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DVD-Besprechung - The great warming

Story:
Das stete Ansteigen der Temperaturen über die Jahrzehnte und die immer mehr in den Vordergrund tretenden Unwetterkatastrophen haben dazu geführt, dass ein immer größer werdendes Bewusstsein für den Klimaschutz in der Bevölkerung entsteht. „The Great Warming“ versucht durch Gespräche dem Thema der globalen Erderwärmung auf den Grund zu gehen und Wege zu finden, um eine globale Katastrophe zu verhindern. 

Meinung zum Film:
Themen, die ein Besinnen auf Umwelt und Ernährung hervorrufen möchten, stehen immer höher im Kurs der Konsumenten. Es werden immer mehr Dokumentationen in den Handel gebracht, die sich kritisch mit umweltpolitischen Themen befassen. So berichtete „The Future of Food“ über die möglichen Auswirkungen von genmanipulierten Nahrungsmitteln und „We Feed the World - Essen global“ über den Weg, den Nahrungsmittel hinter sich bringen müssen, um in die Regal der Kaufhäuser und Märkte gefunden werden zu können. Mehr um die Lebensräume unseres Planeten ging es unter anderem in „11th Hour - 5 vor 12“ mit Leonardo DiCaprio als Gastgeber und nicht zuletzt in „Eine unbequeme Wahrheit“, unter der Schirmherrschaft des fast bis eigentlichen US-Präsidenten Al Gore, in der dieser über die Gefahren der globalen Erderwärmung berichtet. Kurze Zeit später gab es mit „The Great Global Warming“ sogar die Gegendarstellung zu den Thesen aus dem Al-Gore-Release, um eine andere, teils aber bereits widerlegte Sichtweise auf die Thematik zu bieten. Mit „The Great Warming“ gibt es nun einen weiteren Vertreter, der sich mit der globalen Erwärmung beschäftigt.

Als prominente Zugpferde für diese Dokumentation konnten Schauspieler Keanu Reeves („Matrix“) und Sängerin Alanis Morissette („Jagged Little Pill“) gewonnen werden, deren Präsenz im Beitrag sich aber weitestgehend auf die Einleitung zu Beginn des Films, bzw. auf Kommentare aus dem Off in der englischen Sprachfassung beschränkt. Eine gutgemachte Dokumentation hat es aber auch gar nicht notwendig, durch berühmte Namen sein Publikum bei Laune zu halten, dies sollte allein Aufgabe der Informationen und Schicksale sein, die präsentiert werden. Aber genau hier scheitert „The Great Warming“, die durch zahlreiche oberflächliche Informationen und zu rührselige, aber nicht unbedingt hinreichend präsentierte Einzelschicksale nie mehr ist als eine lose Ansammlung flüchtigen Hinweisen. Große Kritikpunkte im Film richten sich gegen Länder wie China, in denen der ärmere Teil der Bevölkerung sich keine Gedanken darüber macht, welche Konsquenzen das Verheizen von schädlicher Stoffe macht, während die Mittelschicht vermehrt vom Rad auf das Auto umsteigt. Die Informationen als solche sind dabei zwar durchaus interessant, doch in der leeren Breite, in der diese präsentiert werden, irgendwann aber auch langatmig.

Woran es der Dokumentation eindeutig fehlt, ist ein richtiges Konzept, durch das es einzelne Punkte in einem Gesamtkontext setzt. Doch leider gibt es nur zusammenhanglos wirkende Einzelpunkte zu erfahren, ohne echten roten Faden. So ist es zwar als Anekdote ganz nett zu erfahren, dass die Ausscheidungen von Kühen wegen der großen Menge an Biogasen zu einem Problem geworden sind, vor allem auch deshalb, weil für ihre Zuchtwiesen teils Wälder gerodet werden mussten. Aber dass diese Information gleich mehrfach präsentiert erscheint beim zweiten Erwähnen schon ein wenig überholt. Es ist auch ganz nett, einem christlichen Missionar in Sachen Umweltschutz bei der Arbeit in seiner Kirchengemeinde beizuwohnen, doch außer der Tatsache, dass ein konsequenter, weltweiter Einsatz von Energiesparlampen die CO²-Emissionen deutlich senken würde, kommt dabei an Informationen nichts weiter heraus. Von einer ernstgemeinten Dokumentation sollte aber mehr erwartet werden können, als lediglich eine Ansammlung von Anekdoten zu sein. Und genau wegen dieses Versäumnis kann „The Great Warming“ leider nur sehr wenig überzeugen.   

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist für eine Dokumentation ansprechend gut gelungen und auch der Ton erfüllt seinen Zweck und ist stets klar zu verstehen. Trotz dts-Spur darf aber keinesfalls auch nur annähernd raumfüllender Klang erwartet werden.

Als einziges Extra gibt es den Trailer auf der DVD zu finden.

Fazit:
„The Great Warming“ verliert sich in zahlreichen Darreichungen einzelner Anekdoten, die aber nicht so recht das Gefühl aufkommen lassen, dass wirklich neue Erkenntnisse innerhalb eines klaren Konzeptes präsentiert werden. Und da es bereits Beiträge zum Thema der globalen Erwärmung gibt, die genau dies deutlich besser schaffen, kann diese Dokumentation nicht unbedingt empfohlen werden.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
82:51 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
The great warming - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Great Warming
The Great Warming

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Der gute Wille ist da, einzig an der Umsetzung hapert es


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kanada / USA, 2006
Regie:
Michael Taylor
Drehbuch:
Michael Taylor
Darsteller:
Alanis Morissette, Keanu Reeves

Label Deutschland :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
09.05.2008