslet, Samuel L. Jackson, Patrick Stewart
Label :
BBC
Verkaufsstart : 28.03.2008
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