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DVD-Besprechung - Warum halb vier?
Story:
Fußball ist der unangefochtene Volkssport Nummer 1 der Deutschen. Kein anderer Sport vermag es hier mehr Menschen in den Stadien und vor den Fernseher zu vereinen, als die Elitekicker der Fußball Bundesliga. Die Brüder Lars und Axel Pape haben sich auf die Suche nach der Faszination des Sportes begeben und das Phänomen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.
Meinung zum Film:
Samstags, 15:30 Uhr wird der Großteil der Begegnungen in der Fußball-Bundesliga angepfiffen. Während die 22 Spieler auf dem Feld versuchen, das Runde in das Eckige zu bringen, wird auf den Tribünen und in den Kurven eine ganz eigene Kultur gelebt. Für 2 x 45 Minuten plus Nachspielzeit ist es egal, wer man ist, wo man herkommt und wo man nach dem Abpfiff wieder hingeht. Die Spielzeit über wird der Alltag vergessen und nur noch mit den Freunden und Leidensgenossen auf den Zuschauerrängen mitgefiebert, getrauert und gefreut. Doch so etwas wie den Fußballfan als fest definierte Größe gibt es schon lange nicht mehr. Der Sport ist für die Einen zu einem Gemeinschaftsgefühl geworden, während die Anderen einfach nur das Spiel sehen wollen. Die TV-Erfahrenen Brüder Lars („Balko“) und Axel Pape („Im Namen des Gesetzes“) sind der Faszination des Fußballs nachgegangen und haben mit zahlreichen Personen über ihre Bindung zu diesem Sport gesprochen.
Der Beginn der Doku gibt sich ein wenig zäh. Einen Großteil der Zeit nehmen zwei in die Jahre gekommene Hobbykicker ein, die von ihren Erinnerungen an ihre aktive Zeit in einer niederen Spielklasse berichten. Zwischendurch gibt es immer mal wieder Fanchöre von Fortuna Düsseldorf zu hören, die ihre Schlachtengesänge zum Besten geben. Während die Berichte der Ex-Fußballer mit der Zeit immer dröger klingen, erscheinen die Fangesänge in ihrer isolierten Weise schon von Beginn an steril. Interessant gestalten sich in dieser Phase vor allem die Erzählungen von Schauspieler Joachim Król („Rossini“), der erzählt, wie er über die gemeinsame Liebe zu Westfalia Herne eine ganz enge Beziehung zu seinem Vater aufgebaut hat. Der erfahrene Darsteller bekommt dabei auch heute noch ein Leuchten in den Augen, wenn er vom Gewinn der Champions League 1997 seiner favorisierten Borussia aus Dortmund und dem Tor von Lars Ricken erzählt. Auch die Berichte von Philipp Köster, dem Chefredakteur des Fußball-Magazins „11 Freunde“ sorgen dafür, dass die eher trockenen Passagen ein wenig gelüftet werden. Bei ihm kann man vor allem einiges von Emotionen, dem Frust bei einer Niederlage, aber auch dem Stolz unter Gleichgesinnten in einer gut gefühlten Kurve zu stehen, erfahren. Auch die Tatsache, dass es beim Fußball egal ist, wie man aussieht, und man bei der Liebe zum Verein nicht Gefahr laufen kann, einen Korb zu bekommen, weiß der leidenschaftliche Fußballfreund passend zu erzählen.
Emotionen werden auch bei Gesprächen mit Personen aus dem Fußballgeschäft verbreitet. So erzählt Rudi Asssauer, der ehemalige Manager des FC Schalke 04 detailliert, wie sich die 5 Minuten bei der Meisterschaft der Herzen abgespielt haben. Fredi Bobic, der im Magischen Dreieck beim VfB Stuttgart für Furore sorgte, erzählt, wie brutal es für die Profis ist, mit dem Druck von außen umzugehen und dass er wegen den Angriffen und Anfeindungen der Fans von Borussia Dortmund flüchtete. VfB Stuttgart Profi Thomas Hitzlsberger wiederum erzählt eine Anekdote, wie er sich bei seinem ersten Premiere League Tor beim Jubeln ein wenig blamierte. Es wird mit fortlaufender Spielzeit immer mehr klar, dass es beim Fußball schon längst nicht mehr nur um den Sport geht. Vor allem durch die Ultras entsteht eine Fankultur, bei der es im Vordergrund steht, sich selbst im Rahmen des Vereins zu präsentieren, einstudierte Fangesänge in das Rund der Arenen zu bringen und mit Choreos für Aufsehen zu sorgen. Als starken Kontrast hierzu gibt es im Gegenschnitt Joachim Król zu sehen, der sagt, dass ihm das ganze drumherum mit den Fahnen vollkommen egal ist, was er braucht ist einzig und alleine das Geschehen auf dem Rasen. Am Ende ist Fußball halt das, was jeder für sich darin sehen möchte. Eines ist er aber für alle – emotionaler Gesprächsstoff, der an jedem Samstag Abend eines Spieltages für hitzige Diskussionen sorgt.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist für eine Dokumentation gut gelungen. Lediglich in den Randbereichen gibt es immer mal wieder deutlich verschwommene Konturen zu sehen, die aber nicht sonderlich stören. Der Ton ist sehr klar abgemischt und bei den Fanchören gibt es sogar eine angenehme Breite zu hören.
Bei den Extras sind vor allem die Outtakes zu empfehlen, hinter denen sich rund 23 Minuten nicht verwendetes Interviewmaterial verbirgt, das teilweise interessanter als der Hauptbeitrag ist. Im Making Of wird über rund 15 Minuten gezeigt, wie die verschiedenen Interviews gehalten wurden, wie die Macher selbst ehrfürchtig an manches Gespräch herangingen und wie schwer es war, aus dem gedrehten Material einen Film zu schneiden. Ein kleinerer Beitrag berichten noch von zwei „Groundhoppern“, die Stadien aller Ligen und Länder besuchen, ohne sich wirklich für das Spiel zu interessieren und es gibt noch einmal rund 8 Minuten Fortuna Düsseldorf Fangesänge am Stück. Abschließend folgt noch der Trailer zur Doku.
Fazit:
„Warum halb vier?“ ist eine Dokumentation von Fans, für Fans und mit Fans. Wer mit Fußball nichts anfangen kann, wird auch der DVD schon vor dem Abpfiff den Rücken kehren. Freunden des Ballsports bietet sie ein Stück Emotion, je nachdem, wie man selbst den Sport erlebt, halt etwas mehr oder weniger.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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84:46 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Making of
- Outtakes
- Groundhopper
- Fan-Chor
- Kino-Trailer
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Warum halb vier?
Warum halb vier?
Von Fans, für Fans, mit Fans
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2006 Regie: Lars Pape Drehbuch: Lars Pape, Axel Pape Darsteller: Joachim Król, Philipp Köster, Rudi Assauer, Rudi Völler, Harry Baer, Markus Kavka, Fredi Bobic, Thomas Hitzlsperger, Rainer Calmund
Label :
brothers finest
Verkaufsstart : 10.04.2008
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