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DVD-Besprechung - Die Ludolfs - Staffel 3.1

Story:
Die Ludolfs, das sind die vier Brüder Peter, Horst-Günter, Uwe und Manfred ("Manni"), die zusammen eine Autoverwertung in Dernbach im Westerwald betreiben. Während Peter das riesige Ersatzteillager mit einigen Millionen Teilen nach seinem einmaligen "Haufenprinzip" verwaltet, ist Horst-Günter für den Kundendienst zuständig. Manfred und Uwe hingegen tragen die Verantwortung für die Abholung und Ausschlachtung der Schrottautos.

Meinung zum Film:
Ende Oktober 2007 veröffentlichte Polyband die 2. Staffel der "Ludolfs" auf DVD. Auf dem Privatsender DMAX läuft seit dem 12. März 2008 die bereits vierte Staffel der Ludolfs. Mit Ende dieser Staffel hat es die Doku-Soap dann bereits auf 53 Folgen gebracht. Auch international sorgen die Ludolfs aktuell für Furore, in den Niederlanden untertitelt und auf Discovery Russland sogar in Landessprache synchronisiert. Die Merchandising-Welle ist aber auch in anderen Bereichen nicht mehr aufzuhalten. Die Ludolfs haben es in der Zwischenzeit sogar zu Ehren als Comichelden gebracht und auch das Buch zu den Gebrüdern Schrott gibt es mittlerweile in den Buchläden. Die vorliegende erste Hälfte der dritten Staffel wird auf drei DVDs im Digipak mit schickem Schuber ausgeliefert und umfasst zwölf Folgen mit jeweils rund 47-48 Minuten Spielzeit.

Die dritte Staffel von "Die Ludolfs" folgt dem bewährten Konzept der vorigen beiden Staffeln, was allerdings auch zugleich ihren größten Kritikpunkt darstellt. Etwas wirklich Neues wird nämlich kaum geboten. Die vier Brüder verbreiten wie eh und je Gemütlichkeit und gute Laune, Manfred und Uwe zanken wie kleine Kinder, Peter zelebriert sein Haufenprinzip, Günter bewegt sich selten bis nie und Neuzugänge in den heiligen Hallen werden in Wettbewerbe und Jux-Aktionen eingebunden. Peters Kochkünste spielen dagegen in dieser Staffel eine deutlich geringere Rolle auch wenn natürlich eine erneute "Liebeserklärung an die Nudel" nicht fehlen darf. Ein wenig störend wirken bei der 3. Staffel die Zusammenfassungen an den Stellen, wo offensichtlich im Fernsehen Werbeblöcke eingebaut waren. Auch der erläuternde Kommentar aus dem Off darf nicht fehlen, wirkt aber mit der Zeit auch eher routiniert als unterhaltsam. Ähnliches gilt auch für die ständig gleiche musikalische Erkennungsmusik der Serie, die langsam aber sicher ein gewisses Nervpotential entfaltet. Die Aktionen der Ludolfs sind mal mehr und mal weniger innovativ und amüsant, gegenüber den vorherigen Staffeln ist die Luft aber schon ein wenig raus. So manche Folge wirkt künstlich auf die Laufzeit von fast 50 Minuten gestreckt, während im Grunde nichts wirklich Weltbewegendes passiert.

Aber bei aller Kritik an den wenigen Veränderungen, die Ludolfs bleiben liebenswert-skurille Charaktere, die ihre ganz eigene Lebensphilosophie zelebrieren. Bei den Ludolfs ist die Welt noch in Ordnung, es herrscht Harmonie und Familienverbundenheit und irgendwie sind alle Brüder geistig beneidenswert jung geblieben. Und eben diese "Jugendhaftigkeit" führt immer wieder zu familieninternen Wetten und diversem Schabernack. In der ersten Folge springen die Ludolfs z.B. auf den Ökotrend auf und stellen ihre eigenen Experimente zum "Umweltauto" vor. Ein alter Fiesta wird hier entkernt und zum Leichtgewicht mit erhöhter Reichweite umgebaut. In einer anderen Folge wird der Wankelantrieb des NSU Ro 80 bestaunt und der karosserietechnische Brückenschlag zum Designerbe der aktuellen Audi-Modelle nachvollzogen. Anhand eines alten VW-Bus T2 transformieren sich die Ludolfs in Alt-Hippies mit Flower-Power-Garantie und in einer weiteren Folge wird mit Hilfe eigener Crashtests die Sinnhaftigkeit von Airbags nachgewiesen. Das geschieht natürlich ohne reale Personenschäden, auch wenn zumindest ein paar Melonen dran glauben müssen. Die Anlieferung einer alten Maserati-Limousine führt schließlich zu einer Sternstunde für Manni auf dem Hockenheimring am Steuer eines Lamborghini Diablo. Dieser muss sich im Anschluss noch mit einem von Uwe pilotierten Ferrari Testarossa messen. Weitere teilnehmende Liebhaberstücke dieser Staffel sind u.a. noch ein Fiat 850 Spyder oder ein Opel Kapitän in ihrer vollen Blüte.  

Digitale Aufarbeitung:
Wie schon bei der letzten Box bewegt sich die Bildqualität der DVDs für eine TV-Serie auf einem hohen Niveau. Die Schärfe ist gut, der Kontrast ist überzeugend, die Farben sind kräftig und es fällt lediglich ein minimales, kaum wahrnehmbares Hintergrundrauschen auf. Der Ton bietet ebenfalls zu jeder Zeit gute Verständlichkeit, nur ein paar Außenaufnahmen wirken nicht optimal.

Das einzige Extra dieser Box ist das kurze Feature "Weihnachtsmarkt bei Ludolfs" (9:25). Von Weihnachten ist allerdings wenig zu bemerken und im Grunde handelt es sich hier um eine Kopie des "Tags der offenen Tür" von der 2. Staffel, jedoch diesmal ohne jeden Aha-Effekt und auch noch schlecht zusammengeschnitten.  

Fazit:
Nach Innovationen sucht man in der 3. Staffel von "Die Ludolfs" vergeblich, stattdessen wird lieber Altbewährtes angeboten. Alte Besen kehren jedoch bekanntlich gut, weshalb auch diese Folgen wieder besinnlich-humorvoll daherkommen und auch für Automobilfreunde einiges an Schauwerten zu bieten haben. Die erste Hälfte der 3. Staffel bietet fast 9 Stunden Unterhaltung, in gewohnt guter technischer Qualität, interessante Extras gibt es diesmal zwar leider nicht, Fans können aber trotzdem wieder bedenkenlos zugreifen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,78:1
1,78:1
12 Folgen à ca. 48 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • "Weihnachtsmarkt bei Ludolfs"
Die Ludolfs - Staffel 3.1 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die Ludolfs - Staffel 3
Die Ludolfs - Staffel 3

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Die Ludolfs sind zurück und ihre Fans werden sie auch weiterhin lieben


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2007
Darsteller:
Die Ludolfs

Label Deutschland :
Polyband
Verkaufsstart Deutschland :
28.03.2008