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DVD-Besprechung - John Carpenter - Fürst der Dunkelheit

Story:
Julien Dunand verbrachte ein paar Stunden mit Horror- und SciFi-kone John Carpenter, ließ sich von ihm durch die Straßen von Los Angeles fahren und sich dabei einige Anekdoten von dem Mann erzählen, der zu den ganz Großen seines Fachs gehört(e).

Meinung zum Film:
Der Name John Carpenter ist mit dem Horrorgenre verbunden, wie es nur wenig Regisseure von sich behaupten können. Durch Filme wie „Halloween“ und „The Fog“ schuf er zwei Independent-Werke, die das Einspielergebnis von vielen Big-Budget-Produktionen erblassen ließen und schnell Kultstatus bei den Fans erlangten. Vor allem Michael Myers, der Killer mit der weißen Maske gehört auch heute noch zu den großen Figuren im Genre, der es jüngst erst schaffte im Remake von Rob Zombie erneute auf der großen Leinwand zu erscheinen. Aber auch die Figur des Snake Plissken aus „Die Klapperschlange“ ist noch sehr vielen ein Begriff, den sie mit cooler Endzeit-Action verbinden. In den letzten Jahren wurde es allerdings immer ruhiger um John Carpenter, Filme wie „Ghosts of Mars“ oder „Vampires“ schafften es (wenn überhaupt), nur eine kleine Fangemeinde zu überzeugen. Die französische Dokumentation „John Carpenter – Fürst der Dunkelheit“ beschäftigt sicht mit dem Weg des einflussreichen Regisseurs und versucht zu ergründen, was genau die Stärken des Filmemachers sind und wie er selbst die Qualität seiner Arbeiten einschätzt.

Etwas ungewöhnlich ist der Ort, an dem der Dokumentarfilmer mit John Carpenter redete. Denn abgesehen von einem Zwischenstop in der Straße, in der seinerzeit „Halloween“ gedreht wurde und der Zielankunft in dem Studio, in dem John Carpenter mittlerweile seine Musik abmischt, spielt sich das Gespräch im Auto ab. Während Carpenter quer durch Los Angeles und über den Highway fährt, plaudert er recht locker über seine Gedanken an die alten Zeiten. Aber auch andere Weggefährten wie die Schauspieler Austin Stoker („Das Ende – Assault on Precinct 13“), Keith Gordon („Christine“) und Peter Jason („Die Fürsten der Dunkelheit“), sowie Carpenters Ex-Frau Adrienne Barbeau („The Fog“), Produzentin Debra Hill („The Fog“) und Produzent Larry J. Franco („Die Klapperschlange“) erzählen von ihren Eindrücken, die sie bei der Arbeit mit John Carpenter gewonnen haben. Abgerundet werden die Eindrücke von Außen durch die beiden französischen Filmkritiker Jean-Babtiste Thoret und Nicolas Saada, die ihre  Einschätzungen über Stärken und Schwächen, über Aufstieg und sanften Fall des Filmemachers vermitteln.

Durch die Tatsache, dass der Regisseur und der Dokumentarfilmer die ganze Zeit zusammen im Auto sitzen, gibt es auch immer wieder persönliche Momente, in denen Carpenter über Gott und die Welt philosophiert. So erfährt man zum Beispiel, was er über seine amerikanischen Mitmenschen denkt, wie er die Misserfolge seiner jüngsten Werke oder die zwei größten finanziellen Misserfolge seiner Karriere – „Das Ding aus einer anderen Welt“ und „Big Trouble in Little China“ - einordnet und wieso das zum großen Bruch mit den großen Studios führte. Abgesehen von „Das Dorf der Verdammten“ und „Jagd auf einen Unsichtbaren“ wird über jeden bis „Ghosts of Mars“ entstandenen Film zumindest einmal kurz gesprochen. Und hier liegt dann auch der Reiz der Dokumentation, weil persönlicher als aus dem Mund von Carpenter selbst wird man nie erfahren können, wie gut der Meister seine Filme selbst einschätzt, wie zufrieden er mit seiner Arbeit ist und welches Herzblut in welchem Projekt tatsächlich steckte und wo der kommerzielle Gedanken am größten war. Sympathisch ist auf jeden Fall, dass Carpenter selbst gut zu wissen scheint, was er von einzelnen Werken halten kann. Er ist niemand, der alles hochjubelt, auch wenn er mit der breiten Meinung nicht immer eins ist. Aber das ist auch sein gutes Recht, denn über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Für Carpenter-Fans sollte „John Carpenter – Fürst der Dunkelheit“ Pflichtprogramm sein, da die Dokumentation eine gelungene Mischung an Anekdoten über den Menschen und seiner Arbeit bietet.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist für eine Dokumentation ausreichend gut. Der englische Ton, der wahlweise mit deutschen Untertiteln gesehen werden kann, ist durchweg gut zu verstehen.

Als Extra gibt es auf der DVD Texttafeln mit einer Biografie zu John Carpenter, sowie eine Bildergalerie, die neben Grafiken auch Zitate enthält. Als weiteres Extra gibt es noch einen Ausschnitt aus dem Buch „Escape to fear“ von Gerhard Hroß als PDF-Datei zum Lesen am PC.

Fazit:
„John Carpenter – Fürst der Dunkelheit“ ist eine klare Empfehlung für alle Freunde des amerikanischen Kult-Regisseurs. In lockerer Umgebung plauscht der Filmemacher über seine Erinnerungen an die meisten seiner Filme und gibt so manche Anekdote dabei preis. Ergänzt werden die Worte noch durch einige interessante Erinnerungen von Weggefährten, die mit Carpenter zusammengearbeitet haben.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,33:1
1,33:1
75:46 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Biografie zu John Carpenter
  • Bildergalerie
  • Ausschnitt aus dem Buch „Escape to fear“ von Gerhard Hroß als PDF-Datei
John Carpenter - Fürst der Dunkelheit - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
John Carpenter - Fürst der Dunkelheit
Big John

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein lockerer und interessanter Plausch mit John Carpenter


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich, 2006
Regie:
Julien Dunand
Drehbuch:
-
Darsteller:
John Carpenter, Larry J. Franco, Keith Gordon, Debra Hill, Peter Jason, Austin Stoker, Nicolas Saada, Jean-Baptiste Thoret

Label Deutschland :
Epix
Verkaufsstart Deutschland :
15.05.2008