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DVD-Besprechung - Der gefährlichste Mann des Westens

Story:
Kalig Talbot (Lee Marvin) ist ein Gangster, der schon in jungen Jahren zu einem solchen geworden ist. In diesem Sinne hat er auch seinen jüngeren Halbbruder Harge (Charles Bronson) erzogen, mit dem er zusammen eine Bande leitet. Als sie eines Tages eine Bank überfallen wollen und in einen Hinterhalt geraten, verdächtigen sie den Gehilfen (James Drury) des Richters Garth (Lee J. Cobb), die beiden verpfiffen zu haben.

Meinung zum Film:
Fast 10 Jahre lang lief in den USA die Westernserie „The Virginian“ mit James Drury in der Hauptrolle äußerst erfolgreich im TV. Auch in Deutschland war diese Serie in den 70er- und 80er-Jahren im ZDF unter dem Namen „Die Leute von der Shiloh-Ranch“ zu sehen. Man mag sich nun fragen, was diese Informationen mit dem Film „Der gefährlichste Mann des Westens“ zu tun haben. Die Antwort ist einfach, denn in diesem TV-Film wurden einfach 2 nicht unmittelbar zusammenhängende Episoden dieser Serie zusammengeschnitten und zu etwas neuem verpackt. Die eine Episode mit Lee Marvin („Cat Ballou“) wurde 1962 von Samuel Fuller („The Big Red One“) inszeniert, die zweite mit Charles Bronson („Spiel mir das Lied vom Tod“) stammt hingegen aus dem Jahr 1967.

Diese Tatsache bemerkt man auch recht schnell, denn man wird das Gefühl nicht los, dass hier einiges nicht so recht zusammenpasst. Kalig und Harge sind Mitglieder einer gemeinsamen Gang, doch es fällt auf, dass die beiden nie gemeinsam vor der Kamera zu sehen sind. Harge entführt den Titelhelder der obengenannten Serie, den „Virginian“, da er verdächtigt wird, die Talbots vor dem Banküberfall verpfiffen und den örtlichen Sheriff gewarnt zu haben. Gleichzeitig entführt Kalig andernorts den Richter Garth, um Geld zu erpressen und sich für eine zurückliegende Inhaftierung zu rächen – beide Stories wurden dann mehr oder weniger geschickt miteinander zusammengeschnitten, wobei sich schon in der Anfangssequenz, in der Kalig noch ein kleiner Junge ist, herausstellt, dass dieser seinen kleinen Bruder abgrundtief hasst.

Die rund 15minütige Eingangssequenz ist sehr eindrucksvoll inszeniert worden. In dieser sehen wir einen sehr jungen Kalig, der bei seiner Mutter und seinem ihn nicht akzeptierenden Stiefvater lebt. Als Kaligs Mutter eines Tages vom Stiefvater ein Kind erwartet, nämlich Halbbruder Harge, muss der Vater sich entscheiden, wer die Geburt überleben soll. Aufgrund von Komplikationen können Mutter und Baby nämlich nicht gemeinsam überleben. Der Vater entscheidet sich für Harge, was bei Kalig tiefen Hass hervorbringt. Er erschießt seinen Stiefvater, lässt seinen Halbbruder aber am Leben. Und zumindest nach außen akzeptiert und liebt er ihn auch zunächst. Der unterschwellige Hass Kaligs führt im Laufe des Films aber zu einer Katastrophe. Schließlich muß auch Harge einsehen, wer ihn in Wahrheit verpfiffen hat. Diese interessante Konstellation kann insgesamt jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Film ein Flickwerk ist, das nicht so recht zusammenpassen will. Es wäre deshalb sinnvoller gewesen, die beiden Einzelepisoden der Serie in ihrer ursprünglichen Form zu veröffentlichen. Darüber können leider auch die Auftritte von Bronson und Marvin nicht hinwegtäuschen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist nicht immer gut. Es gibt Bildverschmutzungen und altersbedingte Störungen zu sehen. Diese kann man jedoch mit etwas Wohlwollen als Nostalgiefakor abtun und insgesamt mit dem Ergebnis leben. Der Ton liegt wahlweise auf deutsch oder auf englisch in Mono vor und verfügt über eine gute Dialogverständlichkeit.

Extras sind keine vorhanden.

Fazit:
„Der gefährlichste Mann des Westens“ bietet zwei für sich allein genommen sicherlich herausragende Episoden der Serie „Die Leute von der Shiloh Ranch“. Der krampfhaft zusammengeschnippelte Mix sorgt jedoch schon auf den ersten Blick dafür, dass der Zuschauer bemerkt, dass hier einiges nicht zusammenpasst.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,33:1
1,33:1
87:25 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Englisch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • -
Der gefährlichste Mann des Westens - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der gefährlichste Mann des Westens
The meanest man in the west

Bild unseres Mitarbeiters Andreas Schultz
Leider nur Flickwerk


Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1967
Regie:
Charles S. Dubin, Samuel Fuller
Drehbuch:
Samuel Fuller, Ed Waters
Darsteller:
Charles Bronson, Lee Marvin, James Drury, Miriam Colon

Label Deutschland :
WGF
Verkaufsstart Deutschland :
24.04.2008