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DVD-Besprechung - Jack Arnold Western Collection

Story:
„Des Teufels Lohn“
USA, irgendwann in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts: Virgil Renchler (Orson Welles) ist der unumstrittene Chef des Ortes Spurline in Texas. Renchler hat eine riesige Ranch, die er mit eiserner Hand beherrscht und in der er mexikanische Fremdarbeiter beschäftigt. Eines Tages jedoch wird einer der Arbeiter von Renchlers Angestellten ermordet. Während die meisten die Sache unter den Tisch kehren wollen, ermittelt Sheriff Ben Sadler (Jeff Chandler) unbeirrt in der Angelegenheit weiter.

„Auf der Kugel stand kein Name“
John Gant (Audie Murphy) ist ein Killer, der auf Auftrag handelt. Gant konnte bisher dem Gesetz immer entgehen, indem er seine Opfer so lange reizte, bis diese ihre Waffe als erstes zogen und Gant sich dann auf Notwehr berufen konnte. Eines Tages kommt er ins kleine Städtchen Lordsburg, wo sich die meisten Anwohner schnell Sorgen machen, sie könnten Gants nächstes Opfer sein. Nur der Arzt Luke Canfield (Charles Drake) bleibt ruhig und versucht, die Situation zu klären.

„Auf der Spur des Todes“
Revolverheld Alec Longmire (Rory Calhoun) möchte neuerdings ein ordentliches Leben ohne Waffen führen. Als er in ein kleines Städtchen kommt, wird er vom örtlichen Sheriff aber gleich als Hilfssheriff angeheuert. Denn das Örtchen Durango hat Probleme, da sich Großgrundbesitzer Henshaw (Robert Middleton) mit anderen Farmern über wertvolles Weideland streitet. Die Situation eskaliert, als Henshaw einen Revolverhelden, der ein alter Gefährte Longmires ist, anheuert.

Meinung zum Film:
In der "Jack Arnold Western Collection"-Box sind 3 von 5 Western versammelt, die Jack Arnold drehte, der zu Lebzeiten eher für seine
Horrorfilme wie „Tarantula“ oder „Der Schrecken vom Amazonas“ bekannt war. Jedoch brauchen sich seine in dieser Box versammelten Filme nicht vor seinen anderen Werken verstecken, ganz im Gegenteil. Den Anfang macht „Des Teufels Lohn“ mit Jeff Chandler („Die Schlacht am Apachenpass“) als Sheriff eines Ortes, dessen Wirtschaft komplett auf das Wohlwollen des Ranchers Renchler angewiesen ist. Just dieser, bzw. einer seiner Angestellten soll einen jungen Mexikaner totgeschlagen haben, was die meisten Anwohner aus Angst vor Renchler gern unter den Tisch fallen lassen würden. Der aufrechte Sheriff Sadler weicht aber nicht davon ab, dass das Gesetz für alle gilt und hat bald neben seinem eigenen Hilfssheriff die halbe Stadt gegen sich. Die Handlung wird hier konsequent aufgebaut und steigert sich dann bis zum spannenden Finale, wobei Welles mit seiner Nebenrolle seinen Kollegen Chandler während der 75 Minuten Laufzeit locker an die Wand spielen kann. Übrigens ist der Hinweis auf dem Rücken der DVD, dieser Film sei Orson Welles’ („Citizen Kane“) einziger Western, natürlich falsch: Zum Einen ist „Des Teufels Lohn“ eigentlich gar kein Western, obwohl sich darüber sicherlich streiten ließe, zum anderen hatte Welles noch einen weiteren Westernauftritt in „Tepepa“.

Weiter geht es mit dem wohl bemerkenswertesten Film der Box, „Auf der Kugel stand kein Name“, in dem der ansonsten smarte Audie Murphy („Denen man nicht vergibt“) mit sichtlich viel Spielspaß den durch und durch diabolischen Killer Gant spielt, der in Lordsburg Station macht und der es genießt, wie die Stadt und ihre Einwohner durch seinen ihm vorauseilenden Ruf in Panik gerät. Nur der örtliche Arzt Luke Canfield hat keine Berührungsängste und versucht, die Situation ohne Gewalt zu klären. Im Verlauf des Films wächst auch beim Zuschauer die Spannung, wer denn nun das Opfer des Killers sein soll, wird Zeuge der in Gewalt mündenden Angst vieler Einwohner und genießt die wirklich gelungene Darbietung von Audie Murphy. Durch und durch ein toller Western!

