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DVD-Besprechung - Metroland
Story:
Chris (Christian Bale) lebt mit Frau und Kind in Metroland, dem vorstädtischen Inbegriff des Kleinbürgertums. Hier wuchs er einst auf und schwor sich, diesen Ort um jeden Preis zu verlassen, um ein bohèmeartiges Künstlerdasein in Paris zu führen. Nach einer wilden Zeit im Paris der späten 60er-Jahre zog es ihn jedoch zurück in die Vorstadt und lebt genau auf die gleiche Art und Weise wie seine Eltern, die er dafür früher verdammt hat. Aber eines Tages taucht sein alter Freund, der Freidenker Toni (Lee Ross), auf und bringt sein "Spießerleben" gehörig durcheinander. Toni wirft ihm vor, seine Ideale verraten zu haben und versucht ihn wieder zu "bekehren".
Meinung zum Film:
"Metroland" von Regisseur Philip Saville ("Diana - Meine Geschichte") basiert auf dem gleichnamigen Roman des englischen Schriftstellers Julian Barnes, der im Jahr 1989 erstmals in deutscher Sprache verlegt wurde. Allerdings konzentriert sich das Drehbuch von Adrian Hodges ("Primeval") viel stärker auf die späten Jahre von Chris und Toni, während man ihre wilde Zeit vor allem in Flashbacks vorgesetzt bekommt und hier auch Chris deutlich stärker im Mittelpunkt steht, da es sich um Erinnerungen aus seiner Perspektive handelt. Das Ensemble des Films kann sich durchaus sehen lassen. Die männliche Hauptrolle spielte Christian Bale ("Prestige - Die Meister der Magie") und die weibliche Hauptrolle übernahm Emily Watson ("Die Asche meiner Mutter").
"Metroland" ist eine Mischung aus Drama und Beziehungskomödie. Gerade zu Beginn macht der Film einen recht erfrischenden Eindruck und schildert eindringlich, wie das Auftauchen von Toni die heile Welt von Chris gehörig durcheinander bringt. Bis zu diesem Zeitpunkt glaubte Chris sich mit seinem Leben im Reinen zu befinden. Tonis ständige Querverweise auf vergangene, vermeintlich großartige Zeiten und sein Befremden über das, was scheinbar aus Chris geworden ist, machen ihn jedoch äußerst nachdenklich. Im weiteren entspannt sich eine Art Rivalität zwischen Toni und Chris Frau Marian, die beide auf ihre Art und Weise um Chris kämpfen. Toni nimmt dabei die Rolle des Teufels ein, der versucht Chris in Versuchung zu führen, während Marian die Stimme der Vernunft darstellt. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt bekommt der Film allerdings ernste Probleme, denn Marian wird einfach als zu sauertöpfisch und herrschsüchtig dargestellt, um großartige Sympathien zu ernten. Und so lässt sich Chris auch erstmal treiben und genießt seine neuen Freiheiten, denen stets Flashbacks an seine unvergessliche Affäre mit seiner alten Flamme Annick in Paris vorausgehen.
Leider verliert sich der Film nach rund 40 Minuten völlig in den freizügigen Erinnerungen an die späten 60er, bzw. frühen 70er-Jahre in Paris. Hier gibt es dann erstaunlich zahlreiche Szenen der Marke textilfrei, die zwar ein wenig die Stimmung dieser Zeit transportieren mögen, allerdings vor allem viel Leerlauf erzeugen, die den Film in keinster Weise voranbringen. Im weiteren schildert der Film alle Einzelheiten der Affäre mit Annick und im Anschluss, wie sich Chris und Marian überhaupt kennengelernt haben. In der Gegenwart hingegen hat Toni mittlerweile bei Chris soviel Einfluss gewonnen, dass es ihm beinahe gelingt, ihn dazu zu bringen, seine Frau zu betrügen. Im folgenden vollzieht der Film dann eine völlig unglaubwürdige Wendung und Toni wird vom ehemals besten Freund zum neiderfüllten Fiesling hochstilisiert, der Chris sein Glück schlichtweg nicht gönnt. Auf diese Weise weicht der Regisseur auch effektiv und feige dem Problem von Chris aus, eine Entscheidung treffen zu müssen, die ihm ja durch Tonis Verhalten abgenommen wird. Am Ende des Films steht der Zuschauer also wieder am Ausgangspunkt, der hier aber als Mogelpackung namens Happy End verkauft wird, welches erschreckend mutlos wirkt und Niemanden zufriedenstellen dürfte.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität dieses mehr als zehn Jahre alten Films kann nicht wirklich überzeugen. Das Bild wirkt ziemlich "matschig", denn weder die eher durchschnittlichen Schärfe- und Kontrastwerte, noch die blassen Farben, sorgen für einen wirklich guten Gesamteindruck. Zudem weist das Bild auch noch ein deutliches Rauschen auf. Beim Ton gibt es wenig Spektakuläres zu vermelden. Der Film ist eher ruhig und dialoglastig, eine gute Verständlichkeit ist stets gegeben, mehr allerdings auch nicht.
Auch der Extrabereich ist sehr spärlich ausgefallen. Es gibt lediglich einen Trailer, ein Statement des Regisseurs (2 Seiten), den Text "Philip Saville über Metroland" (3 Seiten), eine Fotogalerie und im DVD-ROM-Teil der DVD noch 12 Seiten Interviews mit dem Regisseur, den Hauptdarstellern und dem Produzenten Andrew Bendel im PDF-Format.
Fazit:
"Metroland" sorgt zu Beginn gerade mit dem Over-Acting der Darsteller für einen lebendigen und humorvollen ersten Eindruck. Die andere Seite des Films, als Drama einer Ehe, wirft ein paar interessante Fragen auf, die aber im weiteren Verlauf nie beantwortet werden, da der Film nach rund 40 Minuten völligen Schiffbruch erleidet, sich im Nichts verliert und den Zuschauer mit einem furchtbar mutlosen und konstruierten Ende vergrault. Technisch ist die DVD bestenfalls Durchschnitt und auch die Extras können nicht überzeugen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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96:48 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Trailer
- Statement des Regisseurs
- "Philip Saville über Metroland"
- Fotogalerie
- DVD-ROM-Bereich mit Interviews von Regisseur Philip Saville, den Hauptdarstellern Christian Bale, Emily Watson, Lee Ross, Elsa Zylberstein und Produzent Andrew Bendel
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Metroland
Metroland
Selbst für Spießer dürfte dieser Film keinen sonderlichen Kick mit sich bringen
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich / Großbritannien / Spanien, 1997 Regie: Philip Saville Drehbuch: Adrian Hodges (basierend auf einem Roman von Julian Barnes) Darsteller: Christian Bale, Emily Watson, Lee Ross, Elsa Zylberstein, John Wood, Amanda Ryan
Label :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart : 02.05.2008
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