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DVD-Besprechung - Pornorama
Story:
München, Ende der Sechziger Jahre. Bennie (Tom Schilling) steht kurz vor seiner Vereidigung als Polizeibeamter als er die nette Luzi (Karoline Herfurth) kennen lernt. Das Problem ist jedoch, dass sie als sexuelle Revoluzzerin Polizisten absolut nicht ausstehen kann, da diese in ihren Augen ein repressives System stützen. Also gibt Bennie vor an der Filmhochschule zu sein und einen Film drehen zu wollen. Als dann auch noch sein Bruder Eddie (Benno Führmann) in einen finanziellen Engpass gerät, wird die Notlüge plötzlich zu einer Wahrheit und mit einem ganz speziellen Team beginnen die leicht chaotischen Arbeiten an einem Aufklärungsfilm.
Meinung zum Film:
Gegen Ende der sechziger Jahre begann eine Phase der sexuellen Aufklärung in der Gesellschaft. Das Thema Nummer Eins wurde endlich aus der Mottenkiste geholt und gnadenlos an die Öffentlichkeit gezerrt. In dieser Zeit war, man höre und staune, Geschlechtsverkehr nur unter Eheleuten erlaubt, außerehelicher Verkehr war strafbar. Sex war nun in aller Munde, woran auch Aufklärer Oswald Kolle einen nicht unerheblichen Anteil hatte. Mit einher gingen die ersten Studentenproteste gegen die staatliche Obrigkeit und der Beginn einer Ära war eingeläutet. Inmitten diesen Szenarios spielt „Pornorama“ von Regisseur Marc Rothemund ("Sophie Scholl - Die letzten Tage") mit seinen so grundsätzlich unterschiedlichen Charakteren. Bennie repräsentiert die schiere Bürgerlichkeit, während Luzi für den Wandel in der Gesellschaft steht. Freddie hingegen ist der Typ dem Gesellschaft egal ist, Hauptsache es springt etwas für ihn dabei heraus.
Nach rund 30 Minuten bekommt der filmerfahrene Zuschauer ein leichtes Gefühl des „Das kenn ich doch irgendwoher!“. Auch wenn die Sexszenen mehr im Hintergrund bleiben, kommt mehr und mehr der Gedanke auf, dass dieser Film satte 30 Jahre zu spät dran ist, denn da waren die Streifen von „Lass jucken Kumpel“ absolut der Renner und der Gesprächsstoff auf der Straße. Die Komödie kann sich nicht so recht entscheiden, worauf denn der Schwerpunkt gelegt werden soll und so bleibt der Humor weitgehend auf der Strecke. Der einzige Höhepunkt, wortwörtlich, ist die Szene in der die italienische und zugeknöpfte Hauptdarstellerin sich beim Nähen an einer alten Nähmaschine bis zum Orgasmus erregt. Im Prinzip war es das dann auch schon, denn die Liebesgeschichte zwischen Bennie und Luzi ist zu gekünstelt und unglaubwürdig.
Was als gelungen bezeichnet werden kann, sind die verschiedenen und durchweg schrägen Typen, mit denen der Zuschauer konfrontiert wird. Es ist schon eine illustre Truppe, in der einen Menge an humorigem Potential liegt, welches aber nur auf einem Minimum abgerufen wird. Allen voran ist da der Filmvorfüher Herr Eckert, der von Michael Gwisdek („Herr Lehmann“) verkörpert wird. Mit blitzsauberem Ossi-Akzent ist er für die Filmtechnik verantwortlich und übernimmt im Film den Part des Wissenschaftlers. Er ist der Running-Gag dieser Produktion. Auch nicht schlecht ist Gina, gespielt von Valentina Lodovini („Im Zeichen des Drachen“), denn sie spielt die Hauptdarstellerin in einem Aufklärungsstreifen, weigert sich aber standhaft, irgendein Bekleidungsstück abzulegen. Benno Führmann („Nackt“) wirkt als Hallodri sehr lustlos und bleibt seine Qualität schuldig, während Tom Schilling („Napola – Elite für den Führer“) recht engagiert wirkt.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gelungen und holt mit vielen Brauntönen die Endsechziger wieder zurück. Der Kontrast ist in Ordnung und die Schärfe kann sich ebenfalls sehen lassen. Der Ton verfügt zwar über einen dts-Track der im Frontbereich durchaus mehr Details bietet, doch die rückwärtigen Boxen bekommen fast ausschließlich bei der Musik etwas zu tun.
Die Interviews sind recht informativ und in kleinere Kapitel unterteilt. Ein Blick hinter die Kulissen bietet einen Eindruck von den Dreharbeiten, die recht entspannt verlaufen sind und die Outtakes sind gewohnt witzig. Bei den geschnittenen Szenen muss jeder für sich entscheiden, wie sinnvoll diese Schnitte waren. Hinzu kommen noch Darstellerinfos, sowie eine Musikcollage.
Fazit:
„Pornorama“ kann man sich ansehen, muss man aber nicht. Nostalgiker bzw. Menschen die gesellschaftlichen und sexuellen Umschwung miterlebt haben, werden vielleicht aufgrund der Darstellung dieser Epoche ein wenig Spaß haben. Technisch ist alles in bester Ordnung.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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89:33 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch für Hörgeschädigte |
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Bonusmaterial:
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- Interviews
- Outtakes
- Deleted Scenes
- Darstellerinfos
- Musikcollage
- Blick hinter die Kulissen
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Pornorama
Pornorama
Mäßige Komödie mit interessanter Ausgangsposition
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2007 Regie: Marc Rothemund Drehbuch: Stefan Puchner, Granz Henman Darsteller: Tom Schilling, Benno Führmann, Karoline Herfurth, Michael Gwisdek, Elke Winkens
Label :
Constantin Film
Verkaufsstart : 24.04.2008
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