Der dritte und letzte Film dieser Box, „Auf der Spur des Todes“ ist verglichen mit den anderen beiden Filmen sicherlich der konventionellste, was aber nicht bedeuten soll, er sei an sich gewöhnlich oder sogar schlecht. In diesem Beitrag versucht Longmire, dargestellt von Rory Calhoun ("Fluss ohne Wiederkehr"), ein Leben ohne Waffen zu führen, denn schon sein Bruder starb bei einem Feuergefecht und er möchte es besser machen. Doch schnell müssen er und der Sheriff auch realisieren, dass es mit guten Worten allein manchmal nicht getan ist. Spätestens als der Revolverheld Chet Swann (Gant Williams) in die Stadt kommt, müssen statt Worte Taten folgen. Wenn man übrigens bei diesem Film ganz aufmerksam zuschaut, wird man mit einem ultrakurzen Auftritt von Lee van Cleef („Der Gehetzte der Sierra Madre“) belohnt. In diesem Film hat er allerdings kein gutes Händchen mit seinem Colt. Insgesamt sind alle 3 Filme dieser Box ganz besondere Western, die weitab von anderen konventionellen Genrevertretern derselben Ära sind. Alle Filme bieten ganz besondere Charakterstudien und darstellerische Leistungen, die lange im Gedächtnis haften bleiben. Diese Box ist ein Pflichtkauf für Westernfans!

Digitale Aufarbeitung:
Über das Bild kann man bei keinem der 3 Filme wirklich schlechtes sagen, die Bildmaster sind alle entweder gute gelagert oder ebenso restauriert worden. Schärfe und Farbe (außer beim Schwarz-Weiß-Beitrag „Des Teufels Lohn“) sind sehr gut, Bildverschmutzungen sind keine auszumachen. Der deutsche Ton ist bei allen Filmen gut verständlich.

An Extras gibt es auf jeder DVD eine Episode von „Jack Arnold erzählt“, in denen er sich an seine Filme erinnert. Diese Episoden sind sowohl mit einer englischen, als auch mit einer deutschen Synchronfassung versehen. Zu jedem Film gibt es dann noch zusätzlich den Trailer sowie eine Bildergalerie. In der Box befindet sich noch ein Poster, das Arnold und seinen Filmen gewidmet ist.

Fazit:
Die „Jack Arnold Western Collection“ versammelt 3 von insgesamt 5 Western, die der Horror-Regisseur gedreht hat. Allen gemeinsam sind eine besondere Handlung und ebensolche Charaktere, die die Filme zu etwas Besonderem machen. Besonders gilt dies für „Des Teufels Lohn“ und für „Auf der Kugel stand kein Name“, aber auch „Auf der Spur des Todes“ ist alles andere als Durchschnittskost. Zusammen mit der attraktiven Boxaufmachung und der gebotenen DVD-Qualität kann man hier eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen!

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
Des Teufels Lohn:
76:55 Minuten

Auf der Kugel stand kein Name:
73:53 Minuten

Auf der Spur des Todes:
78:01 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Bildergalerien
  • Poster
  • 3 Episoden "Jack Arnold erzählt"
Jack Arnold Western Collection - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Des Teufels Lohn / Auf der Kugel stand kein Name / Auf der Spur des Todes
Man in the Shadow / No Name on the Bullet / Red Sundown

Dieser Film wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet


Bild unseres Mitarbeiters Andreas Schultz
3 Spitzenwestern von Altmeister Jack Arnold


Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1956-1959
Regie:
Jack Arnold
Drehbuch:
Gene L. Coon, Martin Berkeley
Darsteller:
Audie Murphy, Charles Drake, Joan Evans, Jeff Chandler, Orson Welles, Colleen Miller, Rory Calhoun, Martha Hyer, Dean Jagger, Robert Middleton

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
25.04.2008

Vertrieb Schweiz :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Schweiz :
25.04.2008