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Blu-ray-Besprechung - Lost Colony
Story:
Im Jahr 1587 machen sich zahlreiche britische Kolonisten auf den Weg in die Neue Welt. Doch als sie auf Roanoke Island vor der Küste North Carolinas landen, finden sie nur ein verlassenes Fort vor - und einen einzigen verbliebenen Soldaten, der aufgeknüpft tot am Strick hängt. Schnell entdeckt man eine seltsame Nachricht in altnordischer Sprache, die Siedler vor dem Bösen in den umliegenden Wäldern warnt. Da es jedoch keine Möglichkeit zur Umkehr gibt, müssen die Kolonisten auf der Insel bleiben. Und kurze Zeit später beginnen die ersten Sichtungen seltsamer Kreaturen.
Meinung zum Film:
"Lost Colony" basiert auf einer wahren Begebenheit. Genaues weiß man nicht, doch in den drei Jahren nach Gründung der Kolonie Roanoke im heutigen Virginia verschwanden die dortigen Siedler spurlos und wurden nie mehr gesehen. Sir Walter Raleigh hatte die Kolonie Ende des 16. Jahrhunderts gegründet, doch als seine Proviant- und Materiallieferschiffe 1591 zurückkehrten, hatten sich die Bewohner in Nichts aufgelöst. Auch darüber, was möglicherweise passiert sein konnte, gab es keinerlei Anhaltspunkte. Man nahm an, dass die Menschen eventuell während eines Sturms ins Meer gespült oder von Eingeborenen verschleppt bzw. ermordet worden waren. Mit heutigen Mitteln hätte sich dieses geheimnisvolle Rätsel sicherlich innerhalb kürzester Zeit aufklären lassen, doch um 1600 sah die Forschung eben noch ein bisschen anders aus und so ist das Verschwinden der Leute von Roanoke bis heute ein Mysterium geblieben.
Auf dieses Mysterium hat der amerikanische "Sci-Fi Channel", bei dem u.a. die letzten Staffeln von "Stargate SG-1" beheimatet waren, einen TV-Film aufgebaut, der einerseits die "wahre" Geschichte (soweit sie nachvollziehbar ist) zeigen will, diese allerdings andererseits zu Spannungszwecken mit übersinnlichen Elementen anreichert. Im Klartext heißt das, dass in der Fernsehversion der Geschichte wildgewordene (und ziemlich hässliche) Geister des Rätsels Lösung sind, die die armen Roanoker heimsuchen. Optisch eine Mischung aus Skelett, Wikinger, Zombie und grünem Nebel darstellend, nutzen die Gespenster seltsamerweise ihre Fähigkeiten kaum aus - was auch einer der Kritikpunkte am Film ist. Ihre Berührung saugt das Leben aus den Menschen, sie können die Bevölkerung durch Gedankenmanipulation unter ihre Kontrolle bringen und sind nahezu Herrscher über die Natur der Gegend. Doch trotzdem agieren sie nicht geschickt auf dieser unterschwelligen Ebene, sondern bevorzugen ein tumbes Zusammenrotten, bei dem sie im Rudel schwerterschwingend auf die Bewohner der Kolonie losgehen. Eine nicht wirklich glaubwürdige Vorgehensweise, die schon nahezu unfreiwillig komisch wirkt und eher an die Massenkeilereien aus "Asterix" erinnert.
Adrian Paul - der netterweise in der deutschen Fassung die gleiche Stimme wie zu "Highlander"-Zeiten hat - gibt sich zwar Mühe, doch kann auch er das schwache Drehbuch nicht retten. Die Dialoge bleiben lahm und oberflächlich. Außer ständigen Aussagen im Stil von "Oh, etwas Schreckliches wird passieren." ist leider nichts von unheimlicher oder furchterfüllter Stimmung zu spüren. Das Konzept der Geschichte weiß durchaus zu gefallen und auch optisch kann der Film überzeugen. Das Problem ist jedoch, dass einfach nichts passiert und die Handlung sich mehr oder weniger auf der Stelle bewegt. Ab und zu verschwindet mal ein Siedler während seiner Wachschicht im Wald, das war's dann fast auch schon. Für den Standard-Zuschauer ist das einfach zu unspektakulär und langweilig, während hartgesottene Fans von Horrorstreifen ebenfalls nicht auf ihre Kosten kommen, da es außer einigen wenigen blutigen Morden nichts zu sehen gibt. So ist "Lost Colony" letztlich ein eigentlich recht gut gemachter Film mit netten Darstellern, der jedoch an einem mangelhaften Drehbuch mit sehr schwacher Story leidet, in der nicht wirklich viel passiert und die sich nicht vorwärts bewegt. Schade, hier hätte man deutlich mehr herausholen können.
Digitale Aufarbeitung:
Nachdem im Mai 2008 bereits die DVD von "Lost Colony" bei MiG erschien, wurde rund zweieinhalb Jahre später nun auch eine Blu-ray-Disc des Titels veröffentlicht. Und auch, wenn bei Weitem kein Referenzniveau erreicht wird, erweist sich die Bildqualität - wie schon bei der DVD - als erstaunlich gut. Die Farben wirken natürlich, die Schärfe bewegt sich auf einem guten Niveau, auch wenn die Detailzeichnung nicht immer überzeugen kann. Rauschen fällt kaum auf, allerdings sind trotz des HD-Mediums gelegentliche Kompressionsprobleme auszumachen, die aber nicht so stark ausfallen wie noch bei der DVD. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in Dolby Digital 2.0 Stereo vor, die deutsche Version gibt es zudem wahlweise als 5.1-Upmix in dts-HD Master Audio. Bei Letzterem verteilt sich die Klangkulisse zwar angenehm auf alle Lautsprecher, die Effekte beschränken sich jedoch größtenteils auf die Front und die Abmischung ist dort insgesamt lautstärkemäßig etwas unausgewogen. Die Dialoge sind in allen Fassungen klar verständlich.
Bonusmaterial ist nicht vorhanden. Es gibt lediglich eine Trailershow zu aktuellen MiG-Titeln.
Fazit:
"Lost Colony" zeigt neben netten Darstellern auch ein interessantes Grundkonzept, doch leider hat man dessen Potenzial nicht ausgeschöpft. Der Film kränkelt an einem schwachen Drehbuch, das ihn im Endeffekt zu unspannend und langweilig macht. Da hätte man deutlich mehr herausholen können. Die deutsche Blu-ray-Disc präsentiert sich mit gutem Bild und annehmbarem Ton, bietet allerdings leider keinerlei Bonusmaterial.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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87:27 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Lost Colony
Lost Colony: Wraiths of Roanoke
Geister-Grusel mit schwachem Drehbuch
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007 Regie: Matt Codd Drehbuch: Rafael Jordan Darsteller: Adrian Paul, Frida Show, Rhett Giles, Michael Teh, Mari Mascaro
Label :
MiG Film
Verkaufsstart : 09.12.2010
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