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Kino-Besprechung - Fleisch ist mein Gemüse
Story:
Der schüchterne Musiker Heinz (Maxim Mehmet) hat in seinem Leben nicht viel zu lachen. Immer im Schatten seines Bandleader Gurki (Andreas Schmidt) ziehen sie von Schützenfest zu Schützenfest und es geschieht nichts Neues. Seine Mutter kämpft mit so manchen psychischen und physischen Problemen, was es für den noch bei ihr wohnenden Heinz nicht einfacher macht. Schließlich hat er genug und versucht, mit den Sängerinnen Anja und Jette auf eigene Faust den Durchbruch zu schaffen.
Meinung zum Film:
Mit 250.000 verkauften Exemplaren wurde das Buch "Fleisch ist mein Gemüse" zum Bestseller und Weisheiten wie „Der Mensch ist kein Beilagenesser“ befanden sich plötzlich in aller Munde. Das Buch von Heinz Strunk hat nicht wirklich etwas mit Ernährung zu tun, sondern ist eher autobiographischer Natur. Es handelt von Strunks frühen Jahren und der damit verbundenen Karriere als Musiker. Außerdem ist "Fleisch ist mein Gemüse" eine Abrechnung mit dem tristen Landleben im Norden. Die von Dorf zu Dorf tingelnde Band wird wunderbar beschrieben und mit ihr die strenge Hirarchie, die Engstirnigkeit, Langeweile sowie weitere provinzielle Besonderheiten. Wenn Kirmes als das Höchste der Gefühle gilt, dann kann man sich vorstellen, dass mit bissigem Humor nicht gegeizt wurde. Leider geht viel von dem Witz dadurch verloren, das ein "realistischer" Film gedreht werden sollte, der in die 80er Jahre passt. Eine gewisse Distanzierung hätte in dieser Hinsicht gut getan, dann wäre die eigentlich sehr lustige Buchvorlage besser zur Geltung gekommen und die tragische Seite würde im Film nicht überwiegen.
Anders als im Buch wirkt der echte Heinz Strunk im Film mit. Da er eine jugendliche Version seiner selbst nicht mehr glaubwürdig verkörpern konnte, wurde kurzerhand eine neue Rolle hinzugeschrieben: Strunk hängt einer Jagdtrophähe ähnelnd an der Wand eines Zimmers, ihm gegenüber ein Plüschhirsch, mit dem er sich unterhält. So kommt es, dass der Autor seine eigene Geschichte erzählt und sich mit Fragen oder Erklärungen immer wieder in die Handlung einbringt. Was zu Beginn noch witzig ist, wird bald schon durch die nicht wirklich geschliffenen Dialoge langweilig. Auch wollen die lustigen Szenen nicht wirklich mit den ernsteren harmonieren, die Verfilmung scheint sich nicht auf eine Richtung festlegen zu wollen. Es ist keine richtige Filmstruktur vorhanden, denn das Buch wurde nahezu 1:1 adaptiert: Durch die zahlreichen Haupt- und Nebenhandlungen zieht sich der Film streckenweise sehr in die Länge. Hier hätte es gut getan, die Handlung des Buches dem Medium Film etwas anzupassen.
Regie führte Christian Görlitz ("Kommissar Rex", "Großstadtrevier"), der mit "Fleisch ist mein Gemüse" seinen ersten Kinofilm präsentiert. Maxim Mehmet ("Der rote Baron") verkörpert den jungen Strunk sehr gut, da er glaubwürdig spielt und als norddeutscher Typ für diese Rolle wie geschaffen ist. Susanne Lothar ("Amen") begeistert als psychotische (oder eher psychopatische?) Mutter, und Sängerin Anja, die bedauerlicherweise nur selten zu sehen ist, kann in ihrer Rolle überzeugen - ebenso wie die anderen Bandmitglieder. Lediglich Bandleader Gurki, dargestellt von Andreas Schmidt ("Die Fälscher"), wirkt größtenteils zu aufgedreht und übertrieben lustig, womit er auf die Dauer eher nervt. Schuld dafür trägt jedoch weniger Schmidt als vielmehr die Regie.
Fazit:
Trotz der guten Buchvorlage kann der Film alleine nicht wirklich überzeugen. Der trockene Witz geht teilweise unter, die Handlung zieht sich zm Teil sehr in die Länge. Positiv fallen größtenteils die schauspielerischen Leistungen auf, vor allem Maxim Mehmet kann in der Hauptrolle voll und ganz überzeugen. Aus der Vorlage hätte man eindeutig mehr machen können (und müssen), und deshalb ist "Fleisch ist mein Gemüse" mal wieder nur ein halbfertiger deutscher Film.
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Fleisch ist mein Gemüse
Fleisch ist mein Gemüse
Keine wirklich gute Buchumsetzung
Autor der Besprechung:
Sabine Hut
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland , 2008 Regie: Christian Görlitz Drehbuch: Christian Görlitz Darsteller: Heinz Strunk, Maxim Mehmet, Jona Mues, Susanne Lothar, Andreas Schmidt, Rocko Schamoni
Verleiher:
Universal Pictures Germany
Kinostart : 17.04.2008
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