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DVD-Besprechung - Tragödie einer Leidenschaft
Story:
Liuba (Joana Maria Gorvin) wächst nach dem Tode ihrer Mutter am Hofe einer russischen Adeligen auf. Als sie erwachsen ist, verliebt sie sich in den Sohn des Hauses, den Nichtsnutz Dodja (Friedrich Schoenfelder), der jedoch weniger an Liebe, dafür mehr an Triebe interessiert ist. Die von Ljuba herbeigesehnte Heirat kann u.a. aus Standesgründen nicht stattfinden, dennoch beginnt sie nach ihrer Hochzeit mit einem anderen Mann eine heimliche Liebschaft mit Dodja, was auf Dauer nicht gut gehen kann.
Meinung zum Film:
"Tragödie einer Leidenschaft" wurde im Nachkriegsdeutschland im Jahre 1949 inszeniert. Regie führte Kurt Meisel, der als Regieassistent beim Nazi-Film „Kolberg“ fungierte und in seiner weiteren Karriere ca. 20 mal als Regisseur, dafür 3 mal so oft als Schauspieler auftrat, dies jedoch kaum in Hauptrollen. „Tragödie einer Leidenschaft“ basiert auf einer Geschichte vom russischen Erzähler Nikolai Leskov und spielt zur Zeit des Zaren.
Interessant ist gleich zu Beginn die doppelte Rückblende im Film. „Tragödie“ beginnt mit dem Gespräch zweier Richter, in dem der eine von der Tragödie um Ljuba erzählt, die ihm flüchtig, aber persönlich bekannt ist und in der es um den Mord an Dodja geht, dessen Umstand er persönlich mitbekommen hat. Innerhalb dieser Mordgeschichte gibt es dann die zweite Rückblende, die Ljubas Ankunft als Kind am Hofe zeigt. Ab hier verläuft die Geschichte, dessen Ende wir von Anfang an kennen, wieder linear und chronologisch. Die zweite Überraschung ist, dass es in „Tragödie einer Leidenschaft“ mehr Tragödie als Leidenschaft gibt, oder mit anderen Worten: Auf übertriebenem Schmalz und Herzschmerz wurde verzichtet und mehr das Augenmerk auf die persönlichen Um- und Zustände des zaristischen Russlands gelegt, was den Film zu weit mehr als einer reinen Schnulze macht.
Eine simple und womöglich langweilige Liebesgeschichte sollte also niemand erwarten. Am besten empfiehlt es sich, den etwas unglücklich verfassten Klappentext der DVD gar nicht erst zu lesen und den Film selbst auf sich wirken zu lassen, dann wird man mit einer heutzutage undenkbaren Hochzeit zwischen Ljuba und ihrem Ehemann, der an dieser Stelle nicht verraten wird, belohnt und einer für die Zeit der Entstehung des Films sehr interessanten, recht freizügigen Moralvorstellung von Ljuba konfrontiert. Die Darsteller machen ihre Sache gut. Als Dodja ist ein sehr junger Friedrich Schoenfelder zu sehen, dessen Gesicht erst in späteren Jahren bekannt wurde, z.B. in „Die Tote aus der Themse“ oder TV-Produktionen wie „Die Wicherts von nebenan“.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wurde wenig bis gar nicht restauriert. So muss man mit ständigen und durchaus sichtbaren, altersbedingten Bildverschmutzungen leben. Die darunter befindliche Schärfe ist akzeptabel und letztendlich muss man einsehen, dass man einen heutzutage derart unbekannten Film nicht aufwändig restaurieren kann. Der Ton geht eigentlich in Ordnung, wenn man denn den Ton laut genug aufdreht, denn er wurde sehr leise auf DVD gemischt. Ärgerlich, wenn es dann doch mal zu einer lauteren Szene kommt. Die Dialogverständlichkeit ist ebenfalls nicht immer gut, immerhin aber akzeptabel.
An Extras gibt es eine Slideshow mit Aushangfotos.
Fazit:
„Tragödie einer Leidenschaft“ ist definitiv keine Liebesschnulze, sondern eine bisweilen sogar spannende Tragödie, wie es der Filmtitel auch verspricht. Wer auf diese Art Filme steht, ist mit ihm sicher gut beraten. Die Film-Qualität der DVD ist schlecht, da der Film jedoch kein Blockbuster ist, lohnt eine Restauration sicher auch nicht und so ist das Endergebnis zu verkraften.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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87:39 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch, Französisch, Polnisch |
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Bonusmaterial:
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Tragödie einer Leidenschaft
Tragödie einer Leidenschaft
Überraschend unterhaltsam und sicher keine Liebesschnulze
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 1949 Regie: Kurt Meisel Drehbuch: Emil Burri Darsteller: Joana Maria Gorvin, Hermine Körner, Carl Kuhlmann, Friedrich Schoenfelder, Nicolas Koline
Label :
Magic Picture
Verkaufsstart : 08.05.2008
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