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Kino-Besprechung - Der Rote Baron
Story:
Manfred von Richthofen ist ein Fliegerass - der beste der deutsche Luftwaffe im ersten Weltkrieg. Sein Ruf ist legendär und wegen seiner Vorliebe für rote Flugzeuge wird er bei Freund und Feind der 'Rote Baron' genannt. Doch die deutsche Heeresleitung nutzt sein Talent und Charisma nicht nur für militärische Zwecke. Er soll als Kriegsheld einer kriegsgebeutelten Generation Vorbild und Ikone sein - und dabei wollte er doch immer nur fliegen...
Meinung zum Film:
Wenn der erste Weltkrieg einen Kriegshelden hervorgebracht hat, dann wahrscheinlich Manfred von Richthofen. In einer Zeit als Kampffliegerei wie ein Sport mit Ehrgeiz und Fairness betrieben wurde, wird "Der Rote Baron", der sich einfach nicht kleinkriegen lässt, zur Legende. Unter der Regie von Nikolai Müllerschön kommt hier die Geschichte Richthofens an der Westfront 1916-18 im Hollywoodformat auf die Leinwand. Inszeniert als Historiendrama ist der Film erfreulich nah an Richthofens Autobiographie 'Der rote Kampfflieger'. Und trotz des Anspruchs, auch vor amerikanischem Publikum zu bestehen, verfällt er nicht in Klischees wie etwa "Pearl Harbour".
Gedreht in der Nähe von Prag zeichnet sich der Film durch bildgewaltige Vielseitigkeit aus. Gerade der absurde Gegensatz zwischen der schlammigen Hölle der Schützengräben und den etwas weltfremden Piloten auf ihren idyllischen Flugfeldern macht einen großen Teil des Films aus. Bemerkenswert für einen Film über eine Fliegerlegende ist, wie wenige echte Flugszenen es tatsächlich gibt. Es ist denkbar, dass damit das Budget für Spezialeffekte geschont wurde. Wenn es dann aber zu Luftschlachten mit bis zu 500 Flugobjekten kommt, dann sind die Bilder beeindruckend. Die Piloten scheinen etwas steif in ihren Sitzen, aber der 'fliegende Zirkus' aus dem Computer ist sehenswert. Leider ist die Botschaft des Films über die Grausamkeit des Krieges teilweise etwas zu plump und einige der Bodenszenen auch etwas zu zerrig, so dass einem actionverwöhnten Zuschauer durchaus langweilig werden könnte.
Die Besetzung des Films ist erstklassig. Obwohl die Drehsprache Englisch ist, sind sämtliche deutsche Piloten auch mit deutschen Schauspielern besetzt. Die Hauptrolle des Manfred von Richthofen wird dabei von Matthias Schweighöfer ("Soloalbum", "Keinohrhasen") gespielt. Da ein Film ohne weibliche Hauptrolle langweilig werden könnte, wird ihm die bezaubernde Lena Headey ("Brothers Grimm", "300") zur Seite gestellt. Dankenswerterweise verkommt ihre Rolle der Krankenschwester Käte Otersdorf nicht zum Betthäschen für den Helden, obwohl die beiden definitiv mehr in Romantik involviert sind, als historisch verbrieft ist. Richthofens enger Freund Werner Voß wird sehr sympathisch von Til Schweiger ("Knocking on Heavens Door", "Keinohrhasen") gespielt. Auch die weiteren deutschen Schauspieler, unter ihnen bekannte Namen wie Axel Prahl, Ralph Misske und Maxim Mehmet sind durchweg überzeugend. Wohl um den Film international interessanter zu machen, ist Richthofens Gegenspieler, der kanadische Pilot Roy Brown mit dem brillanten Josef Fiennes ("Shakespeare in Love", "Luther") besetzt.
Fazit:
'Für eine deutsche Produktion richtig gut' würde dem "Roten Baron" als Urteil nicht gerecht werden. Der Film ist durchaus sehenswert. Eine interessante Geschichte wurde auf der Leinwand sehr gut umgesetzt. Aber ob der "Rote Baron" das breite Kinopublikum mit Augenmerk auf Explosionen begeistern kann, bleibt wohl abzuwarten.
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Der Rote Baron
Der Rote Baron
Höhenflug des deutschen Kinos?
Autor der Besprechung:
Falk Ebert
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deustchland, 2008 Regie: Nikolai Müllerschön Drehbuch: Nikolai Müllerschön Darsteller: Mathias Schweighöfer, Lena Headey, Til Schweiger, Joseph Fiennes
Verleiher:
Warner Bros.
Kinostart : 10.04.2008
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